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Ford Transit Courier: Vier gewinnt

Mit dem Transit Courier rundet Ford seine Nutzfahrzeugpalette nach unten ab. Der Lieferwagen setzt zwar auf der Fiesta-Plattform auf, ist aber ein reinrassiges Nutzfahrzeug.

Die Dieselmotoren
1,5-Liter-Duratorq-TDCi 1,6-Liter-Duratorq-TDCi
R4-Zylinder-Common-Rail-Turbodiesel, zwei Ventile pro Zylinder, VGT-Lader, AGR und DPF R4-Zylinder-Common-Rail-Turbodiesel, zwei Ventile pro Zylinder, VGT-Lader, AGR und DPF
Hubraum (cm3) 1.498 1.560
Leistung kW (PS)/min 55 (75)/3.750 74 (100)/3.800
Drehmoment (Nm)/min 185/1.700 215/1.750
Antrieb Front Front
Getriebe 5-Gang manuell 5-Gang manuell

Best in class – der Beste seiner Klasse: Das scheint die liebste Formulierung von Barb ­Samardzich, Vizepräsidentin bei Ford Europa und zuständig für die Produktentwicklung, zu sein. Zumindest, wenn es um die eigenen Nutzfahrzeuge geht.

Neue Palette leichter Nutzfahrzeuge ist komplett

Mehrfach nahm sie den Begriff schon bei der Präsentation des Transit Custom vor einem Jahr in den Mund, nun auch im Fall des Transit Courier, der vierte und letzte Spross der nun rundum erneuerten Palette an leichten Nutzfahrzeugen. Stolz präsentierte sie den kompakten Lieferwagen am Vorabend der Commercial ­Vehicle Show in Birmingham.

Der 4,16 Meter lange und 1,74 Meter hohe Cityflitzer fußt auf der sogenannten B-Plattform von Ford, auf der auch die Pkw B-Max und Fiesta aufsetzen. Er löst zumindest in Deutschland den ungeliebten, weil wenig praxistauglichen Fiesta Van ab. Damit rangiert Fords Kleiner, was das Ladevolumen angeht, unterhalb des Transit Connect, der sich die C-Plattform mit Focus und C-Max teilt.

Seine Wettbewerber heißen also Fiat Fiorino oder Citroën Nemo. Noch hat Ford nur einige technische Eckdaten preisgegeben, mit einem Ladevolumen von 2,3 Kubikmetern liegt er im Vergleich mit den Wettbewerbern vom Schlage eines Fiat Fiorino zumindest auf dem Papier 0,2 Kubikmeter darüber. Allerdings gibt es unterschiedliche Messmethoden (VDA versus SAE-Messung). Samardzich jedenfalls spricht auch hier von einem Bestwert in der Klasse.

2,59 Meter Ladelänge, 660 Kilo Zuladung

Bis zu 660 Kilo Zuladung soll der Courier befördern können, das wäre deutlich mehr als es der genannte Fiat kann. Ein weiterer Bestwert in dieser Klasse ist laut der Entwicklungschefin der 1,62 Meter lange Laderaumboden.

In Verbindung mit der klappbaren Gittertrennwand ist es möglich, bis in den Beifahrerraum zu laden. Dazu lässt sich der Beifahrersitz mit wenigen Handgriffen in den Fußraum falten. Das schafft Platz für bis zu 2,59 Meter lange Fracht. Dies wären wiederum zehn Zentimeter mehr als beim Wettbewerb. Optional ist auch eine geschlos­sene Blechtrennwand im Programm.

Überhaupt sind Haptik und Anmutung des Courier ansprechend. Vorbei sind die Zeiten des eckigen Transit Connect, der mit eher sprödem Nutzfahrzeug-Charme daherkam, und der zwar Fans unter den Gewerbetreibenden hatte, aber als Kombi ihm Pkw-Segment kaum Punkte sammelte.

Wertiger Innenraum mit Multifunktions-Lenkrad

Im Cockpit steht der Courier dem Fiesta kaum nach. Die Kunststoffe muten hochwertig an, die Bezüge stilsicher und zugleich robust. Hinzu kommen die typischen kantigen Ford-Tuben, in denen Tacho und Drehzahlmesser sitzen mit dem Multifunktionsdisplay dazwischen. Ebenfalls ein Pkw-Derivat ist das Multifunktions-Lenkrad, über das sich so ziemlich alles, was wichtig ist, steuern lässt.

Hinzu kommt die sich dem Fahrer entgegenwölbende Mittelkonsole mit Platz für Navi, CD-Radio und die Regler für Klimaanlage und mehr. In einer Konsole unterm Dach, auf dem Armaturenträger, zwischen den Sitzen und an den Türen finden sich allerlei Ablagen und Fächer, die von Dokumenten bis hin zu Flaschen alles Erdenk­liche aufnehmen.
Der Sitz bietet genügend Verstellweg, sodass auch beleibtere Fahrer im kleinen Ford eine bequeme Sitzposition finden.

Auch im Exterieur an den Fiesta angelehnt

Von außen betrachtet tritt der Courier im Look des neuen Fiesta an. Gegenüber dem Transit Connect ist er trotz des sickenverliebten sogenannten kinetischen Designs schon wieder etwas weicher gestaltet – entsprechend der Design-Sprache des neuen Fiesta.
Überhaupt gibt sich der Courier ganz als Pkw: Alle Türen schließen mit einem satten Plopp, die Laufschiene der Schiebetür ist ordentlich unter einer Blende versteckt. Einzig die gummibewehrten Scharniere der Hecktüren ragen etwas störend aus der sonst sehr gefälligen, geschlossenen Karosserie hervor, sind aber der Sicherheit beim nächtlichen Be- und Entladen geschuldet. Sie sorgen dafür, dass die Hecktüren um die Heckleuchten schwingen und der Courier auch im Dunkeln sichtbar bleibt.

Weit öffnet sich dann der Schlund und gibt den Blick frei auf einen nahezu kubischen Laderaum. Der Ladungssicherung dienen drei Paar ausreichend dimensionierte Zurr­ösen, in die auch Gurte mit großen Haken greifen . Das Ganze mutet so solide wie in den ausgewachsenen Ford-Transportern an. Zwischen die Radkästen lässt sich ohne Weiteres eine Europalette bugsieren

Vom 75-PS-Diesel bis zum 100-PS-Benziner

Die Antriebe stammen ausnahmslos aus dem Konzernregal. Zur Wahl stehen neben dem quirligen Eco-Boost-Benziner mit drei Zylindern und einem Liter Hubraum (74 kW/100 PS) zwei Dieselmotoren mit 1,5 Liter beziehungsweise 1,6 Liter Hubraum sowie Leistungen von 55 kW (75 PS) beziehungsweise 70 kW (90 PS).

Alle diese Aggregate kombiniert der Hersteller mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe und Start-Stopp-Automatik. Der Antrieb soll laut Samardzich einmal mehr für Bestwerte sorgen, wenn es um den Verbrauch geht. Diesen Beweis müssen sie aber abseits des Messeparketts auf der Straße in der Praxis antreten. Das wird voraussichtlich ab Frühjahr nächsten Jahres möglich sein. Dann wird sich zeigen, ob der vierte Transit gewinnt.

Custom mit Hut

Noch produziert Ford den alten Transit parallel zu den neuen Modellen. Der Grund: Es sind noch lange nicht alle Varianten zu haben. Zum Transit Custom mit kurzem und langem Radstand gesellt sich jetzt noch das Modell mit Hochdach. Optisch ist Ford eine attraktive Lösung gelungen. Die Nahtstelle verbirgt sich geschickt unter einer schwarzen Blende. Viel interessanter ist jedoch die technische Ausführung. Beim Ausstellungsfahrzeug waren Dach und Holme vollständig aus Kunststoff gefertigt. Das könnte einiges Gewicht sparen. Ob auch in der Serie die Holme aus Kunststoff bestehen werden, war aber noch nicht sicher. Und etwas mehr Sorgfalt könnten die Werker beim Entgraten der Blechfalze walten lassen. Sie waren teils sehr scharfkantig –  es droht Verletzungsgefahr. Mit Hut auf schluckt der Transit Custom 8,29 Kubikmeter Ladung bei bis zu etwa einer Tonne Nutzlast – genaue Nutzlastwerte nannte Ford noch nicht. Die Ladehöhe wächst um 370 Millimeter auf 1,77 Meter. Lieferbar soll der Custom ab dem vierten Quartal 2013 sein.

Thomas Rosenberger lastauto omnibus Chefredakteur

Autor

Foto

© Ford

Datum

22. Juli 2013
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