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Fahrzeuge: Hartes Testprogramm

Volvo FMX absolviert hartes Testprogramm.

Bevor Volvo Trucks einen neuen Lkw auf den Markt bringt, wird das Fahrzeug extremen Tests unterzogen. Das neue Baufahrzeug Volvo FMX bildet dabei keine Ausnahme - im Gegenteil: der Volvo FMX hat in Hällered, der weitläufigen Testanlage mitten in den westschwedischen Wäldern, ein besonders hartes Testprogramm erfolgreich absolviert. Tests verschiedener Komponenten, Systeme und kompletter Fahrzeuge laufen in Hällered nach einem standardisierten Programm ab. Ziel ist es, rechtzeitig vor dem Produktionsstart eventuelle Schwachpunkte einer Konstruktion fest- und abzustellen. Zunächst erfolgen diese Tests virtuell in Großrechnern, daran schließen sich eine Reihe von Labortests an. Sobald das neue Fahrzeug in seiner Entwicklung soweit gediehen ist, dass ein kompletter und fahrbarer Prototyp einsatzbereit ist, nehmen die Testingenieure auf der Teststrecke Proving Ground Hällered ihre kompromisslose Arbeit mit dem neuen Truck auf - Hällered ist ein weitläufiges Testzentrum mitten in den Wäldern Westschwedens, östlich von Göteborg.   Nordeuropas größte Teststrecke Die Testanlage, die zu den größten Europas gehört, nahm 1972 ihren Betrieb auf und wurde danach kontinuierlich erweitert. Das 700 Hektar große Gelände ist von einer 12 Kilometer langen Sichtblende abgeschirmt, die wilde Tiere und ungeladene Zaungäste fernhält. Kurz hinter dieser Abzäunung verläuft die ovale 6,2 Kilometer lange Hochgeschwindigkeits-Teststrecke, die längste der insgesamt 15 Teststrecken in Hällered. Auf dem Proving Ground Hällered werden Lkw und Pkw das ganze Jahr hindurch rund um die Uhr auf Herz und Nieren geprüft. Hier absolvierte auch der Volvo FMX Tag und Nacht sechs Monate lang einige der härtesten Tests, denen ein Lkw überhaupt ausgesetzt werden kann. Alle dieses Tests verfolgten ein Ziel: sicherzustellen, dass die neuen Baufahrzeuge den Qualitätsanforderungen von Volvo entsprechen. „Hier in Hällered führen wir zwei verschiedene Typen von Testprogrammen durch", berichtet Patrik Lessmark, Projektleiter für den Bereich Complete Vehicle beim FMX-Projekt. Wir führen hier sowohl Zuverlässigkeitstests als auch Lebensdauertests in hohem Tempo durch. In der Volvo-Sprache nennen wir diese „AET - Accelerated Endurance Test". Diese Lebensdauertests bestehen aus Testfahrten, die rund um die Uhr sechs bis acht Monate lang andauern. Mehrere Testfahrer fahren die Fahrzeuge im Schichtbetrieb und absolvieren dabei ca. 10 verschiedene harte Einzeltests - immer wieder - und zwar während des gesamten Testzeitraums. „Ziel dieser Lebensdauertests ist es, zu überprüfen, wie das Fahrzeug während seiner prognostizierten Lebensdauer Verschleiß wegsteckt", kommentiert Patrik Lessmark. Zuverlässigkeitstests verfolgen ein anderes Ziel: Hierbei müssen sich die Testfahrzeuge ununterbrochen 16 Wochen lang in einem speziellen Testprogramm bewähren, das einem einjährigen Arbeitseinsatz unter normalen Bedingungen entspricht. „Mit Zuverlässigkeitstests werten wir aus, wie das Fahrzeug sich im Alltag bei unseren Kunden behaupten wird", erläutert Bengt Johannesson, der weltweit als Lastenheft-Spezialist für den Bereich Lebensdauer bei Volvo verantwortlich ist. Auswertung von 32 verschiedenen Eigenschaften „Insgesamt werten wir 32 verschiedene Eigenschaften des Fahrzeugs aus - sie gruppieren sich in fünf Hauptkategorien: Qualität, Sicherheit, Umwelt, Kraftstoffverbrauch und Transporteffizienz", berichtet Bengt Johannesson. Jeder dieser Eigenschaften ist ein eigener Spezialist zugewiesen, der oder die die Aufgabe hat, die Ergebnisse in jedem Testabschnitt zu messen und auszuwerten. Insgesamt sind dabei also 32 Testspezialisten tätig. „Wird das Fahrzeug in einem Bereich den Anforderungen nicht gerecht, müssen die Konstrukteure von Volvo unverzüglich eine Lösung finden, die danach in neuen Tests ausgewertet wird - branchenintern bezeichnet man dies als „Loop".   Besonders harte Tests für den Volvo FMX „Die Tests sehen natürlich für die verschiedenen Fahrzeugtypen sehr unterschiedlich aus", berichtet  Bengt Johannesson. Ein Baufahrzeug wird ganz anders gefahren und völlig anderen Belastungen ausgesetzt als z.B. ein Fernverkehrs-Lkw, der meistens auf guten asphaltierten Straßen rollt. Daher durchlief der Volvo FMX ein erweitertes Testprogramm, bei dem das Baufahrzeug u. a. sehr viel Staub, Kies, Lehm und Wasser ausgesetzt wurde. Hinzu kamen Testfahrten in vollbeladenem Zustand - mit 26 Tonnen Schotter - auf einer speziellen Baufahrzeugteststrecke in Hällered, die Rahmen und Radaufhängung des Lkw enormen Belastungen aussetzt. „Außerdem sind Motor und Nebenantrieb bei einem Baufahrzeug besonders hart beansprucht", betont Bengt Johannesson. „Auch das spielt natürlich bei der Festlegung des Testprogramms mit hinein."   Erwartungen übertroffen Wie hat nun der Volvo FMX diese Tests überstanden? Ist das neue Baufahrzeug von Volvo Trucks einsatzbereit für harte kompromisslose Transporte auf den Baustellen Europas? „Zweifellos", bestätigt Patrik Lessmark. „Das neue Fahrzeug basiert zwar auf einer bereits bewährten Konstruktion, aber der Volvo FMX hat dennoch unsere Erwartungen in mehrfacher Hinsicht weit übertroffen. Die Testfahrer schätzen besonders den Komfort, und die Fahrbarkeit auf schlechtem Untergrund ist fantastisch - nicht zuletzt dank unseres neuen Software-Pakets für das I-Shift-Getriebe." „Mit Spannung erwarten wir jetzt, wie der Volvo FMX auf dem Markt angenommen wird. Meine Kollegen und ich sind uns aber sicher, dass kein Kunde enttäuscht wird", sagt Patrik Lessmark. Einige der wichtigsten Testmomente, die der Volvo FMX auf der Teststrecke Hällered Proving Ground absolvieren musste: Befahren von Steigungen. Der Lkw fährt vollbeladen unterschiedliche Steigungen hoch und Gefällestrecken herunter. Motor und Kraftübertragung werden dabei hohen Belastungen ausgesetzt, indem das Fahrzeug wiederholt vollbeladen am Berg anfahren muss. Waschbrett. Ein Streckenabschnitt, bei dem das Fahrzeug vertikale Schüttelbewegungen mit verschiedenen Frequenzen wegstecken muss. Zur Auswertung von u. a. der Haltbarkeit, Montagequalität und Geräuschpegel im Fahrerhaus. Dieser Test wird mit vollbeladenem und unbeladenem Fahrzeug gefahren. Belgisches Pavé. Ein Streckenabschnitt, der eine ungleichmäßige, mit Pflastersteinen belegte Landstraße simuliert. Hierbei kommt es zu einem kontinuierlichen Schütteln des Fahrzeugs mit verschiedenen Frequenzen vertikal und seitlich - äußerst belastend für Federung, Radaufhängung, Lenkung, Radlager und Fahrerhausaufhängung. Dieser Test wird sowohl vollbeladen als auch mit unbeladenem Fahrzeug gefahren. Fugen. Das Fahrzeug überfährt mit hoher Geschwindigkeit eine tiefe Senkung im Straßenbelag. Dies setzt u. a. Federung, Radaufhängung, Lenkung, Radlager und Fahrerhausaufhängung schockartigen Belastungen aus. Dieser Test wird sowohl vollbeladen als auch mit unbeladenem Fahrzeug gefahren. Wassergraben. Das Fahrzeug durchfährt einen tiefen Wassergraben, der mit einer Mischung von Salzwasser und feinem Lehm gefüllt ist. Das Rezept ist von Volvo sorgfältig spezifiziert. Dieser Test setzt Fahrzeugunterseite und Verkabelung erheblicher Verschmutzung, Spritzwasser und Korrosionsgefahr aus. Baustellen-Fahrstrecke. Eine 750 Meter lange, stark wellige Teststrecke, die mit ihren vielen Höckern und Schlaglöchern einer typischen unbefestigten Baustelle gleicht. Auch hier wird das Fahrzeug voll beladen gefahren. Dieser Test setzt Rahmen, Radaufhängung und alle mechanischen Verbindungen hohen Belastungen aus.

Datum

6. Mai 2010
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