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Foto: Thomas Küppers

Digital Video Broadcast

Fernsehen im Lkw per DVB-T2 HD

Auf Rastplätzen sind die Nächte lang – und oft langweilig. Die Neuauflage des "Antennenfernsehens", DVB-T2 HD, verspricht Unterhaltung in extrascharfer Bildqualität. Eine Alternative für Berufskraftfahrer?

Das klassische Fernsehen hat Konkurrenz bekommen: Mit Amazon Prime, Googles Chromecast, Netflix und vielen anderen Streaming-Diensten kommt das Wunschprogramm übers Internet ins Wohnzimmer. Theoretisch klappt das auch auf dem Rastplatz in der Fahrerkabine. Praktisch weiß jeder, dass schnelles Internet per Mobilfunk nicht überall funktioniert – und viel kostet. Streaming-Dienste unterwegs – vielleicht noch im Ausland – zu nutzen, dürfte die Gehälter der meisten Kollegen übersteigen. Macht nix: Es gibt ja das herkömmliche Fernsehen. Praktisch überall in Europa wurde die früher übliche analoge TV-Ausstrahlung abgeschaltet – die Nachfolger heißen DVB (Digital Video Broadcast, also digitale Fernsehübertragung). Kommen Bild und Ton über erdgebundene ("terrestrische") Sendemasten, spricht man von DVB-T; die Satellitenvariante heißt DVB-S. DVB-T gibt’s in Deutschland seit Dezember 2002 – der eine oder andere wird es schon kennen und unterwegs nutzen. Altes DVB-T wird nach und nach ausgeschaltet Ende März 2017 wurde in Deutschland mit viel Rummel der Nachfolger DVB-T2 HD eingeführt. Bis das Netz komplett ausgebaut ist, wird es 2019 – und auch dann erreicht es nicht alle Ecken des Landes. Wo DVB-T2 HD verfügbar ist, wird das alte DVB-T abgeschaltet. Da stellt sich für Fernfahrer die Frage: Ins neue System investieren oder via Satellit schauen, also DVB-S? Ein bisschen Technik vorweg: Für jede Art TV-Signal braucht man die passende Antenne, ein Empfangsteil ("Receiver"), welches die jeweiligen Signale versteht, und einen Bildschirm, der das Programm zeigt. Modernste Fernseher (die gibt es ebenso mit 12-Volt-Stromversorgung) haben alle DVB-Receiver eingebaut – hier fehlt lediglich noch die passende Antenne. An ältere Fernseher schließt man den passenden Empfänger an. Alternativ geht es auch mit einem Laptop, der per USB mit einem entsprechenden Receiver verbunden wird. Bei der Antenne ist DVB-T2 HD im Vorteil: Hier reicht eine Stabantenne. In guten Empfangslagen genügt es dann, die hinter der Scheibe auf dem Armaturenbrett aufzustellen, ansonsten auf dem Lkw-Dach. Aber guten Empfang gibt es eben nicht überall: DVB-T2 HD konzentriert sich auf die Ballungsräume und nicht auf die Autobahnen; die dünn besiedelten Lagen der Republik bleiben, was die terrestrische TV-Versorgung angeht, das Tal der Ahnungslosen. Zudem bügelt die digitale Übertragung zwar kleinere Störungen fehlerfrei aus. Da der Empfang per Stabantenne technisch gesehen jedoch nur Behelf ist, kann es schon von dem konkreten Stellplatz auf der Raststätte abhängen, ob man noch ein sauberes Signal empfängt oder nicht. Auch vorbeifahrende Kollegen können den Unterschied machen zwischen "geht noch" oder eben "geht nicht mehr".

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Dieser Artikel stammt aus Heft FERNFAHRER 09/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

Datum

8. August 2017
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