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Ruf nach festen Standards

Pema-Geschäftsführer Peter Ström im Interview: Werkstattstrukturen und Verfügbarkeit in Deutschland und Europa.

Herr Ström, Transporteure setzen, trotz des großen Angebots an Service-Verträgen und Werkstätten, zum Teil immer noch auf die eigene Werkstatt. Woran liegt das ihrer Meinung nach? Peter Ström: Viele Unternehmen verfügen noch traditionell über Werkstattpersonal, diverse Pflegearbeiten und Kleinschäden fallen tagtäglich an. Besonders bei Fahrzeugen mit besonderen Aufbauten oder Techniken besteht der Bedarf an eigenem Technikpersonal weiterhin. Je nach Transportsegment werden die Zeitfenster in denen geliefert werden muss immer enger. Gleichzeitig werden Fahrzeuge und die Dokumentation der Lieferung immer Komplexer. Für welches Transportsegment kann sich eine eigene Werkstatt ihrer Meinung nach rentieren? Ström: Tank- und Silotransporte sowie Fahrzeugtransporter sind nach unserer Ansicht mit besonderem Augenmerk zu behandeln. Versierte Techniker finden sich auch im Werkstättennetz nur bei den Standorten, an denen genügend Fahrzeuge stationiert sind. Welcher Transporteur ist mit einem Service-Vertrag besser bedient? Ström: Überregionale Transporteure mit wechselnden Routen sind mit der Absicherung über Serviceverträge sehr gut unterwegs. Kann eine hauseigene Werkstatt den nötigen Servicebedarf überhaupt abdecken? Ström: Mit Hinsicht auf die Aufbauten und Sondertechnik in jedem Falle ein Ja, die Serientechnik jedoch nicht mehr. Es bedarf zu hoher Invests in Sonderwerkzeuge und Schulungen, die immer geringere Anzahl der Schäden pro Fahrzeug und die langen Wartungsintervalle stellen auch die Herstellergebundenen Werkstätten vor große Herausforderungen. Zwar gibt es mehr Fahrzeuge im Markt, jedoch reduzieren sich die Anzahl der Arbeiten stetig weiter. Insofern sind sie gezwungen mehrere Marken an einem Standort zu reparieren weil sich das Invest für ihre Werkstatt sonst nicht mehr auszahlt. Wo liegen die Vorteile und Nachteile einer eigenen Werkstatt? Vorteil ist nach wie vor das für die eigene Werkstatt kein anderer Kunde wichtiger ist. Die Lagerhaltung und die Auslastungsplanung kann ganz individuell nach den eigenen Fuhrparkbedürfnissen orientiert werden ohne Rücksicht auf eine Allgemeinheit nehmen zu müssen. Klarer Nachteil dürfte der hohe Invest in Halle, Ausrüstung und Personal sein. Wenn sich im Unternehmen noch weitere Möglichkeiten zur Auslastung finden, wie zum Beispiel Gabelstapler und Palettenwagen, ist das sicherlich sinnvoll. Wo liegen die Vorteile und Nachteile einer Service-Werkstatt? Ström: Die Servicewerkstatt muss immer für alle Kunden verfügbare Kapazitäten haben, stets gut geschultes Personal und moderne Ausrüstung. Das Lager soll mindestens die 1.000 am häufigsten benötigten Ersatzteile vorrätig haben und den Rest innerhalb von 24 Stunden geliefert bekommen.Bei gleichzeitigem Wissen um verlängerte Wartungsintervalle und ausgereifterer Technik, sowie sicherheitsbewussterem Umgang im Strassenverkehr - seit zehn Jahren stetiger Rückgang der Unfallzahlen verliert so mancher Unternehmer die Motivation an Autowerkstätten. Ab wann lohnt es sich für einen Spediteur einen Service-Vertrag abzuschließen? Ström: Bereits ab dem ersten Fahrzeug, gerade wenn sie kein Backoffice haben das sich um Auftragsvergabe, Verhandlung und Rechnungsprüfung mit diversen verschiedenen Werkstätten kümmern kann. Die Mietfahrzeuge von PEMA sind im europaweiten Transitverkehr unterwegs. Wie garantiert das Unternehmen die Termin- und Transportsicherheit seiner Kunden? Ström: Wir vertrauen auf den Einsatz von bewährten Premiumprodukten, sowohl bei den Fahrzeugen wie auch bei Reifen, Betriebsstoffen und Dienstleistern. Unsere Kunden sind bei Pema weil ihnen Qualität als Garant für gute Preis/Leistungsverhältnisse bekannt und wichtig ist. Das Mietportfolio von PEMA ist breit aufgestellt und reicht von der Standard-Sattelzugmaschine, über Lkw mit Aufbauten bis hin zum Kühlauflieger, Kippsattelauflieger, und teleskopierbaren Satteltieflader. Welche Rolle spielt der Reifen bei diesem Geschäft? Ström: Gut 70 Prozent der Pannenfälle sind auf Reifen zurück zu führen. Das sagt doch alles. Was erwarten Sie von dem Reifenhersteller ihres Vertrauens? Ström: Top Qualität, top Verfügbarkeit, top Service an jedem Ort zu jeder Zeit und top Entwicklung zur Absicherung in der Zukunft. Laufleistung, Rollwiderstand, Runderneuerbarkeit, Sicherheit, Reifenmanagement, Breakdown-Service - auf welche Kriterien legt PEMA besonders wert? Ström: Günstiger Einkaufspreis bei gleichbleibend hoher Qualität, hohe Verschleissresistenz, gute Verfügbarkeit bei Ersatzbedarf, geringe Rollwiderstände und gute Karkasse als Voraussetzung für erfolgreiche Runderneuerung. Zudem sollten die vier Reifenlebenszyklen vollständig ausnutzbar sein. An welchen Stellschrauben müssten ihrer Meinung nach Fahrzeughersteller und Zulieferer drehen, um den Service weiter zu optimieren? Ström: Die Standardisierung muss weiter voran getrieben werden, klar scheuen sich Hersteller davor zu gut vergleichbar zu sein. Jedoch entstehen Wartezeiten, hohe Invests in Ausrüstung und Lagerhaltung nur wegen der großen Vielfalt an Ersatzteilen und Schnittstellen.Hätten wir heute schon programmierbare elektronische Bausteine, könnten wir uns einen Baustein aus dem Regal nehmen und am PC definieren „das ist ab jetzt ein Blinkerrelais“ und fertig. So würden auch Materialressourcen dauerhaft eingespart und die Umwelt hat am Ende auch etwas davon. Gleiches gilt für Reifengrössen und Scheiben etc. mit mehr Vereinheitlichung steigt die Chance ein passendes Ersatzteil vorrätig zu haben.

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Knut Zimmer

Autor

Datum

5. Mai 2016
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