Die elektrische Achse von BPW ist für mittelschwere Verteilerfahrzeuge konzipiert. Zoom

BPW will auf IAA elektrisieren: Lösungen für Trailer und Transporter

BPW zeigt auf der IAA Nutzfahrzeuge 2016 den Radnaben-Generator ePower für Trailer und die elektrische Achse eTransport für Lieferwagen. 

Der Getriebehersteller BPW Bergische Achsen will die IAA-Nutzfahrzeug-Besucher buchstäblich elektrisieren. So lockt das Unternehmen aus Wiehl unter anderem mit einem Radnabengenerator namens ePower. Der versorgt alle Verbraucher im Trailer mit elektrischer Energie, die aus Rekuperation gewonnen wird. Ebenfalls auf Strom setzt BPW bei der emissionsfreien Achse eTransport, die für Verteilerfahrzeuge konzipiert ist.

Für Michael Pfeiffer, den geschäftsführenden Gesellschafter von BPW Bergische Achsen, liegt es auf der Hand, dass die Industrie nach neuen Lösungen suchen muss, um die Innenstadtversorgung zu gewährleisten. "Immer mehr große Städte wie Paris oder auch London denken darüber nach, die Zufahrt zu den Städten zu begrenzen. Selbst in der Autostadt Stuttgart denkt man mittlerweile über Fahrverbote nach", sagt er. Damit der Güterverkehr weiterhin rollen kann, arbeitet BPW daher an gleich mehreren Projekten, die mit dem Begriff eSolutions überschrieben sind.

Beim Beliefern der innerstädtischen Gebiete führt wohl irgendwann kein Weg mehr an Urban-City-Hubs vorbei. Dort würden die Sendungen dann auf Verteilfahrzeuge verladen, ist sich Pfeiffer sicher. Und damit die dann tatsächlich auch innerhalb der Stadtgrenzen fahren dürfen, "wollen wir einen Schritt weitergehen". Das Konzept für die elektrische Achse von BPW nennt sich eTransport und ist ausgerichtet auf mittelschwere Verteilerfahrzeuge bis maximal 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. "Gerade im KEP-Bereich dürfte den E-Antrieben die Zukunft gehören", erklärt der BPW-Chef. Es sei aber auch für die Zukunft durchaus denkbar, das System eTransport für schwerere Fahrzeuge auszulegen.

KEP-Transporter fahren dank eTransport emissionsfrei durch die Stadt

Achse, elektrischer Antrieb und Energiespeicherung bilden bei eTransport ein System, das sich in verschiedene Fahrzeugmodelle integrieren lässt. Der Antrieb ist emissionsfrei, rekuperiert die Bremsenergie und verbessert die Manövrierfähigkeit des Transporters, indem er die Lenkung aktiv unterstützt. Das sei vor allem im Bereich der Citylogistik von Vorteil. Das System sei damit bedarfsgerecht für die Erfüllung einer typischen Tagesmission im innerstädtischen Verteilerverkehr mit Reserven für weitere Einsätze ausgelegt. Die Aufladung sei über Nacht in wenigen Stunden möglich.

Strom für Kühl-Trailer kommt mit ePower aus Radnaben-Generatoren

Ebenfalls auf Strom setzt BPW bei Trailern – genauer gesagt bei Kühlfahrzeugen. Dabei handelt es sich um ein System zur Energierückgewinnung. Dazu wird eine Trailerachse mit zwei Radnaben-Generatoren ausgerüstet. Bei jedem Bremsen wird dann Energie erzeugt, um den Kühlkoffer zu betreiben. Damit verringere sich der Dieselverbrauch um rund 2.500 Liter pro Jahr. ePower ist, selbst mit zusätzlicher Batterie zur Zwischenspeicherung der Energie, im Vergleich zur Kühlung mittels eines Dieselaggregates gewichtsneutral. Mithilfe der Batterie kann der Kühlkoffer selbst bei einer einstündigen Fahrtunterbrechung – beispielsweise bei der Pause des Fahrers – mit dem selbst erzeugten Strom weiterbetrieben werden. Das System ist autark und kann an bestehende Achskonzepte montiert werden. 

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BPW Bergische Achsen

Datum

10. August 2016
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