Iveco Daily 4x4 13 Bilder Zoom
Foto: Thomas Küppers

Offroad-Transporter Iveco Daily 4x4

Krabbelkünstler für den Forstbetrieb

Mit dem Daily 4x4 bietet Iveco einen konsequenten Offroad-Transporter an, der mit überaus manierlichem Verhalten überrascht. Neff-Fahrzeugbau hat den Krabbler zum Pritschenwagen für den Forstbetrieb aufgerüstet.

Passend zum Einsatzzweck grün-metallic lackiert baut sich der maximal 5,5 Tonnen schwere Daily 4x4 hochbeinig vor den Hallen seiner geistigen Schöpferin auf. Julia Rhein, Chefin des Heermann-Rhein-Transporter-Zentrums bei Stuttgart, hat sich den Iveco ganz nach ihren Vorstellungen aufbauen lassen. Diese decken sich mit den Anforderungen eines Forstfahrzeugs. Während die Offroad-Technik mit permanentem Allradantrieb und größerer Bodenfreiheit serienmäßig geblieben ist, punktet der Umbau zunächst durch die bullige Optik.

Ein glänzender Rammbügel an der Front schützt im Verbund mit einem zusätzlichen Frontunterfahrschutz die Technik vor allzu massiven Ästen. Über dem Fahrerhaus thronen, ebenfalls in Edelstahl eingefasst, vier Arbeitsscheinwerfer. Zwischen den Achsen versteckt eine Teleskopklappe aus Edelstahl-Riffelblech den Ersatzrad-Mechanismus.

All-Terrain-Reifen gefallen im Gelände und auf den Straßen

Hinter dem Fahrerhaus vervollständigt der Pritschenaufbau von Neff das Forst-Ensemble. An drei Seiten lassen sich die Schläge öffnen und bieten so bequemen Zugang zur Ladefläche. Die Stirnwand ist bis zur Heckscheibe des Fahrerhauses hinaufgezogen. Hinter der Scheibe geht die Alu-Wand dann in ein Gitter über, sodass der Fahrer nach hinten uneingeschränkte Sicht genießt. Zur Optik passt die Bereifung. All-Terrain-Reifen sind für den Einsatz jenseits der Straße prädestiniert. Dennoch verhält sich der Daily 4x4 im Test angenehm ruhig auf den geteerten Zwischenetappen. Trotz der Stollen rollt der Wagen relativ komfortabel ab und auch das Geräuschniveau ist in Ordnung.

Angestammtes Terrain für den 4x4 ist allerdings das Gelände. Erster Stopp ist daher ein Waldstück mit tiefen Furchen zwischen den Bäumen. Zwar ist der Iveco bezüglich der Dimensionen definitiv kein kompaktes Gefährt. Die Spiegel – ein Zusatzspiegel an der Beifahrerseite deckt den Nahbereich ab – und die großen Scheibenflächen unterstützen den Fahrer aber bei der Fahrt durchs Geäst. Auf dem Forstweg kommt der Daily auch ohne Sperren gut zurecht. Will man die Spur indes verlassen, macht sich die Kombination aus 170 PS, 400 Nm Drehmoment und rund drei Tonnen Leergewicht bemerkbar.

Daily bezwingt die meisten Hindernisse

Wer es mit der Brechstange in der Standard-Übersetzung versucht, erntet schnell eine müffelnde Kupplung. Hier kommt die Untersetzung ins Spiel. Die lässt den Daily über die meisten Hindernisse eines Waldes tuckern. Voraussetzung: Sie passen zu den Grenzwerten des Daily: maximaler Rampenwinkel 155 Grad, Böschungswinkel hinten maximal 32 Grad. Ein in zwei Stellungen arretierbarer Rammbügel bewahrt den Aufbau an Steigungen vor dem Bodenkontakt. Mit einer maximale Wattiefe von 660 Millimetern befindet sich der Daily 4x4 in guter Gesellschaft. Mit 610 Millimetern bewegt sich beispielsweise der Mercedes Sprinter in einem ähnlichen Bereich. 

Ein Pfund ist der knappe Frontüberhang, dank dessen der Daily Winkel von 49 Grad erklimmen kann. Die maximale Steigfähigkeit beträgt 45 Grad, also 100 Prozent. Ganz so steil wie dieser Extremwert ist der Testhang nicht. Mit knapp 70 Prozent, also einem Winkel von deutlich mehr als 30 Grad und weichem Gras als Untergrund bringt die Steigung dennoch viele Allradfahrzeuge an ihre Grenzen. Ohne Sperren und Untersetzung ist allerdings für den Daily bereits am flacheren Eingang Schluss. Um die Wiese zu bezwingen, verlangt das Fahrzeug nach den technischen Helferlein: Untersetzung und jeweils eine Sperre zwischen den Rädern der beiden Achsen sowie zwischen den Achsen. Sind diese aktiviert, woran ein eindringlicher Piepton auch stets erinnert, rollen alle vier Räder im Gleichschritt und sind starr mechanisch verbunden. Im Normalfall gleichen die Differenziale Drehzahlunterschiede zwischen den Achsen und Rädern aus. Das ist nötig für reibungslose Kurvenfahrt.

Feuchtes Gras mindert die Steigfähigkeit

Größter Nachteil: Dreht ein Rad durch, fließt die Kraft durch die Differenziale zu diesem einen Rad. Die drei übrigen bleiben stehen. Im Gelände wäre dies Gift. Ein Nachteil der mechanischen Sperren ist wiederum, dass elektronische Systeme nicht arbeiten und sich in Kurven der gesamte Antriebsstrang verspannt. Das kurveninnere Hinterrad kann blockieren. Im Hang braucht der Daily aber vor allem maximale Traktion. Diese endet erst im steilsten Stück. Die Reifen haben sich mit nasser Grasnarbe gefüllt und werden zu Slicks. Auf feuchtem Gras verfehlt der Daily also seine maximale Steigfähigkeit. Doch das liegt nicht zwingend am Antriebstrang. Je nach Untergrund wäre der Daily auf Reifen mit Traktorprofil, also V-förmigen Blöcken, griffiger unterwegs. Allerdings würde das den Wagen seine gesitteten Fahreigenschaften auf der Straße kosten.

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Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 05/2016.
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Datum

14. April 2016
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