Die Eurovignette verliert weiter an Bedeutung im europäischen Straßengüterverkehr. Mit der Einführung einer kilometerabhängigen Lkw-Maut steigen die Niederlande zum 1. Juli 2026 aus dem gemeinsamen Vignetten-System aus. Für international tätige Speditionen steht dieser Schritt exemplarisch für eine Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet: In vielen europäischen Staaten werden zeitabhängige Vignetten zunehmend durch streckenabhängige Mautsysteme ersetzt. Die Eurovignette entstand Mitte der 1990er-Jahre als gemeinsames Mautsystem mehrerer europäischer Staaten. Grundlage auf EU-Ebene ist die Richtlinie 1999/62/EG. Sie legt fest, unter welchen Bedingungen Mitgliedstaaten Gebühren für schwere Nutzfahrzeuge erheben dürfen.
Eurovignette verliert Bedeutung
Das System basiert auf einer pauschalen Nutzungsgebühr. Transportunternehmen erwerben eine Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahresvignette und dürfen damit das Autobahnnetz der beteiligten Staaten innerhalb dieses Zeitraums nutzen. Die Höhe der Gebühr richtet sich unter anderem nach Achszahl und Emissionsklasse des Fahrzeugs, nicht jedoch nach der tatsächlich gefahrenen Strecke. Ursprünglich beteiligten sich Belgien, Dänemark, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande und Schweden an der Eurovignette. Ziel war eine vergleichsweise einfache Mautlösung für den internationalen Straßengüterverkehr. Mit der Einführung nationaler Mautsysteme hat sich dieses Modell jedoch schrittweise aufgelöst.
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„Mit dem Umstieg auf eine streckenabhängige Maut werden Transporte in die Niederlande tendenziell teurer“ Prof. Dr. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL)





