Quehenberger Logistics drückt bei der Elektrifizierung aufs Tempo: Bis Ende 2026 soll die Zahl der Elektrofahrzeuge in Österreich von 13 auf 24 steigen. Und damit nicht genug: Für die beiden Folgejahre plant der Logistiker bereits 50 weitere E-Fahrzeuge. Entscheidend sei allerdings nicht allein die Flottengröße, sondern vor allem der richtige Einsatz.
Flotte soll auf 74 E-Lkw anwachsen
Während die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs vielerorts noch an hohen Kosten und fehlender Ladeinfrastruktur scheitert, will Quehenberger Logistics seine elektrische Flotte kräftig ausbauen. Sollten sämtliche Vorhaben umgesetzt werden, würde die elektrische Flotte damit rechnerisch auf 74 E-Lkw anwachsen. Voraussetzung ist allerdings, dass keine Bestandsfahrzeuge zwischenzeitlich ausscheiden.
Quehenberger setzt auf Elektro statt Rückzug
Für Quehenberger ist der Ausbau Teil einer längerfristigen Strategie. Bereits 2018 beschäftigte sich das Unternehmen mit elektrischen Nutzfahrzeugen und sammelte Erfahrungen bei Fahrzeugauswahl, Ladeinfrastruktur und Einsatzplanung. „Wir sind überzeugt, dass die Elektromobilität ein wesentlicher Teil der Zukunft des Gütertransports ist“, erklärt Christian Fürstaller, CEO von Quehenberger Logistics. Deshalb werde nicht nur die E-Flotte, sondern auch die notwendige Ladeinfrastruktur ausgebaut. Nach Unternehmensangaben soll der Elektroanteil an der österreichischen Eigenflotte schon im Jahr 2027 bei 60 Prozent liegen.
E-Lkw müssen zum Einsatzprofil passen
Dass Elektro-Lkw nicht auf jeder Strecke gleichermaßen wirtschaftlich eingesetzt werden können, ist natürlich auch Quehenberger bewusst. Das Unternehmen konzentriert sich deshalb auf die urbane Distribution, planbare Routen und Transportaufgaben, bei denen sich die Ladeinfrastruktur sinnvoll in den Betriebsablauf integrieren lässt. „E-Mobilität im Güterverkehr funktioniert nicht nach dem Gießkannenprinzip“, betont Andreas Letsch, Managing Director bei Quehenberger Logistics. Entscheidend seien die genaue Analyse der Einsatzprofile, eine strategische Routenplanung und die Integration der Fahrzeuge in bestehende Logistikprozesse. Damit setzt Quehenberger auf einen pragmatischen Ansatz: Nicht möglichst viele Elektro-Lkw um jeden Preis, sondern Fahrzeuge, deren Einsatz sich mit den betrieblichen Anforderungen vereinbaren lässt.
Ladeinfrastruktur wächst mit der Flotte
Parallel zum Fahrzeugbestand soll auch die unternehmenseigene Ladeinfrastruktur erweitert werden. Geplant ist der Ausbau von Ladepunkten für Lkw und Pkw an den Standorten des Logistikdienstleisters. Damit will Quehenberger den Betrieb seiner elektrischen Flotte möglichst unabhängig von öffentlichen Lademöglichkeiten organisieren. Gerade bei regelmäßig wiederkehrenden Transporten kann das ein entscheidender Vorteil sein: Fahrzeuge lassen sich während planbarer Standzeiten laden, ohne dass zusätzliche Stopps an öffentlichen Ladestationen erforderlich werden.
Kunden sollen von E-Lkw-Erfahrung profitieren
Mit dem Flottenausbau reagiert Quehenberger nach eigenen Angaben auch auf die steigende Nachfrage seiner Kunden nach emissionsärmeren Transportlösungen. Dabei sieht das Unternehmen seine seit 2018 gesammelte Erfahrung als Wettbewerbsvorteil. Neben den Fahrzeugen selbst gehören dazu die Schulung der Fahrer, die Routenplanung und die Abstimmung der Ladeprozesse. Quehenberger Logistics gehört mehrheitlich zur Geis Gruppe, die 86 Prozent der Anteile hält. Der Logistikdienstleister mit Sitz in Straßwalchen bei Salzburg beschäftigt nach eigenen Angaben rund 4.000 Mitarbeiter an 67 Standorten in zehn Ländern.
In Kürze: die Key Facts
- Unternehmen: Quehenberger Logistics mit Sitz in Straßwalchen bei Salzburg, Österreich.
- Aktueller Bestand laut Pressemitteilung: 13 Elektrofahrzeuge in der österreichischen Eigenflotte.
- Ziel bis Ende 2026: Ausbau auf 24 Elektrofahrzeuge.
- Flottenwachstum: Plus elf Fahrzeuge beziehungsweise rund 85 Prozent gegenüber dem genannten Ausgangsbestand.
- Weitere Planung: Insgesamt 50 zusätzliche Elektrofahrzeuge für die Jahre 2027 und 2028.
- Rechnerischer Bestand bis Ende 2028: 74 Elektrofahrzeuge, sofern die geplanten Zugänge realisiert werden und keine Bestandsfahrzeuge ausscheiden.
- Angestrebter Elektroanteil: 60 Prozent der österreichischen Eigenflotte.
- Einsatzgebiete: Urbane Distribution, planbare Transportstrecken und Einsatzprofile mit geeigneter Ladeinfrastruktur.
- Ladestrategie: Ausbau unternehmenseigener Lkw- und Pkw-Ladepunkte an den Standorten.
- Wirtschaftlichkeitsansatz: Analyse der Einsatzprofile, strategische Routenplanung und Integration der Ladeprozesse.
- CEO: Christian Fürstaller.
- Managing Director: Andreas Letsch.
- Mehrheitseigentümer: Geis Gruppe mit 86 Prozent.
- Unternehmensgröße: Rund 4.000 Beschäftigte an 67 Standorten in zehn Ländern (Mitarbeiterangabe als Jahresdurchschnitt 2025 einschließlich Leiharbeitern).







