BPW Eco Pro: 20 Kilo weniger pro Achse

BPW Eco Pro für 9-Tonnen-Achsen
60 Kilo mehr Nutzlast im Dreiachser

BPW zeigt auf der IAA das neue Wheelend Eco Pro für das 9-Tonnen-Segment. 20 Kilo weniger je Achse bringen im Dreiachser folglich 60 Kilogramm zusätzliche Nutzlastreserve im Trailer.

BPW zeigt auf der IAA Transportation 2026 erstmals die Lösung Wheelend Eco Pro.
Foto: BPW

20 Kilogramm weniger pro Achse, acht Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung und ein schnellerer Service: BPW (Halle 26, Stand A30) nutzt die IAA Transportation 2026 für die Weltpremiere seines neuen Wheelends Eco Pro. Entwickelt wurde es für Trailerachsen mit neun Tonnen Achslast – und damit für eines der wichtigsten Segmente des europäischen Straßengüterverkehrs.

Komplett neu entwickelte Radendeinheit

Bei Trailertechnik entscheiden oft vergleichsweise kleine Gewichts- und Reibungsverluste über die Wirtschaftlichkeit im Alltag. Genau dort setzt BPW mit seinem neuen Wheelend Eco Pro an. Der Fahrwerksspezialist präsentiert auf der IAA Transportation 2026 in Hannover eine komplett neu entwickelte Radendeinheit für Trailerachsen mit neun Tonnen Achslast, Scheibenbremse und Einpresstiefe 120. Nach Angaben von BPW spart die neue Konstruktion 20 Kilogramm pro Achse. Bei einem klassischen dreiachsigen Auflieger ergibt sich damit eine zusätzliche Nutzlastreserve von 60 Kilogramm.

Mehr als 100 Kilo weniger im Dreiachser

Noch deutlicher fällt die Gewichtsersparnis in Kombination mit weiteren Leichtbaukomponenten von BPW aus. Das Eco Pro lässt sich sowohl mit der Luftfederung Eco Air als auch mit Airlight 2 kombinieren. In Verbindung mit der ultraleichten Lenkerfeder Lighttube nennt BPW eine Gewichtsreduzierung von 34 Kilogramm pro Achse. Bei einem Dreiachser summiert sich das auf mehr als 100 Kilogramm. Für Flottenbetreiber kann genau das interessant sein. Weniger Eigengewicht schafft zusätzliche Nutzlastreserven – oder reduziert bei volumenbegrenzten Transporten zumindest die zu bewegende Masse.

BPW zielt auf Europas wichtigstes Achssegment

Das neue Wheelend ist bewusst nicht für eine exotische Nischenanwendung gedacht. Nach Angaben von BPW fahren mehr als drei Viertel der Trailer im europäischen 9-Tonnen-Achssegment mit Scheibenbremsen der Einpresstiefe 120. Bereits bei der Ankündigung seiner IAA-Neuheit hatte das Unternehmen Trailer mit dieser Achslast als Rückgrat des europäischen Straßengüterverkehrs bezeichnet. Auch die etablierte Eco-Air-Luftfederung ist ausdrücklich für neun Tonnen Achslast ausgelegt. Seit ihrer Einführung 2020 wurden laut BPW mehr als 200.000 zwei- und dreiachsige Trailer damit ausgestattet. BPW spricht dabei ausdrücklich von einer kompletten Neukonstruktion. Neu gedacht wurden unter anderem Scheibenbremse, Radnabe, Lagerung, Achsmutterkonzept und die Schnittstelle zwischen Wheelend und Achse.

Acht Jahre Garantie ohne Kilometerlimit

Ein weiteres Argument soll die Garantie liefern. Für registrierte Eco-Pro-Wheelends gewährt BPW acht Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Das ist insbesondere für Trailer mit hohen jährlichen Laufleistungen interessant. Die Garantie soll Betreibern mehr Planungssicherheit bei Wartungs- und Betriebskosten verschaffen. Parallel hält BPW am bekannten Eco-Serviceprinzip fest.

Demontage über zentrale Achsmutter

Beim Bremsscheibenwechsel oder anderen Arbeiten am Wheelend soll die Einheit vergleichsweise schnell demontiert werden können. Dafür setzt BPW weiterhin auf eine zentrale Achsmutter sowie eine integrierte Abziehvorrichtung. Zusätzliche Spezialwerkzeuge sollen dafür nicht erforderlich sein. Der Hersteller spricht dabei vom „Formel-1-Prinzip“. Entscheidend für Werkstätten ist weniger das Bild als die mögliche Zeitersparnis: Weniger Arbeitsschritte können Standzeiten reduzieren und zugleich mögliche Montagefehler begrenzen.

Bionische Radnabe spart Material

Auffällig ist auch die Form der neuen Radnabe. BPW setzt auf ein nach eigenen Angaben „bionisches Design“, bei dem sich die Konstruktion an natürlichen Strukturen orientiert. Material soll nur dort eingesetzt werden, wo es für die auftretenden Kräfte tatsächlich benötigt wird. Das betrifft sowohl die Radnabe als auch die Bremsscheibe. Ihre Form folgt laut BPW den jeweiligen Kraftflusslinien. Ziel ist ein möglichst geringes Gewicht, ohne Stabilität und Haltbarkeit zu beeinträchtigen.

Weniger Reibung soll Energie sparen

Neben Gewicht und Service spielt der Rollwiderstand eine Rolle. BPW behält sein gestuftes Lagersystem bei, will die Reibung in der Lagerung aber weiter reduziert haben. Ein geringerer mechanischer Widerstand bedeutet weniger Energieverlust. Bei einer Diesel-Zugmaschine kann sich das in einem geringeren Kraftstoffverbrauch niederschlagen. Bei einem batterieelektrischen Zugfahrzeug wirkt sich derselbe Effekt auf den Stromverbrauch und potenziell auf die Reichweite aus. Wie groß diese Einsparung im realen Fahrbetrieb ausfällt, beziffert BPW allerdings nicht.

Kleinserie 2027, Großserie erst 2030

Bis das neue Wheelend im großen Stil auf die Straße kommt, dauert es allerdings noch. Die IAA Transportation 2026 markiert zunächst die Weltpremiere. Eine Kleinserie ist für 2027 geplant. Die Großserienproduktion soll 2030 beginnen. Insgesamt hat BPW für die Neuentwicklung nach eigenen Angaben fünf technische Lösungen zum Patent angemeldet. Zu sehen ist das Eco Pro auf der IAA Transportation in Halle 26, Stand A30.

In Kürze: die Key Facts

  • Hersteller: BPW
  • Produkt: Wheelend Eco Pro
  • Premiere: IAA Transportation 2026
  • Stand: Halle 26, Stand A30
  • Einsatzbereich: Trailerachsen mit 9 Tonnen Achslast
  • Bremse: Scheibenbremse
  • Einpresstiefe: ET 120
  • Gewichtsersparnis: 20 kg je Achse
  • Gewichtsvorteil beim Dreiachser: 60 kg
  • Mit Airlight 2 und Lighttube: 34 kg je Achse beziehungsweise mehr als 100 kg beim Dreiachser
  • Garantie: acht Jahre ohne Kilometerbegrenzung bei Registrierung
  • Servicekonzept: zentrale Achsmutter und integrierte Abziehvorrichtung
  • Konstruktion: bionisch gestaltete Radnabe und Bremsscheibe
  • Ziel: weniger Gewicht, geringerer Rollwiderstand und vereinfachter Service
  • Kleinserie: ab 2027
  • Großserie: ab 2030
  • Patentanmeldungen: fünf technische Lösungen