Merlo Alldo: E-Transporter mit 1.000 km Reichweite

Elektro-Transporter Merlo Alldo
Bis zu 1.000 km Reichweite & Karussell-Heck

Mit der neuen Marke MeVe greift Merlo auf der letzten Meile an. Der flexible E-Transporter Alldo bietet bis zu 110 kWh Akku, Range Extender, Allradoption und ein Karussell-System für Pakete.

Merlo Alldo
Foto: Markus Bauer

Die italienische Merlo-Gruppe, vor allem bekannt für Müllsammelfahrzeuge und Spezialmaschinen, will mit dem Alldo auf der letzten Meile Fuß fassen. Dafür gründet der Hersteller mit MeVe (Merlo Vehicles) eigens eine neue Straßensparte. Basis des Alldo ist ein Plattformwagen auf einem verstärkten C-Profil-Rahmen – quasi ein erweitertes „Skateboard“. Merlo setzt auf eine „Tutto Avanti“-Architektur, bei der die Fahrerkabine komplett vor der Vorderachse platziert ist, um den gesamten Radstand als Ladefläche zu nutzen. Bis zu drei Sitze passen hinein. Gesteuert wird wahlweise von allen drei Plätzen, also mittig, als Rechts- oder Linkslenker. Der Alldo verfügt dazu über Kameraspiegel mit HD-Monitoren.

Kabinen-Ergonomie und „Clear-Walk“: Entwickelt für den Paketdienst

Die Dimensionen verheißen echte Stadttauglichkeit: 1,75 Meter breit und 5,85 Meter lang – mit einem Wendekreis, der durch eine optional mitlenkende Hinterachse noch weiter verkürzt werden kann. Für den harten Zustellalltag bietet der Alldo eine extrem niedrige Einstiegshöhe von nur 328 mm. Die elektrischen Schiebetüren schließen bündig ab und stehen seitlich nicht über. Dadurch kann der Transporter dicht an den Bürgersteig heranfahren – im Rangierbetrieb soll das Fahrzeug laut Hersteller mit geöffneter Tür bis zu 9 km/h fahren können. Klappsitze geben im Innenraum („Clear-Walk“) den Weg frei, sodass der Bote stufenlos zu beiden Seiten aussteigen kann.

Akkus bis 110 kWh oder Range Extender: Die Antriebsvarianten des Alldo

Standardmäßig rollt der Alldo als heckgetriebener Stromer vor, ist optional aber auch als Allradler erhältlich. Bei den Batterien stehen modulare Größen mit 55, 65 oder 110 kWh zur Wahl, die rein elektrisch 250 bis 500 Kilometer Reichweite ermöglichen. Ergänzend bietet Merlo eine REEV-Variante mit Range-Extender an: Hier dient ein kleiner Verbrenner samt 40-Liter-Tank als Generator, was die Gesamtreichweite auf bis zu 1.000 Kilometer schraubt. Auch beim Fahrwerk geht Merlo Pkw-Wege: Statt Starrachse und Blattfedern verbauen die Italiener Einzelradaufhängungen mit Doppelquerlenkern vorne und Schräglenkern hinten – auf Wunsch inklusive Luftfederung an der Hinterachse zum Absenken an Laderampen.

Patentiertes Hängeregal-Karussell: Effizienz bei der Paketbelieferung

Auf dem Messestand auf der IAA Transportation in Hannover zeigt Merlo neben einer Freizeit-Studie mit Huckepack-Alkoven die Fracht-Variante für die letzte Meile. Ein für die Messe montiertes Fenster im Heck offenbart die Geheimnisse des Aufbaus: Merlo hat Technik aus dem eigenen Lagerbereich adaptiert und ein Karussell aus Hängeregalen ins Heck verpflanzt. Die Idee dahinter: Der Paketbote am Steuer bekommt vom Fahrzeug automatisch direkt das nächste Paket präsentiert. Über eine Luke in der Seitenwand greift er ins Karussell und liefert sein Päckchen zeitsparend aus.

Serienstart für 2028 geplant: Design mit Ferrari-DNA

Aktuell ist der Alldo allerdings noch ein Konzept, das in den Jahren 2028 oder 2029 Serienreife erlangen soll. Immerhin: Das markante Design stammt angeblich aus der Feder des Chefs des Ferrari Centro Stile, Flavio Manzoni.