MAN Truck & Bus: Ergebnis steigt 2026 deutlich

Erfreuliche Bilanz nach neun Monaten
MAN Truck & Bus steigert Ergebnis und Absatz

MAN Truck & Bus legt bei Umsatz, Ergebnis und Absatz zu. Treiber sind das Lkw-Wachstum in Europa und der Rekord-Transporter TGE, während der Busbereich und E-Lkw-Quoten noch fordern.

MAN Truck & Bus steigert Ergebnis und Absatz
Foto: MAN

MAN Truck & Bus hat in den ersten drei Quartalen 2026 bei allen wesentlichen Kennzahlen zugelegt. Das bereinigte Operative Ergebnis stieg eigenen Angaben zu Folge auf 639 Millionen Euro, der Absatz elektrischer Fahrzeuge wuchs um 36 Prozent. Für das vierte Quartal rechnet der Hersteller allerdings mit leichten Belastungen durch Lieferengpässe.

Umsatzwachstum und Fahrzeugabsatz bei MAN im Marktvergleich

Der Umsatz von MAN stieg demnach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Das bereinigte Operative Ergebnis legte um 82 Millionen auf 639 Millionen Euro zu (9M 2025: 557 Mio. €), die bereinigte Operative Rendite verbesserte sich von 5,6 auf 6,2 Prozent. Insgesamt setzte MAN 75.400 Fahrzeuge ab, ein Plus von fünf Prozent in einem aktuell schwierigen Marktumfeld. Der Auftragseingang wuchs um acht Prozent auf 78.600 Einheiten.

Finanzvorstand Inka Koljonen zu Prognose und Lieferketten

„Auf MAN ist Verlass“, kommentierte Finanzvorständin Inka Koljonen die Zahlen. Das Unternehmen sei seit fast vier Jahren stabil unterwegs und erwirtschafte einen starken Cashflow. Das dritte Quartal sei vor allem durch ein niedriges Absatz- und Produktionsvolumen während der Sommerpause geprägt gewesen. Kurzfristig sei MAN zudem von temporären Einschränkungen bei einem Zulieferer für Truck-Komponenten betroffen, was im vierten Quartal zu geringfügigen Effekten führen werde.

MAN Lkw-Verkäufe: Europäischer Markt kompensiert Deutschland

Rein im Lkw-Bereich verkaufte MAN mit 47.385 Einheiten rund acht Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum. Das Wachstum stammt aber vor allem aus den europäischen Kernmärkten außerhalb Deutschlands. Der Marktanteil außerhalb der DACH-Region erreichte nach Unternehmensangaben den höchsten Stand seit sieben Jahren. Im für MAN besonders wichtigen deutschen Markt stagnierte der Absatz dagegen. Bei den Bestellungen in Deutschland zeichnet sich jedoch eine Belebung ab: Im dritten Quartal lagen sie um 19 Prozent über dem Vorjahr, unter anderem dank einer erfolgreichen IAA Transportation im September, so das Unternehmen.

Transporter-Verkäufe: MAN TGE erreicht neuen Rekordwert

Weiter auf Rekordkurs ist der Transporter MAN TGE. Nach neun Monaten wurden 23.390 Einheiten verkauft, knapp drei Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2025. Auch der Auftragseingang erreichte nach drei Quartalen einen Höchststand. Seit 2016 hat MAN insgesamt 200.000 TGE produziert.

Bus-Sparte und E-Reisebus MAN eCoach vor Serienstart

Schwieriger lief es im Busgeschäft. In einem hart umkämpften Umfeld gingen die Auslieferungen um sechs Prozent auf 4.620 Fahrzeuge zurück. Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen für die Serienproduktion des elektrischen Reisebusses MAN eCoach, die ersten Fahrzeuge sollen noch 2026 vom Band laufen.

Elektro-Lkw und eBusse: MAN verzeichnet Absatzplus bei E-Mobilität

Bei vollelektrischen Fahrzeugen verzeichnete MAN ein Absatzplus von 36 Prozent auf 1.480 Einheiten, davon 805 eTrucks und 675 eBusse. Das Niveau bleibt nach Einschätzung des Unternehmens allerdings noch niedrig. Insgesamt sind inzwischen mehr als 3.300 MAN eBusse in Europa im Linienbetrieb unterwegs.

Traton Group Quartalszahlen: Scania führt Konzernrendite an

Auch der Mutterkonzern Traton, zu dem neben MAN die Marken Scania, International und Volkswagen Truck & Bus gehören, legte nach einem verhaltenen Jahresstart zu. Der Umsatz der Gruppe stieg eigenen Angaben zu Folge um drei Prozent auf 33,3 Milliarden Euro, das bereinigte Operative Ergebnis um 13 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Die bereinigte Operative Rendite erreichte 6,9 Prozent (9M 2025: 6,3 %). Besonders kräftig wuchs der Auftragseingang demnach mit einem Plus von 25 Prozent auf 253.100 Fahrzeuge, getrieben vor allem von Nordamerika (Lkw: +105 %) und der Region Asien-Pazifik (+55 %). In Europa lag das Plus bei den Lkw-Bestellungen bei immerhin sieben Prozent. Innerhalb des Konzerns bleibt Scania mit einer bereinigten Rendite von 11,6 Prozent der Spitzenreiter, MAN liegt mit 6,2 Prozent unter dem Gruppenschnitt.

Traton CEO Christian Levin warnt vor EU-CO2-Strafen

Traton hält an seiner Jahresprognose fest und erwartet für 2026 ein Absatz- und Umsatzwachstum von bis zu sieben Prozent. Konzernchef Christian Levin mahnte zugleich, der Absatz von E-Lkw reiche bei Weitem nicht aus, um die CO₂-Ziele der EU zu erreichen. Dem Konzern drohten Strafen in Millionenhöhe, die notwendigen Rahmenbedingungen müssten schnell geschaffen werden.