Auf den Straßen der alten Welt, namentlich Europa, kann in Sachen Fahrerhausgröße bis dato keiner mit dem DAF XG mithalten. Doch jenseits des Atlantiks, im texanischen Peterbilt-Werk, rollt ein US-Hauber vom Produktionsband, der es nur zu gerne mit der europäischen Paccar-Konzernverwandtschaft aufnehmen möchte. Trennen die beiden roten Fracht-Boliden tatsächlich Welten oder nur ein paar tausend Kilometer Luftlinie zwischen Eindhoven und Denton? Hauber gegen Frontlenker, alte gegen neue Welt – die Dreiachs-Zugmaschinen liefern tatsächlich einen unterschiedlichen Auftritt, sind aber im Herzen vereint, zumindest was den 13 Liter großen MX-13-Motor betrifft, der die Konzernflaggschiffe antreibt.
Unterschiede beim Antrieb
Der moderne Reihensechszylinder verrichtet in beiden Trucks einen hervorragenden Job. Kultiviert, antrittsstark und sparsam. Trotzdem gibt es unüberhörbare Unterschiede. Im großen XG ist von der Arbeit des Vierventilers kaum etwas zu vernehmen. Die perfekte Aerodynamik an der abgerundeten Fahrzeugfront und eine effiziente Fahrerhausdämmung lassen den Motorsound am Fahrerplatz weitestgehend außen vor.
Ganz anders dagegen der Peterbilt. Obwohl das Triebwerk hier noch gut einen Meter weiter entfernt unter der ebenfalls aerodynamisch optimierten Motorhaube sitzt, geht es deutlich geräuschvoller zur Sache. Zum raubautzigen Sound hinter dem griffigen Peterbilt-Steuerrad kommt die spürbar rustikalere und langsamere Schaltarbeit des automatisierten TX-12-Zwölfganggetriebes im Pete dazu. Während das ZF Traxon-Getriebe im DAF feinfühlig und mit gekonnter Schaltpräzision die Gänge bedarfspräzise wechselt, rangiert der Peterbilt trotz langer Schnauze eine Nasenlänge hinter dem DAF. Der Peterbilt ist mit seiner Motorleistung von 510 PS außerdem nicht nur nominell 20 PS schwächer als der DAF, sondern bringt auch signifikant weniger Drehmoment an den Getriebeausgang.
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