88 Millionen Euro für F&E: Scania investiert in neue Teststrecke

88 Millionen Euro für F&E
Scania investiert in neue Teststrecke

Scania hat in Södertälje eine neue Testanlage eröffnet. Auf 85 Hektar und mit 17 Kilometern befestigten und unbefestigten Straßen können Ingenieure künftig neue Technologien erproben. Die Hintergründe.

Scania investiert in neue Teststrecke
Foto: Scania

Scania startet mit einer neuen Testanlage im schwedischen Södertälje durch. Die Investition beläuft sich auf rund 975 Millionen schwedische Kronen, umgerechnet knapp 88 Millionen Euro. Das Areal soll die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten der Traton Group ergänzen und ermöglicht laut Hersteller Versuche, für die bislang externe Testgelände erforderlich waren.

Neue Technologien und klassische Sicherheitstests

Neben der Fahrdynamik stehen die Erprobung von Assistenzsystemen und automatisierten Fahrfunktionen im Fokus. Dazu gehören Notbremsassistenten, Spurhaltefunktionen und Totwinkelwarner. Für Tests autonomer Fahrzeuge lassen sich außerdem Verkehrsszenarien aufbauen und schrittweise komplexer gestalten. Für die Sicherheitsentwicklung stehen unter anderem drei bewässerbare Bremsstrecken mit unterschiedlichen Reibwerten zur Verfügung: Asphalt, Beton und Basaltplatten. Damit lassen sich Bremsmanöver auf unterschiedlich griffigen Fahrbahnoberflächen untersuchen, auch bei unterschiedlichen Reibwerten auf den beiden Fahrzeugseiten. Ein Kurvenabschnitt auf der Basaltfläche ermöglicht zudem Bremsversuche während der Kurvenfahrt.

Rundkurs mit 22 Prozent Steigung als endlose Gerade

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Wiederholbarkeit der Versuche. Der Straßenbelag wurde so ausgelegt, dass er langlebig ist und dauerhaft gleichmäßige Oberflächen für vergleichbare Testergebnisse bietet – auch in überhöhten Kurven. Die ovale Strecke weist Steigungen von bis zu 22 Prozent auf. Dadurch nehmen Fahrer den Rundkurs trotz seiner geschlossenen Form als scheinbar endlose Gerade wahr. "Neue Technologien schaffen erst dann einen Mehrwert, wenn sie sich in der realen Welt bewähren", sagt Sara Forsberg, CTO und Leiterin der Markenidentitätsentwicklung bei Scania. Die Anlage verbessere die Möglichkeiten der Ingenieure, Lösungen unter anspruchsvollen Bedingungen zu testen und zu validieren.

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