Diesmal meinte es das Wetter wieder gut mit der Ländle Truckshow. Fast zu gut – auf dem großen Gelände von Vögel Transporte in Bludesch glühten Blech und Asphalt um die Wette. Mehr als 370 topgepflegte Lkw aus insgesamt 14 Nationen bildeten breite Gassen, durch die das Publikum schlendern konnte. Schon von Weitem wurden die Lkw-Fans aus Nah und Fern in gewohnter Manier von einer Sattelzugmaschine willkommen geheißen, die in luftiger Höhe am Haken eines Scheffknecht-Autokrans schwebte.
Auf die perfekte Organisation war erneut Verlass: vom Bushuttle über Security und Sanitäranlagen bis zu Speis und Trank. Kaum hatte man sein Wiener Schnitzel bestellt, stand es auch schon auf dem Tisch. Und kaum lag irgendwo eine Zigarette auf dem Boden, wurde sie von den aufmerksamen Vögel-Mitarbeitern eingesammelt. Persönliche Begrüßung und Verabschiedung der teilnehmenden Fahrer und Transportunternehmer durch die Familie Vögel – Ehrensache. Auf 16.000 beziffert Maria Vögel die Zahl der Gäste am Samstag und Sonntag.

Einzigartige Atmosphäre
Eine gute Gelegenheit für die Branche, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Das tat sie – und es wurde ihr gedankt. "Die Besucherzahl ist der Wahnsinn, die Leute sind durchweg freundlich. Das kannst du von der Atmosphäre her mit keinem anderen Festival vergleichen", lobte Mike Lawson von Modellhersteller Tekno, der den einen oder anderen Showtruck vor Ort bereits als 1:50-Miniatur verwirklicht hat.
Kunstwerke auf Rädern
Die Auflieger der Originale mussten wie immer draußen bleiben, von wenigen Ausnahmen wie dem Rüssel-Spendentruck von Scheufler, dem weinroten Scania 770 S „Conor McGregor“ von Sarantos oder dem preisgekrönten Scania 660 S "Indiana Jones" von Müller aus der Schweiz abgesehen. Auch dem FERNFAHRER-Roadshowtruck wurde diese Ehre zu Teil, diente er doch als Bühne für Moderator Merlin alias Diesel-Dieter und seinen beliebten Bonbonregen für die Kinder – der einzige Regen an diesem Wochenende. Unterstützt wurde er von Kögel-Werkstattmeister Markus Wolf und den Sonax-Markenbotschafterinnen Jessy Koch und Ines Böttcher.
Starke Scania-Präsenz
Apropos Markenbotschafter: Übermächtig präsent war die Marke mit dem Greif, alt und neu, Frontlenker und Hauber, Longline, und natürlich bevorzugt V8. Als Sahnehäubchen hatte René Seckler vom Scania-Pressestab den Red Pearl und den Chimera mitgebracht, auf einem Tieflader, versteht sich. "Wenn du da den Motor anmachst, stürmen die Leute aus allen Ecken heran", freute er sich.
Die E-Lkw kommen
Doch aller V8- und Scania-Begeisterung zum Trotz haben auch bei Vögel die ersten E-Lkw Einzug gehalten, in Form von fünf eActros 600 und sechs Ladesäulen à 400 kW an der großen, solarbedeckten neuen Lagerhalle. "Von denen, die sie fahren, wurden sie gut angenommen", berichtete Stefan Vögel. Zumal die Procabin gleich viel besser aussieht, wenn sie foliert oder, wie bei Vögel, mehrfarbig lackiert wird. Das demonstrierte auch Mercedes-Benz Trucks mit der "Retro Legend"-Edition der Procabin. Vögel-Fahrer Massimo bekam für seinen eActros obendrein einen schicken Bullfänger von Trux. Zwei der Neuen laufen im Fernverkehr, ohne Probleme, wie Stefan Vögel anmerkt, auch wenn sie gelegentlich noch absatteln müssten, um ihre Zugmaschinen laden zu können.

Für ein anderes Problem, das zunehmend ins Bewusstsein rückt – nämlich die schweren E-Achsen und die Lastverteilung beim Sattelzug – stand auf der Ländle Truckshow auch gleich die Lösung parat: der Sattelauflieger 24LTOe von Berger, der das Berger-Leichtbauchassis mit dem Aufbau des neuen Eigentümers Schmitz Cargobull verbindet. „Das Beste aus beiden Welten“, betonte Michael Heß von Berger Ecotrail. Gebaut in Tirol, mit Stirnwand und Heckportalen aus Aluminium sowie nach vorn versetzten Achsen.
Der Vögel fährt mit Kögel
Die Masse der Trailer im Vögel-Fuhrpark stammt jedoch aus Burtenbach. Ehrensache, dass mit Daniel Graf auch der Gebietsverkaufsleiter Salzburg-Tirol-Vorarlberg von Kögel vor Ort war: "Vögel ist einer der größten Kögel-Kunden in Österreich, mit über 100 Aufliegern. Da zeige ich natürlich Flagge." Von dieser guten Beziehung zeugte nicht zuletzt der Partnertruck von Vögel, FERNFAHRER und Kögel, dessen Premiere 2024 im Dauerregen etwas untergegangen war – und der jetzt umso heller strahlen konnte.











