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Krisenmodus im Transportgewerbe

Lenk- und Ruhezeiten in Europa angepasst

Foto: Autobahnkanzlei

Die Verkehrsministerien in ganz Europa beginnen im Moment, das geltende EU-Recht für die Versorgung in der Corona-Krise aufzuweichen. Lkw-Fahrer dürfen teilweise wesentlich länger auf den Straßen unterwegs sein.

In Zusammenarbeit mit Journalisten aus ganz Europa haben wir diesen Zwischenstand zusammengetragen.

Belgien:

Bis zum 31. März hat Belgien die Lenkzeiten für Fahrer von 56 auf 60 Stunden erhöht. Innerhalb von zwei Wochen erhöht sich die Stundenzahl von 90 auf 96 Stunden. Gleichzeitig darf die wöchentliche Ruhezeit verschoben werden.

Bulgarien:

Ab sofort steigt die maximale tägliche Lenkzeit von 9 auf 11 Stunden. Erst nach 5,5 Stundne ist eine Pause von 45 Minuten nötig. Die regelmäßige wöchentliche Ruhezeit schrumpft von 45 auf 24 Stunden.

Dänemark:

Die Regeln zur wöchentlichen Ruhezeit sind ausgesetzt. Zudem dürfen alle Lkw in den Großstädten in die beschränkten „grünen Zonen“ einfahren.

Deutschland:

Alles zur deutschen Sonderregelung finden Sie hier.

Finnland und Frankreich:

Stand 20.3. gibt es keine Ausnahmen von den gängigen Vorschriften. Experten gehen aber davon aus, dass bald entsprechende Vorkehrungen getroffen werden müssen.

Irland:

Bis zum 16., April hebt Irland die zweiwöchige Lenkzeit von 90 auf 112 Stunden an. Die wöchentliche Ruhezeit darf auf 24 Stunden reduziert werden. Kein Fahrer ist während bis Mitte April gezwungen, die eigentliche reguläre wöchentliche Ruhezeit einzuhalten. Die verkürzten Ruhezeiten müssen auch nicht nachgeholt werden.

Niederlande:

Wie in Bulgarien erhöht sich auch in den Niederlanden die tägliche Lenkzeit von 9 auf 11 Stunden, wöchentlich von 56 auf 60 Stunden. Bezogen auf zwei Wochen steigt die Lenkzeit von 90 auf 96 Stunden. Die wöchentliche Ruhezeit von 45 Stunden muss erst nach sieben Tagen statt nach sechs Tagen genommen werden. Diese angepassten Regelungen gelten bis 6. April.

Norwegen:

Norwegen vereinfacht die Regeln zur Lenk- und Ruhezeit radikal. Fahrer müssen regelmäßige Pausen von 45 Minuten einhalten und mindestens 9 Stunden ruhen.

Polen:

Bis zum 19. April dürfen Fahrer 11 Stunden am Tag, 60 Stunden pro Woche fahren. Wer diese Zeiten überschreitet, muss aber dennoch mit keiner Strafe rechnen.

Großbritannien:

Bis zum 16. April gelten auch in Großbritannien für besonders wichtige Transporte (Lebensmittel, persönliche Hygiene, medizinische Produkte) gelockerte Regelungen zur Lenk- und Ruhezeit. Die tägliche Lenkzeit steigt von 9 auf 11 Stunden. Die tägliche Ruhezeit sinkt von 11 auf 9 Stunden. Die wöchentliche Lenkzeit steigt von 56 auf 60 Stunden, die zweiwöchentliche von 90 auf 96 Stunden. Die wöchentliche Ruhezeit darf nach sieben statt sechs Tagen genommen werden. Allerdings muss der Fahrer nach wie vor innerhalb von zwei Wochen zwei regelmäßige wöchentliche Ruhezeiten oder eine regelmäßige und eine verkürzte wöchentliche Ruhezeit nachweisen. Die täglichen 45-Minuten-Pausen dürfen statt nach 4,5 nun nach 5,5 Stunden eingelegt werden. Fahrer müssen auf den Tachoausdrucken vermerken, warum sie die üblichen Zeiten nicht eingehalten haben.

Österreich:

Bis zum 14. April lockert auch Österreich die Regelungen. Fahrer dürfen täglich 11 Stunden fahren bei einer maximalen wöchentlichen Lenkzeit von 60 Stunden. Während zweier aufeinanderfolgender Wochen darf die gesammelte Lenkzeit bis zu 100 Stunden betragen. Erst nach 5,5 Stunden ist eine 45-minütige Pause Pflicht. Die tägliche Ruhezeit reduziert sich auf mindestens 9 Stunden. Es gilt eine wöchentliche Ruhezeit von mindestens 24 Stunden nach sechs Tagen bzw. 24-Stunden-Zeiträumen.

Achtung: Diese Flexibilisierung entbindet allerdings die Fahrer nicht von ihrer ständigen Verantwortung aus der Straßenverkehrsverordnung, ein Fahrzeug weiterhin sicher zu lenken. Trotz dieser befristeten Ausnahme sind sie jederzeit für Ihr Handeln voll verantwortlich, sollte es aus Übermüdung zu einem Unfall kommen!

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