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Björn Steiger Stiftung fordert

Lkw sollen im Stau auf die rechte Spur

Foto: ACE/Saper

Lkw sollen sofort auf die rechte Fahrspur wechseln müssen, wenn es sich staut. Das fordert die Björn Steiger Stiftung von der Politik.

Mit Blick unter anderem auf den Weihnachtsreiseverkehr fordert die Björn Steiger Stiftung, dass Lkw sofort auf die rechte Fahrspur müssen, sobald es sich staut. Grund: Muss eine Rettungsgasse gebildet werden und Lkw stehen noch auf der mittleren oder linken Spur, macht das die Gasse enger. „Das kann fatale Folgen haben“, warnt Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung. „Der Rettungswagen kommt nicht immer sofort durch. Die Rettungskräfte brauchen länger, um bei den Verletzten zu sein. Das kostet wertvolle Zeit.“

An dieser Stelle müsse der Gesetzgeber gegensteuern, erklärt Steiger. Klare Vorschriften und deutliche Sanktionen bei Verstößen können dabei helfen, das öffentliche Bewusstsein für die Notwendigkeit einer richtig gebildeten Rettungsgasse zu schärfen. Dass es bei Unfällen um Leben und Tod gehen kann, sei nicht immer allen klar oder werde schlicht verdrängt. „Es geht nicht darum, Lkw-Fahrer pauschal als Rettungsbremser hinzustellen“, ergänzt Steiger. „Oft seien es die Autofahrer, die nur an das eigene Vorankommen denken. Letztlich seien aber alle Verkehrsteilnehmer aufgefordert, umsichtig zu handeln.

DVR: Viele Autofahrer sind falsch informiert

Tatsächlich herrscht hinsichtlich der Bildung einer Rettungsgasse eine große Unkenntnis. Eine repräsentative Befragung, die im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) im November 2018 vom Marktforschungsinstitut Ipsos vorgenommen wurde, verdeutlicht das. Demnach kennen nur etwas mehr als die Hälfte der Autofahrer in Deutschland (55 Prozent) die aktuelle Regelung, wie auf Autobahnen und Landstraßen eine Rettungsgasse gebildet werden muss.

So glauben vier von zehn Befragten, sie müssten die Gasse erst dann bilden, wenn sich Einsatzfahrzeuge von hinten nähern. Tatsächlich ist dies bereits dann Pflicht sobald die Fahrzeuge mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs sind oder zum Stillstand kommen. Nur so haben die Einsatzfahrzeuge im Ernstfall freie Bahn. Besser bekannt ist offenbar, wie die Rettungsgasse zu bilden ist: Drei Viertel der Befragten wissen, dass man auf der linken Spur nach links und auf allen weiteren Spuren nach rechts ausweicht, um die Rettungsgasse zu bilden. DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner appelliert an alle Autofahrer, „die Rettungsgasse rechtzeitig zu bilden, da es in den entsprechenden Situationen häufig um Menschenleben geht". Zudem drohe ein Bußgeld von mindestens 200 Euro und zwei Punkte in Flensburg, wenn die Rettungsgasse nicht rechtzeitig gebildet wird.

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Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
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