Produktion und Logistik werden schrittweise verlagert
Der Filtrationsexperte Mann+Hummel beabsichtigt, den Standort Speyer bis spätestens Ende 2028 vollständig zu schließen. Die Produktion von Filtrationsprodukten sowie damit verbundene Logistikaktivitäten sollen schrittweise an andere Werke der Unternehmensgruppe verlagert werden. Damit würde die Fertigung in Speyer in einem mehrjährigen Prozess eingestellt.
600 Beschäftigte betroffen – Gespräche mit Betriebsrat geplant
Am Standort Speyer sind derzeit rund 600 Mitarbeitende beschäftigt, darunter etwa 400 in der Produktion und in produktionsnahen Bereichen. Das Unternehmen hat die Belegschaft über die Pläne informiert und will nun unverzüglich Gespräche mit dem Betriebsrat aufnehmen. Dabei sollen unter anderem ein möglicher Interessenausgleich sowie ein Sozialplan für die betroffenen Beschäftigten verhandelt werden. Ziel sei es, tragfähige und sozialverträgliche Lösungen zu entwickeln.
Strategische Neuausrichtung des europäischen Produktionsnetzwerks
Der Standort Speyer habe über viele Jahre wesentlich zum Unternehmenserfolg beigetragen. Die geplanten Maßnahmen seien keine Bewertung der Leistungen der Mitarbeitenden vor Ort, sondern Teil einer strategischen Weiterentwicklung des europäischen Produktionsnetzwerks.
Kostendruck, Energiepreise und schwache Konjunktur als Treiber
Als Hintergrund nennt das Unternehmen veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Europa. Schwaches Wachstum, hohe Energie- und Arbeitskosten sowie unsichere globale Handelsbedingungen erhöhten den Kosten- und Planungsdruck entlang der Lieferketten. Kunden erwarteten zugleich wettbewerbsfähige Preise und eine zuverlässige Belieferung.
Mit der Verlagerung der Produktion will Mann+Hummel Produktionsvolumen stärker bündeln und Skaleneffekte nutzen. Zudem sollen Investitionen in automatisierte Fertigungsprozesse effizienter eingesetzt werden. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Produktionsnetzwerks langfristig zu stärken und Kunden weiterhin zuverlässig zu beliefern.
Die möglichen Veränderungen würden schrittweise umgesetzt und sich bis spätestens Ende 2028 erstrecken.





