: Technik (Dakar)

.abstand { padding-top:10px; } Trucks bei der Dakar – das bedeutet stets auch interessante technische Lösungen. Neben den Motoren betrifft dies besonders auch die Achsen. Einzelradaufhängung bei Nutzfahrzeugen? Viele Jahre galt das als technisch unausgereift, zu wenig belastbar. Argumente, denen sich der niederländische Fahrzeugbauer Ginaf nicht anschließen kann. Seit Jahren verbaut man in Ederveen bevorzugt Aufhängungssysteme des irischen Anbieters Timoney in die Spezialfahrzeuge. Probleme? Fehlanzeige. Wenn es eines Beweises bedurfte, dann anlässlich der Rallye Dakar. Viele tausend Kilometer höchste Beanspruchung im Offroad-Einsatz, oft mit Volllast, ständig wechselnder Untergrund, Schläge, Wellen, Sprünge, Tiefsand. Mit neun Fahrzeugen stellte Ginaf nach MAN und Mercedes-Benz die größte Anzahl an Sportgerät – und mischte ganz vorne mit. Zwar fielen die Mitfavoriten vom Team de Rooy kurz vor Rallyehalbzeit aus. Die Einzelradaufhängungen des auf DAF CF Basis aufbauenden Ginaf X 2222 waren nicht der Grund dafür. Die Motoren hatten dem Dauerdruck nicht standgehalten. Es war das Ginaf-Team selbst, das mit mehreren Tagessiegen und Top-Ten-Platzierungen schließlich Aufsehen erregte. Die Fremdmotorisierung (Caterpillar C 18) war offensichtlich gut gewählt und die Einzelradaufhängungen stabil ausgelegt. Doch wo liegen die Vorteile der einzeln aufgehängten Räder? Da summiert sich einiges zusammen: Jeder Sprung bedeutet auch eine Unterbrechung des Vortriebs. Bleiben meine Räder länger am Boden, liegt darin schon ein wichtiger Vorteil gegenüber den Kontrahenten. Unebenheiten und Schlaglöcher steckt die Einzelradaufhängung aufgrund des unabhängigen Federungsverhaltens spürbar lockerer weg als die normale Starrachse. Das wiederum ist ein Sicherheits- und Komfortmerkmal, das auf der knapp 8.000 Kilometer langen Marterstrecke kaum ausreichend hoch zu bewerten ist. Zudem profitieren Fahrzeughandling und Fahrsicherheit genauso spürbar von den geringeren ungefederten Massen. Für die Rallyefahrer kam ein weiterer Aspekt hinzu: Für 2008 haben die Rallyeveranstalter ein neues technisches Regelwerk angekündigt. Im Ginaf- Konzept sieht die De Rooy-Crew das größere Entwicklungspotenzial. Bleibt abzuwarten, wie sich die Einzelradaufhängung unter der Extrembelastung der härtesten Rallye der Welt behaupten wird. Trendsetter sind die Rallyecracks dabei allemal. Schließlich haben ZF und ThyssenKrupp erst zur letzten IAA Konzepte für Lkw-Einzelradaufhängungen präsentiert; Einzelradaufhängungen bei Nutzfahrzeugen liegen klar im Trend. Übrigens: Kenner und Freunde der tschechischen Tatra- Lkw werden beim Lesen dieses Artikels eher müde lächeln. Schließlich baut der Traditionshersteller aus Koprivnice seit Jahrzehnten in seine Schwerfahrzeuge Einzelradaufhängungen in Form frei pendelnder Halbachsen. Den Leistungsbeweis hat das Tatra-Konzept dabei längst erbracht. Schließlich sind die Tschechen Rekordsieger bei der Dakar und auch 2007 stand mit Ales Loprais wieder ein Tatra-Treter mit auf dem Treppchen.

Datum

19. März 2007
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