MAN-Produktion München: Berufskraftfahrer-Azubis auf Werksbesichtigung

Eine Klassenfahrt mit Lerneffekt – 18 angehende Berufskraftfahrer im ersten Lehrjahr besuchten die Produktion bei MAN in München.

Zugegeben, das Bahnmuseum in Nürnberg hat auch etwas mit Logistik zu tun – aber hinter die Kulissen eines Lkw-Herstellers zu blicken ist für zukünftige Berufskraftfahrer dann vielleicht doch ein bisschen spannender. „Ach, das Museum anzudrohen war ja quasi nur ein Trick, damit meine Jungs sich selbst etwas ausdenken“, lacht Lehrer Markus Schneider. Das haben seine 18 Schüler der Klasse MBK10 der Berufsschule Roth, allesamt Auszubildende zum Berufskraftfahrer, dann auch gemacht.

Allerdings lässt sich mit magerem Lehrlingsgehalt nicht der ganz große Sprung machen, weshalb sich Klassensprecher David Fleischmann an den FERNFAHRER wandte: „Ich dachte mir, die Redaktion hat bestimmt Infos darüber, was wir bei uns in der Nähe Sinnvolles machen könnten, damit sich die Kosten in Grenzen halten. Das MAN-Werk in München zu besuchen wäre super, aber die Fahrt ist leider zu teuer.“ Doch daran soll die Förderung des in der Branche so dringend benötigten Nachwuchses nicht scheitern, beschlossen Jürgen Messmer, Marketing-Leiter bei MAN Trucks und Pressesprecher Alwin Berti.

Gesagt, getan. Am 5. Juli sammelt ein Neoplan-Bus, Markenbewusstsein muss schließlich sein, die Klasse in Roth ein und lädt sie vor dem MAN Truck Forum in München ab. Zur Begrüßung gibt es eine kleine „Unterrichtsstunde“ in Sachen Zahlen, Daten und Fakten rund um den Konzern, seine Unternehmensfelder und Produkte.

„So ein Efficient Line, was kost’ denn der dann mehr?“, kommt dazu gleich eine ganz praxisnahe Frage von den Fahrern in spe. Da ist Marketeer Messmer in seinem Element und dröselt – jugendkompatibel – die Total Cost of Ownership auf. Fachbegriffe pauken leicht gemacht.

Von Station zu Station nimmt der Lkw Form an

Anschließend geht es auf der anderen Straßenseite weiter mit der Besichtigung. „Meine Herren, wir beginnen – genau hier“, sagt Werksführer Bernd Lex und deutet auf die ersten und grundlegenden Bauteile eines MAN, die passenderweise vor dem Besucher- Terminal liegen – eine Trailerladung Rahmenteile. Just in time angeliefert und vor das richtige Hallentor platziert. Von hier startet nach einer kurzen Einweisung mit Hinweis auf die hilfreiche gelbe Sicherheitslinie am Hallenboden der Rundgang.

Zeitgleich wandern die Rahmenteile in die Produktion und schon röhren die Schrauber und Nietgeräte, mit denen die Arbeiter der Baugruppe die Teile zusammenfügen. Auf dem großen Bildschirm darüber läuft die Taktuhr. Nach knapp sieben Minuten „fährt“ der fertige Unterbau in Richtung Achsträger-Montage weiter, die Azubis wandern mit.

Von Station zu Station nimmt der Lkw Form an und Bernd Lex – ein wahres MAN- „Lex-Ikon“ – erklärt in aller Ausführlichkeit die Arbeitsschritte und was warum, wann und wie gemacht wird. Zum Beispiel, dass der Rahmen zuerst verkehrt herum gefertigt, mit Anbauten versehen und dann gewendet wird: weil die Monteure zur Erleichterung nicht über Kopf arbeiten. Nach dem Rundgang im Werk und einem Mittagessen steht noch eine kleine Runde durchs Truck Forum an, wo neben Firmenhistorie und Cockpitsimulator auch neue MAN zum Einsteigen und Probesitzen einladen.

„Diese Klasse hat eh schon einen super Zusammenhalt, obwohl Schüler von 16 bis 25 Jahren bunt gemischt sind. So ein gemeinsames Erlebnis ist das Tüpfelchen auf dem i“, freut sich Markus Schneider. Doch seine Jungs sehen ein Problem: „Jetzt bleibt bloß die Frage, wie wir das zur Abschlussfahrt in zwei Jahren noch toppen sollen?“

Datum

18. September 2012
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