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: Der Winter war ein gutes Geschäft

Das Jahr 2009 hat beim ADAC Truck Service zu einem Rückgang der Einsätze von 110.000 auf 93.000 geführt. Damit schlägt sich die Krise in Wirtschaft ...

und Speditionsgewerbe direkt in der Einsatzstatistik des Pannendienstleisters nieder. Der harte Winter 2009/2010 hat bei dem Serviceunternehmen aus Laichingen jedoch wieder für Hochbetrieb gesorgt. Geschäftsführer Werner Renz sprach im traditionellen Redaktionsgespräch von FERNFAHRER.de über die Gründe, warum Speditionen oft schlecht vorbereitet in die kalte Jahreszeit starten und moderne Elektronikbauteile weniger reparaturanfällig sind, als allgemein angenommen. FERNFAHRER.de: Herr Renz, der Winter war hart und die Straßenverhältnisse schlecht. Der ADAC Truck Service musste sicherlich häufig ausrücken? Renz: Was für die Transporteure ein Hindernis war, hat natürlich positiv zu unserem Geschäft beigetragen. Das Pannenvolumen lag in diesem Winter 20 Prozent über dem Durchschnitt. Hinzu kam, dass wir erstmals auch richtige Winterfälle in Regionen hatten, die eigentlich nicht dafür bekannt sind - etwa in Spanien. FERNFAHRER.de: Kann man denn unter diesen Bedingungen das eigene Serviceversprechen noch zu hundert Prozent erfüllen? Renz: Es hat bei uns auch in diesem Winter gut funktioniert, die Pannenfahrzeuge in möglichst kurzer Zeit wieder fit zu machen. Unsere Servicepartner wurden von den Wetterkapriolen kaum überrascht. Das liegt daran, dass unsere Partner auf Wintereinsätze gut eingestellt sind und das Wetter mittlerweile sehr präzise vorhergesagt wird. FERNFAHRER.de: Die Speditionen schienen hingegen nicht immer optimal auf den Winter vorbereitet zu sein? Liegt es nicht in deren Verantwortung, mehr für die Wintertauglichkeit ihrer Fahrzeuge zu tun? Renz: Grundsätzlich sehen wir das auch so. Doch man muss auch sehen, dass Termin- und Kostendruck es heutzutage manchmal praktisch unmöglich machen, rechtzeitig alle Wartungen und Vorkehrungen für den Winter vorzunehmen. Auch bei den Winterreifen lassen die Umrüstquoten oft zu wünschen übrig. Das liegt zum Beispiel daran, dass die gesetzlichen Verordnungen zu viel Spielraum lassen. Wir empfehlen den Transporteuren auf jeden Fall, rechtzeitig einen Winter-Check durchzuführen und geben dazu die notwendige Unterstützung. FERNFAHRER.de: Wie lange benötigen sie durchschnittlich, um ein Pannenfahrzeug wieder flott zu bekommen und welche Nutzfahrzeuge sind hauptsächlich von Pannen betroffen? Renz: Das hängt von der Art der Panne ab. Die durchschnittliche Standzeit beträgt hierzulande 2,5 Stunden. Ein Radwechsel oder die Starthilfe sind ab Auftragsannahme in ein bis zwei Stunden erledigt. Komplexere Probleme nehmen allerdings mehr Zeit in Anspruch. 80 Prozent der Panneneinsätze absolvieren wir bei Lkw über 7,5 Tonnen. Der Rest verteilt sich auf leichtere Fahrzeuge. FERNFAHRER.de: Elektronische Bauteile werden in Lkw immer wichtiger. Gibt es auch eine Zunahme der Pannen in diesem Bereich? Renz: Grundsätzlich müssen wir in jüngster Zeit mehr Reparaturen an Elektronikbauteilen durchführen. Das liegt jedoch nicht an deren Unzuverlässigkeit, sondern schlichtweg daran, dass in modernen Lkw mehr solcher Teile verbaut werden. Bei den modernen elektronischen Assistenzsystemen können wir derzeit keine besonderen Anfälligkeiten feststellen. Daher unterstützen wir deren Einbau in Lkw auch nachdrücklich. Wir selbst versuchen immer wieder mit gutem Vorbild voranzugehen. So benutzen wir schon seit 2006 ein markenübergreifendes elektronisches Diagnosesystem, mit dem wir mittlerweile 96 Prozent aller Pannen im Vorfeld erkennen und beheben können. TIPP für Dekra-Mitglieder: Dekra und der ADAC Truck Service bieten Dekra-Mitgliedern Sonderkonditionen an. Dazu gehört beispielsweise ein Nachlass von zehn Prozent auf Pannenhilfeleistungen in Deutschland. Darüber hinaus belohnen die beiden Unternehmen den Abschluss eines Lkw-Schutzbriefs mit einem Tankgutschein im Wert von 25 Euro. Der Schutzbrief deckt mit einem Festpreis ein Jahr alle Pannenhilfekosten ab. Er gilt fahrzeuggebunden (Truck und/oder Trailer) für Pannen in ganz Europa. Von der Schutzbriefdeckung ausgenommen sind Material- und Teilekosten sowie Berge- und Abschleppleistungen. Die Absicherung eines Trailers ist so schon ab 126 Euro Jahresprämie möglich. Beratung zum Schutzbrief erhalten Interessierte über die Hotline 0 73 33/ 80 84 60 oder per E-Mail über dekra_schutzbrief(at)adac-truckservice.de. Text: Georg Weinand Datum: 03.03.2010

Datum

3. März 2010
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