Wegen Baustellen: Kombiverkehr verliert an Menge

Wegen Baustellen und Wirtschaftslage
Kombiverkehr verliert an Menge

Der Frankfurter KV-Operateur Kombiverkehr schlägt Alarm: Neben der Wirtschaftslage hat die desaströse Situation im deutschen Schienennetz zu einem weiteren Rückgang der Sendungsmengen in 2025 geführt. Ein intensiverer Dialog mit der Politik soll Bau und Betrieb des Netzes wieder ins Lot bringen.

Kombiverkehr verliert an Menge
Foto: Kombiverkehr

Hohe Ausfallquote wegen Bauarbeiten und Netzqualität

Bei der Gesellschafterversammlung in Berlin machten die Verantwortlichen deutlich, wie stark der Sektor von äußeren Faktoren beeinflusst ist. Aufgrund des Zustandes des Schienennetzes und bei den Terminals, aber auch als Folge der massiven Bauarbeiten etwa im Rahmen der Korridorsanierung konnten 2025 rund 4.000 bestellte Züge nicht fahren. Laut Kombiverkehr-Geschäftsführer Armin Riedl lag die Ausfallquote zwischen 15 und 17 Prozent.

Problematischer Einsatz bei InfraGO

„Bauen und Betrieb passen bei der InfraGo aktuell nicht zusammen“, sagte Riedl zu den massiven Problemen, die der Operateur bei der Durchführung seiner Verkehre tagtäglich erfahre. Aktuelles Beispiel sei der Ausfall des Zugfunksystems diese Woche. Dieser führte demnach auch im Kombinierten Verkehr zu einem Stillstand.

Während der Personverkehr aber schon im Laufe des Tages wieder leidlich funktionierte, wird der Kombinierte Verkehr noch länger daran arbeiten, im Rahmen eines „recovery process“ sicherzustellen, dass alle Verkehre wieder einigermaßen laufen, sagte Heiko Krebs, ebenfalls Geschäftsführer bei Kombiverkehr. Ungeachtet dessen habe die Die InfraGo bereits angekündigte außerplanmäßige Bauarbeiten in München wie angekündigt gestartet. „Unverständlich“, so Kombiverkehr-Geschäftsführer Armin Riedl.

2025 machte dem Kombinierten Verkehr aber auch die strukturelle Schwäche zu schaffen, wie Kombiverkehr-Verwaltungsratspräsident Ulrich Maixner betonte: eine hohe Exportabhängigkeit sowie hohe Energiekosten, hohe Betriebs- und Trassenpreise und eine reduzierte öffentliche Förderung für den Schienengüterverkehr.

Dass wichtige Industriebereiche wie Chemie und Automobil unter Druck stehen, führte zu einem insgesamt geringeren Frachtaufkommen, sagt Maixner. Darunter litt der Schienengüterverkehr, während der Straßengüterverkehr profitierte, wenn auch der Zuwachs begrenzt blieb.

Das Gesamtergebnis der Verkehrsentwicklung bei Kombiverkehr 2025

  • Transportmenge: 665.981 Sendungen
  • Veränderung gegenüber 2024: -13,5 Prozent
  • Verkehrsleistung: 13,35 Milliarden Tonnenkilometer
  • Veränderung gegenüber 2024: -10,3 Prozent

Nationaler Verkehr

  • Transportmenge: 155.408 Sendungen
  • Veränderung gegenüber 2024: -14,2 Prozent
  • Inklusive Verkehre von und nach den Ostseehäfen Kiel, Lübeck und Rostock

Internationaler Verkehr

  • Transportmenge: 510.573 Sendungen
  • Veränderung gegenüber 2024: -13,3 Prozent
  • Absoluter Rückgang: 78.003 Sendungen

Größte Verkehrssegmente

  • Südeuropaverkehr: 277.770 Sendungen (-5,8 Prozent)
  • Nordeuropaverkehr: 85.807 Sendungen (-19,4 Prozent)

Laut Armin Riedl machte 2025 unter anderem die Strecke München-Rosenheim Sorgen, Vollsperrungen und Baustellen bereiteten aber auch in Norddeutschland Probleme. Aber auch international gab es Rücksetzer, etwa bei den Verkehren in Richtung Frankreich und Spanien: Wegen Sperrungen etwa auf der Strecke Irun-Madrid verzeichnete Kombiverkehr einen entsprechenden Sendungsverlust, in Richtung Süddosteuropa sorgte eine achtmonatige Sperrung des Tauerntunnels in Österreich für intensive Umwegverkehre und Sendungsverluste.

Nachfrageanstieg durch Dieselschock

Mindestens seit März 2026 ist laut Armin Riedl aber die Nachfrage nach Produkte durch den Dieselschock wieder gestiegen, was doch erhebliche Ladungsmengen in das Netz eingespült habe; im April und Mai verzeichnete Kombiverkehr daher gute Auslastungszahlen.

Neuverkehre geplant

Im Lauf des Jahres plant Kombiverkehr dann auch wieder einige Neuverkehre für seine Kunden: etwa von Duisburg–Raum Barcelona, Antwerpen–Duisburg, Hamburg–München ab September und - ebenfalls ab September, Duisburg–Malmö.

Geplante Relationen sind außerdem Wels–Wien–Budapest, Duisburg–Verona, Rostock–Melzo sowie Augsburg–Verona.

Eine weitere positive Nachricht für die Kunden: Über das Kundenportal können die Kunden jetzt Auskunft über die CO₂- Emissionen des einzelnen Transportauftrags generieren. In Zusammenarbeit mit dem Anbieter Shipzero können die Emissionen auf der gefahrenen Strecke bereits innerhalb 24 Stunden nach Transportende im Portal aufgerufen werden und ein entsprechendes Zertifikat erstellt werden.

Eine Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart

Nach eigenen Angaben sparte Kombiverkehr vergangenes Jahr mit mehr als 2.600 tägliche Fahrten auf der Schiene insgesamt eine Million Tonnen CO₂-Äquivalente ein.

Weitere wirtschaftliche Kennzahlen 2025:

  • Umsatz: 398,4 Millionen Euro
  • Veränderung gegenüber 2024: -36,2 Millionen Euro
  • Jahresüberschuss nach Steuern: rund 762.000 Euro