Auf der IAA Transportation 2026 stehen die Trends der Nutzfahrzeugindustrie im Mittelpunkt. Zulieferer wie Bosch und Knorr-Bremse zeigen unter anderem, welche Entwicklungen es bei der Automatisierung gibt. Vom Trend der Automatisierung sind Roboter nicht wegzudenken – vor allem humanoide Roboter weisen den Weg in die Zukunft.
Studie zum Einsatz von humanoiden Robotern in der Logistik
Im Vorfeld der IAA Transportation 2026 hat das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) daher eine neue Studie zum Einsatz von humanoiden Robotern in der Logistik vorgestellt. Humanoide Roboter sollen bestehende Automatisierungslösungen ergänzen. Sie stehen laut Fraunhofer IML für eine neue Generation der Automatisierung in der Logistik.
Das Fazit der Studie: Humanoide Roboter werden primär als flexible Mehrzweckroboter für bestehende Arbeitsumgebungen verstanden und es kommt auf den spezifischen Anwendungsfall an. Der technologische Reifegrad reiche noch nicht für einen breiten Einsatz aus. Besonders bei Handhabung, Robustheit, Sicherheit und Prozessintegration bestehe erheblicher Entwicklungsbedarf.
Roboter von Neura Robotics und Bosch aus Deutschland
„Humanoide Roboter benötigen eine völlig andere Intelligenz. Sie müssen sich dynamisch orientieren, Entscheidungen treffen und sich ständig an wechselnde Umgebungen und Aufgaben anpassen. Ihre Software basiert auf modularen, KI-gestützten Architekturen, die unterschiedliche Fähigkeiten miteinander verbinden – Wahrnehmung, Greifen, Navigation, Interaktion“, sagt Prof. Dr. Alice Kirchheim, Institutsleiterin am Fraunhofer IML.

Bosch hat anlässlich der Bosch Connected World 2026 mit seinen Partnern eine Roboterhand auf einem humanoiden Robotersystem integriert.
China strebt im Bereich humanoider Robotik die Marktführerschaft an. Doch auch in Deutschland geht es voran. Das Robotikunternehmen Neura Robotics aus Metzingen und Robert Bosch Robotics – eine Tochtergesellschaft des Technologieunternehmens Bosch (Halle 19/20) – haben ihre strategische Technologie- und Entwicklungspartnerschaft verkündet. Sie wollen aus Deutschland heraus die industrielle Skalierung von humanoider Robotik und Physical AI gemeinsam vorantreiben.
Vier Use Cases für softwaregetriebenen Transport
Bosch präsentiert auf der IAA Transportation 2026 zudem vier Use Cases für softwaregetriebenen Transport: „Compute“, „Energy & Motion“, „Software & Connected Services“ sowie „ADAS“. Hinter „Compute“ verbergen sich leistungsstarke Fahrzeugrechner und vereinfachte Elektronik. Damit macht Bosch nach eigenen Angaben komplexe Lkw-Systeme beherrschbar. „Compute“ kann potenzielle Bauteilausfälle vorhersagen. Dadurch erhöhen sich Sicherheit und Verfügbarkeit.
Bei „Energy & Motion“ führt Bosch Antrieb, Bremse und Lenkung zu einer intelligenten Einheit zusammen. Vorausschauende Streckendaten führen demnach zu einer effizienten und harmonischen Fahrt, entlasten den Fahrer und senken die Betriebskosten.
Fahrzeuge mit der Cloud vernetzen
Das schlüssellose Flottenmanagement „Software & Connected Services“ vernetzt Fahrzeuge mit einer Cloud. Logistikprozesse sollen vollständig digitalisiert sein, physische Schlüssel gehören der Vergangenheit an. Die intelligenten Fahrerassistenzsysteme (ADAS) überwachen per Radartechnologie und mit Kamerasystemen die Fahrzeugumgebung in Echtzeit mithilfe künstlicher Intelligenz (KI).
Der Bremsenhersteller Knorr-Bremse (Halle 12/C21) nimmt auf der IAA Transportation 2026 unter anderem Automatisiertes Fahren, Konnektivität und Verkehrssicherheit in den Fokus. Das redundante Bremssystem (rGSBC) und das vollelektrische Lenksystem (EPS) sowie deren redundante Ausführung (rEPS) führen zu einer kontrollierten Fahrzeugführung und laut Knorr-Bremse zu Mission-Complete-Funktionen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verkehrssicherheit. Der Hersteller präsentiert in Hannover Technologien auf dem Weg hin zu einer unfallfreien Zukunft des Straßenverkehrs – von hochmodernen Bremssystemen bis zu fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen (Knorr-Bremse Fusion Front und Side ADAS). Sie entschärfen gefährliche Situationen und tragen so zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr bei.
360°-Sicherheitskonzept vereint Sensorik, Wahrnehmung, Bremsen und Lenkung
An ihren Ständen und auf dem Freigelände zeigen die Zulieferer ZF Group und Aumovio ihre Lösungen für automatisiertes und vernetztes Fahren. Bei ZF (Halle 21/B42 und Freigelände/D64) steht ein skalierbares 360°-Sicherheitskonzept, das Sensorik, Wahrnehmung, Bremsen und Lenkung zu einem abgestimmten System vereint, im Mittelpunkt. Das Konzept bezieht mithilfe einer Automotive-Ethernet-Kommunikationsschnittstelle den Anhänger mit ein. Die Sensordaten (Radar und Kamera) von Lkw und Anhänger werden zu einem Umgebungsmodell zusammengeführt.
Aumovio ist zum ersten Mal auf der IAA Transportation
Das Technologieunternehmen Aumovio (Halle 11/D06 und Freigelände/R61) stellt zum ersten Mal auf einer IAA Transportation aus. Das Spin-off des Reifenherstellers Continental wurde 2025 gegründet. Als seine vier Fokusbereiche nennt Aumovio Effizienz, softwaredefiniertes Fahrzeug (SDV), sicher & autonom sowie die Elektrifizierung.
Für Effizienz sorge VDO Fleet Services, das vertrauenswürdige Fahrtenschreiberdaten sicher in die VDO Fleet Cloud überträgt. Über einen Link sind Fahrer- und Fahrzeugdaten aus der Ferne und in Echtzeit für Disposition, Routenplanung, Maut- und Compliance-Workflows verfügbar. Bei SDV verspricht Aumovio eine kontinuierliche Fahrzeugentwicklung durch skalierbare SDV-Architekturen. Radar-, Kamera- und Rechenleistung führen im Bereich des sicheren und autonomen Fahrens zu einer skalierbaren Informationsebene, die heute schon die Sicherheit erhöhe und künftig autonomes Fahren ermögliche.






