Metro Logistics steuert Energie mit KI

Energiemanagement bei Metro Logistics
Wie KI die Kühlung und E-Stapler steuert

Metro Logistics setzt an deutschen Standorten auf KI-basiertes Energiemanagement. Kühlung, E-Stapler und PV-Strom sollen künftig besser zusammenspielen. Das rechnet sich.

Metro Logistics setzt auf Energiemanagement, um die Stromkosten zu senken.
Foto: Metro Logistics, Encentive; Montage: Carsten Nallinger

Metro Logistics setzt in seinen deutschen Logistikzentren auf KI-basiertes Energiemanagement. Der Kontraktlogistiker nutzt die Plattform Flex-on von Encentive, um Energieflüsse standortübergreifend sichtbar zu machen und energieintensive Anlagen automatisiert zu steuern.

Metro Logistics nimmt Stromfressern ihren Schrecken

Für die Logistikbranche ist das Thema hochrelevant. Kühlanlagen, Ladeinfrastruktur, elektrische Flurförderzeuge und große Lagerflächen treiben den Stromverbrauch vieler Standorte nach oben. Gleichzeitig steigen die Anforderungen, Energie günstiger, flexibler und nachhaltiger einzusetzen.

Stromkosten werden zum Logistikproblem

Gerade in der Handels- und Lebensmittellogistik laufen viele Prozesse energieintensiv. Kälteanlagen müssen Temperaturgrenzen zuverlässig einhalten, Flurförderzeuge müssen einsatzbereit bleiben, und gleichzeitig sollen Lastspitzen vermieden werden. Metro Logistics will deshalb nicht nur Strom sparen, sondern den Verbrauch gezielter steuern. Die KI-Plattform erfasst dafür Energieverbrauch und Stromerzeugung über mehrere Standorte hinweg in Echtzeit.

Wenn die Sonne scheint, wird vorgekühlt

Besonders interessant ist die automatische Steuerung der Kälteanlagen. Erkennt das System an einem Standort einen hohen Überschuss aus Photovoltaikstrom, kann es die Kühlleistung erhöhen und Temperaturreserven aufbauen. Steigt später der Strompreis, wird der Energieeinsatz reduziert, ohne dass Temperaturgrenzen überschritten werden. So lassen sich Lasten verschieben und Stromkosten senken, ohne den operativen Betrieb zu gefährden.

E-Stapler laden, wenn Strom günstig ist

Auch elektrische Flurförderzeuge werden in die Optimierung einbezogen. Sie sollen bevorzugt dann geladen werden, wenn viel eigener Solarstrom verfügbar ist oder die Strompreise niedrig sind. Für Logistikzentren kann das ein wichtiger Hebel sein. Denn viele kleinere Ladevorgänge können zusammen erhebliche Lastspitzen erzeugen. Werden sie intelligent gesteuert, sinken Kosten und Netzbelastung.

Metro-Standort Marl dient als Blaupause

Ein zentraler Pilotstandort ist Marl. Dort nutzt Metro Logistics Solarstrom aus einer der größten Aufdach-Photovoltaikanlagen in Nordrhein-Westfalen mit rund 18 Megawattpeak Leistung. Die Erfahrungen aus Marl sollen anschließend auf weitere Standorte übertragen werden: Altlandsberg, Bergkirchen, Hamm, Kirchheim und Groß-Gerau. Damit wird aus dem Pilotprojekt ein standortübergreifender Rollout.

Fazit: KI wird Teil der Standortsteuerung

Die Zusammenarbeit zeigt, wie stark sich Logistikimmobilien verändern. Moderne Standorte werden nicht mehr nur nach Fläche, Lage und Toranzahl bewertet. Immer wichtiger werden Energieerzeugung, flexible Verbraucher, Ladeinfrastruktur und intelligente Steuerung. Für Metro Logistics geht es dabei um mehr als Nachhaltigkeit. Wer Energieverbrauch, PV-Strom, Kälteanlagen und Ladeprozesse intelligent verbindet, kann Kosten senken und den Standortbetrieb robuster machen.

In Kürze: die Key Facts

  • Unternehmen: Metro Logistics Germany GmbH
  • Technologiepartner: Encentive
  • Plattform: Flex-on
  • Technologie: KI-basiertes Energiemanagement
  • Einsatzorte: deutsche Logistikzentren von Metro Logistics
  • Ziel: Energiekosten senken und Energieflüsse transparent steuern
  • Gesteuerte Anlagen: Kälteanlagen und elektrische Flurförderzeuge
  • Energiequelle: eigener Photovoltaikstrom
  • Pilotstandort: Marl
  • PV-Anlage Marl: rund 18 Megawattpeak
  • Weitere Standorte: Altlandsberg, Bergkirchen, Hamm, Kirchheim, Groß-Gerau
  • Kernaussage: Metro Logistics nutzt KI, um Kühlung, Ladeprozesse und PV-Strom effizienter zu verbinden