Zum zweiten Mal in diesem Jahr schraubt die DHL Group ihre Gewinnerwartungen nach oben. Statt mehr als 6,5 Milliarden Euro soll das operative Ergebnis 2026 nun über sieben Milliarden Euro erreichen. Vor allem DHL Express profitiert von steigenden Transportmengen – und von Engpässen im Luftfrachtmarkt.
Mehr als sieben Milliarden Euro EBIT erwartet
Bei der DHL Group läuft es besser als erwartet. Der Logistikkonzern hebt seine Ergebnisprognose für 2026 erneut an – bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate. Nachdem DHL den Ausblick Anfang Juli nach oben korrigiert hatte, legt das Unternehmen nun noch einmal nach. Das operative Konzernergebnis (EBIT) soll im laufenden Geschäftsjahr mehr als sieben Milliarden Euro erreichen. Bisher hatte DHL mit über 6,5 Milliarden Euro gerechnet. Gleichzeitig steigt die Prognose für den Free Cashflow von rund drei Milliarden auf mehr als 3,2 Milliarden Euro. Ausschlaggebend sind die anhaltend gute Geschäftsentwicklung, insbesondere bei DHL Express, sowie erste Anzeichen für ein robustes Weihnachtsgeschäft.
DHL Express profitiert von knapper Luftfrachtkapazität
Wie stark das Expressgeschäft derzeit läuft, zeigen die vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal. Das operative Ergebnis von DHL Express stieg von 692 Millionen auf rund 1,04 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von knapp 50 Prozent, wobei das Vorjahresergebnis durch negative Sondereffekte belastet war. Neben Kostensenkungen und einer besseren Auslastung durch höhere Transportgewichte spielt die Situation im Luftfrachtmarkt eine wichtige Rolle. Die dortige Kapazitätsknappheit bescherte DHL Express nach Unternehmensangaben im dritten Quartal einen positiven Ergebniseffekt von rund 100 Millionen Euro. Für den Gesamtkonzern ergibt sich ebenfalls ein deutliches Plus: Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um mehr als zwölf Prozent auf rund 22,6 Milliarden Euro. Das EBIT legte um rund 16 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro zu.
Auch Spedition und Kontraktlogistik legen zu
Nicht nur das Expressgeschäft trägt zur besseren Ergebnisentwicklung bei. DHL Global Forwarding steigerte sein operatives Ergebnis im dritten Quartal von 195 auf rund 260 Millionen Euro. DHL Supply Chain verbesserte sich von 278 auf rund 300 Millionen Euro. Weniger erfreulich verlief das Quartal dagegen im deutschen Brief- und Paketgeschäft. Bei Post & Paket Deutschland sank das EBIT von 218 auf rund 150 Millionen Euro. Auch DHL eCommerce meldete einen Rückgang auf rund 50 Millionen Euro. Der Vergleich mit dem Vorjahreswert von 176 Millionen Euro ist allerdings durch damals verbuchte positive Sondereffekte von 123 Millionen Euro verzerrt.
DHL erhöht auch die Investitionen
Die bessere Geschäftsentwicklung soll zugleich weiteres Wachstum finanzieren. DHL erhöht deshalb seine Investitionsplanung für 2026: Statt bislang 3,0 bis 3,3 Milliarden Euro sind nun rund 3,6 Milliarden Euro für Sachanlagen vorgesehen. Welche konkreten Projekte von den zusätzlichen Mitteln profitieren sollen, verrät DHL alletrdings nicht. Die vollständigen Quartalszahlen will das Unternehmen am 5. November 2026 veröffentlichen. Im März 2027 soll zudem die mittelfristige Ergebnisprognose überprüft werden. Für DHL ist die erneute Prognoseanhebung ein deutliches Signal: Trotz eines anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds entwickelt sich das internationale Logistikgeschäft derzeit besser als ursprünglich erwartet.
In Kürze: die Key Facts
- Unternehmen: DHL Group
- Geschäftsjahr: 2026
- Prognoseanhebung: zweite Erhöhung innerhalb des Jahres, nach Anfang Juli
- Neue EBIT-Prognose: mehr als 7,0 Milliarden Euro, zuvor mehr als 6,5 Milliarden Euro
- Umsatz Q3 2026: rund 22,6 Milliarden Euro, mehr als 12 Prozent über Vorjahr
- Konzern-EBIT Q3: rund 1,71 Milliarden Euro, etwa 16 Prozent über Vorjahr
- DHL Express: rund 1,04 Milliarden Euro EBIT im dritten Quartal
- Luftfracht-Effekt: rund 100 Millionen Euro positiver Ergebniseffekt durch Kapazitätsknappheit
- Free-Cashflow-Prognose: mehr als 3,2 Milliarden Euro
- Investitionsplanung 2026: rund 3,6 Milliarden Euro
- Vollständiger Quartalsbericht: 5. November 2026







