DHL Supply Chain setzt beim Ausbau seines deutschen Kontraktlogistikgeschäfts gezielt auf technologieorientierte Industrien. Im thüringischen Apolda entsteht ein neuer Standort, mit dem der Logistikkonzern seine Position im wirtschaftlichen Umfeld von Jena stärken und zusätzliche Kunden aus der Hightech-Industrie gewinnen will. Im Fokus stehen dabei Halbleitertechnologie, Hightech-Fertigung, Gesundheitswirtschaft und Batterietechnologien. Branchen also, in denen komplexe Lieferketten, hohe Anforderungen an die Versorgungssicherheit und die Nähe zu industriellen Produktionsstandorten eine wichtige Rolle spielen. Dass DHL gerade hier investiert, ist kein Zufall. Der neue Standort liegt zwischen den Wirtschaftsräumen Jena, Erfurt und Weimar und damit in unmittelbarer Nähe zu wichtigen Industriekunden. Ausdrücklich nennt das Unternehmen den Technologiekonzern Zeiss in Jena.
Zeiss und das Technologie-Cluster als Wachstumstreiber
Mit der Ansiedlung in Apolda verfolgt DHL Supply Chain gleich zwei Ziele: das Geschäft mit bestehenden Kunden ausbauen und neue Unternehmen aus dem Technologieumfeld gewinnen. Katrin Hölter, CEO DHL Supply Chain Germany & Alps, sieht in der Region erhebliches Wachstumspotenzial. Die Nähe zu Kunden, die Verkehrsanbindung und die Entwicklung technologieorientierter Industrien seien entscheidende Gründe für die Investition. Besonders deutlich wird die strategische Ausrichtung beim Blick auf Zeiss. DHL spricht ausdrücklich vom „Zeiss-Ökosystem“, in dessen Umfeld sich der neue Standort positionieren soll. Dabei geht es allerdings nicht nur um einen einzelnen Kunden. Für DHL ist die Region offenbar interessant, weil sich dort Unternehmen und Zulieferer aus mehreren technologieintensiven Branchen konzentrieren.
DHL will mit seinen Industriekunden wachsen
Für DHL Supply Chain ist der Standort Teil einer breiteren Wachstumsstrategie in Mitteldeutschland. Das Unternehmen will seine bestehenden Kunden bei deren Expansion begleiten und zugleich zusätzliche Kontraktlogistikaufträge gewinnen. Aiste Slabokaite Heid, Business Unit Director DHL Supply Chain Germany & Alps, verweist dabei auf die steigenden Anforderungen an resiliente, nachhaltige und leistungsfähige Lieferketten. Gerade in technologieorientierten Industrien könne die räumliche Nähe zwischen Produktion und Logistikdienstleister Vorteile bieten. Dazu gehören kürzere Transportwege, schnellere Reaktionsmöglichkeiten und eine engere Abstimmung mit den Produktionsabläufen. Apolda soll deshalb nicht nur zusätzliche Lagerkapazität schaffen, sondern DHL als Logistikpartner für die weitere Entwicklung des Technologie-Clusters positionieren.
Automatisierung und weiteres Wachstum eingeplant
Der neue Standort ist nach Unternehmensangaben auf unterschiedliche Anforderungen industrieller Kunden ausgelegt. DHL sieht unter anderem Möglichkeiten für Automatisierung und Digitalisierung der Logistikprozesse vor. Welche Technologien tatsächlich eingesetzt werden, ist allerdings noch offen. Konkrete Automatisierungsprojekte oder Investitionssummen nennt das Unternehmen bislang nicht. Auch die Energieversorgung soll auf künftige Anforderungen ausgerichtet werden. Geplant sind Photovoltaik, Wärmepumpen, Energiespeicher und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Die Fertigstellung ist für März 2027 vorgesehen. Zum Start sollen rund 50 bis 70 Beschäftigte am Standort arbeiten. Bis 2028 plant DHL mit 100 bis 120 Arbeitsplätzen. Mit knapp 27.000 Quadratmetern Lagerfläche und zusätzlichen Flächenreserven ist der Standort zudem auf weiteres Wachstum ausgelegt.
In Kürze: die Key Facts
- Unternehmen: DHL Supply Chain, Kontraktlogistiksparte der DHL Group
- Standort: Apolda bei Jena, Thüringen
- Strategie: Ausbau des Kontraktlogistikgeschäfts mit Hightech- und Industriekunden
- Zielbranchen: Halbleitertechnologie, Hightech-Fertigung, Gesundheitswirtschaft und Batterietechnologien
- Wichtiger Bestandskunde im Umfeld: Zeiss in Jena
- Logistikfläche: knapp 27.000 Quadratmeter
- Geplante Fertigstellung: März 2027
- Beschäftigte: zunächst 50 bis 70, bis 2028 rund 100 bis 120
- Weitere Planung: Wachstumskapazitäten sowie Möglichkeiten für Automatisierung und Digitalisierung
- Offene Angaben: keine konkreten neuen Kundenverträge, Automatisierungslösungen oder Investitionssummen genannt







