DHL baut Netzwerk für Batterielogistik aus

Globales Netzwerk für Batterielogistik
DHL baut Logistik für Batterien und BESS aus

Batteriesysteme mit mehr als 50 Tonnen stellen die Logistik vor neue Aufgaben. DHL baut deshalb sein weltweites Spezialnetz aus – inklusive 13.000 m² Lagerfläche in Halle.

DHL-Transporter vor Windrädern. Der Logistikkonzern baut sein weltweites Netzwerk für Batterie- und Energielogistik aus.
Foto: DHL

Batterielogistik bekommt eine neue Gewichtsklasse: Einzelne Batteriesysteme bringen laut DHL inzwischen mehr als 50 Tonnen auf die Waage. Der Logistikkonzern baut deshalb weltweit ein spezialisiertes Netzwerk für Batterien und Energiespeicher aus. In Deutschland sind gerade 13.000 Quadratmeter neue Lagerfläche hinzugekommen.

DHL erschließt sich ein Wachstumsfeld

Elektroautos sind dabei nur ein Teil des Geschäfts. Mit immer größeren stationären Batteriespeichern, neuen Batteriefabriken und der Elektrifizierung industrieller Anwendungen verändern sich auch die Anforderungen an Transport und Lagerung. DHL will daraus ein eigenes Wachstumsfeld machen. Dafür verzahnt der Konzern die Kompetenzen von DHL Supply Chain, DHL Global Forwarding und DHL Express. Mehr als 20 spezialisierte Standorte gehören nach Unternehmensangaben bereits zum internationalen Netzwerk für Elektrofahrzeuge und Batterielogistik. Weitere sollen folgen. Das Angebot reicht von Produktionslogistik, Transport und Lagerung bis zur Rücknahme und Vorbereitung für das Recycling.

13.000 Quadratmeter Batterielager in Halle

Auch in Deutschland baut DHL die Kapazitäten aus. In Halle hat der Konzern nach eigenen Angaben zuletzt 13.000 Quadratmeter batteriegeeignete Lagerfläche bereitgestellt. Ein weiterer spezialisierter Standort entsteht derzeit in Ungarn und soll 2027 den Betrieb aufnehmen. Die Anlagen sollen mehr können, als Batterien lediglich zwischenzulagern. Je nach Standort bietet DHL unter anderem Diagnostik, Tests, Lade- und Konditionierungsservices sowie Reparaturen und Rückführungslogistik an. Hinzu kommt die Vorbereitung ausgedienter Batteriesysteme für das Recycling. Damit möchte der Konzern möglichst viele Schritte des Batterielebenszyklus innerhalb einer Logistikkette abdecken.

Batterielogistik ist ein Gefahrgutgeschäft

Der Transport bringt besondere Anforderungen mit sich. Batterien müssen entsprechend ihrer Klassifizierung und ihres Zustands behandelt werden. Hinzu kommen Gefahrgut-, Dokumentations-, Zoll- und Compliance-Anforderungen. Für zeitkritische Transporte nutzt DHL Express unter anderem sein Luftfrachtnetz sowie das innereuropäische Straßennetz. DHL Global Forwarding und Industrial Projects wiederum übernehmen internationale Fracht, Projektlogistik und Schwertransporte. Letztere werden vor allem bei großen Battery Energy Storage Systems (BESS) relevant. Solche stationären Batteriespeicher erreichen Dimensionen, die mit klassischer Paket- oder Stückgutlogistik wenig gemeinsam haben.

DHL lieferte 1.100 Großspeicher in sechs Monaten

Wie groß dieses Geschäft bereits ist, zeigt eine weitere Zahl aus der Mitteilung: Allein im ersten Halbjahr 2026 hat DHL weltweit mehr als 1.100 BESS-Einheiten ausgeliefert. Die Speicher kommen beispielsweise bei Energie- und Infrastrukturprojekten zum Einsatz. Für die Logistik bedeutet das nicht nur hohe Gewichte und Abmessungen. Anlagen müssen teilweise an abgelegene Projektstandorte gebracht und Transporte über mehrere Verkehrsträger und Länder hinweg koordiniert werden. Parallel verändern neue Batteriefabriken die Warenströme. Benötigt werden dort nicht nur fertige Batterien, sondern auch Rohstoffe, Batteriechemikalien, Komponenten und Produktionsanlagen.

Asien bleibt wichtiger Ausgangspunkt der Warenströme

Ein wesentlicher Teil der Batterieproduktion und der Fertigung von Technologien für die Energiewende konzentriert sich laut DHL derzeit in Asien. Gleichzeitig entstehen in anderen Weltregionen neue Produktionsstandorte und Gigafactories. Für Logistiker entstehen dadurch neue Transportkorridore zwischen Zulieferern, Batterieproduzenten, Fahrzeugwerken und Energieprojekten. DHL sieht darin die Chance, nicht nur einzelne Transporte zu übernehmen, sondern komplette Batterielieferketten von der Produktionsversorgung bis zu Rücknahme und Recycling zu organisieren.

DHL peilt drei Milliarden Euro Umsatz an

Das erklärt auch, warum der Konzern erhebliche Wachstumsambitionen mit dem Geschäft verbindet. New Energy gehört zu den strategischen Wachstumsfeldern der DHL Group im Rahmen ihrer Strategie 2030. Unter der Marke DHL New Energy Logistics bündelt der Konzern Lösungen für acht Bereiche: Wind- und Solarenergie, Elektrofahrzeuge und Batterien, Batteriespeichersysteme, Ladeinfrastruktur, Netzinfrastruktur, Wasserstoff sowie alternative Kraftstoffe. Bis 2030 soll dieses Geschäftsfeld nach Angaben des Konzerns einen Umsatz von drei Milliarden Euro erreichen.

In Kürze: die Key Facts

  • Unternehmen: DHL Group
  • Geschäftsfeld: Batterielogistik und New Energy Logistics
  • Spezialisierte Standorte: bereits mehr als 20 weltweit
  • Beteiligte DHL-Bereiche: DHL Supply Chain, DHL Global Forwarding und DHL Express
  • Leistungen: Produktionslogistik, Transport, Lagerung und Aftermarket-Services
  • Batterielebenszyklus: unter anderem Beschaffung, Produktionsversorgung, Lagerung, Auslieferung, Reparatur, Rücknahme und Recyclingvorbereitung
  • Gewicht großer Batteriesysteme: laut DHL teilweise mehr als 50 Tonnen
  • Neue Lagerfläche in Halle: 13.000 m² für Batterielogistik
  • Weiterer Standort: spezialisiertes Batterielogistikzentrum in Ungarn ab 2027 geplant
  • BESS-Logistik: mehr als 1.100 Einheiten weltweit im ersten Halbjahr 2026 ausgeliefert
  • BESS: Battery Energy Storage Systems, also stationäre Batterie-Energiespeichersysteme
  • Weitere Leistungen: Batteriediagnostik, Tests, Laden, Konditionierung und Reparatur
  • Transportanforderungen: Gefahrgutmanagement, Zoll, Dokumentation und regulatorische Compliance
  • Strategie: New Energy ist ein Wachstumsfeld der DHL-Strategie 2030
  • Umsatzziel New Energy: drei Milliarden Euro bis 2030