Capa digitalisiert Visa für Fahrer

Auslandsrekrutierung mittels KI
Capa digitalisiert Visa für Fahrer

Die Rekrutierung von Fahrern aus Drittstaaten ist für Speditionen mit hohen Kosten für Visa und Qualifizierung verbunden. Das Mainzer Recruiting-Unternehmen Capa setzt deshalb auf KI-gestützte Eignungsdiagnostik und digitale Prozesse.

CapaBus
Foto: CapaBus

Unternehmen im Güterverkehr und im ÖPNV stehen bei der Rekrutierung von Berufskraftfahrern aus Drittstaaten vor einem wirtschaftlichen Risiko. Nach Angaben des Mainzer Recruiting-Unternehmens Capa führen Integrationsprobleme und Fehlbesetzungen immer wieder zu vorzeitigen Rückkehrern. Die bereits getätigten Investitionen in Visa, beschleunigte Grundqualifikation und Führerscheinanpassungen gehen in diesen Fällen verloren.

KI bewertet Integrationschancen

Capa hat deshalb eine validierte, KI-basierte Eignungsdiagnostik entwickelt. Der sogenannte Capa-Driver-Check umfasst nach Unternehmensangaben rund 120 Prüfpunkte. Dabei bewertet das System unter anderem die kulturelle und soziale Anpassungsfähigkeit, die psychische Belastbarkeit, die Erwartungen an das Leben in Deutschland sowie die fachlich-kognitive Eignung für den Einsatz im deutschen Straßennetz. Aus den Ergebnissen erstellt die Software einen datenbasierten Score, der die langfristigen Erfolgsaussichten der Migration abbilden soll. Nach Angaben von Geschäftsführer Bernd Albrecht korrigieren die Ergebnisse regelmäßig subjektive Einschätzungen von Recruitern.

Digitale Abläufe für Visa-Verfahren

Neben der Eignungsdiagnostik bietet Capa mit „Capa Veasy“ eine Software zur Digitalisierung des Visa-Prozesses an. Die Plattform verwaltet Dokumente, prüft die Vollständigkeit von Unterlagen und unterstützt die Kommunikation mit Behörden und Auslandsvertretungen. Dadurch sollen die Verfahren für die Personalabteilungen transparenter und besser planbar werden.

Kandidaten befinden sich bereits im Verfahren

Nach Unternehmensangaben läuft das System bereits im praktischen Einsatz. Derzeit befinden sich 25 Omnibusfahrer und 35 Lkw-Fahrer in der abschließenden Qualifizierungs- und Vorbereitungsphase für den Einsatz in Deutschland. Unternehmen aus Güterkraftverkehr und Personenverkehr können die Kandidatenprofile und die diagnostischen Werkzeuge über ein zentrales Portal abrufen.