Studie: Werkstätten zwischen Wandel und Nachfolge

Studie: Freie Werkstätten vor großen Umbrüchen
Freie Werkstätten kämpfen mit Nachfolge

Eine aktuelle EMEA-Studie von PLI zeigt, vor welchen Herausforderungen freie Kfz-Werkstätten stehen: Technologiewandel, hohe Investitionen und ungelöste Nachfolgefragen prägen den Alltag vieler Betriebe.

Die Werkstatt von Daimler Truck und Mercedes-Benz in Berlin-Spandau.
Foto: Alexander Roller

Unabhängige Kfz-Werkstätten in Europa stehen vor einem Spagat aus technologischem Wandel, steigenden Kosten und Nachfolgesorgen. Das zeigt eine aktuelle EMEA-weite Studie von PETRONAS Lubricants International (PLI), für die 800 Inhaber freier Werkstätten befragt wurden – darunter auch Betriebe aus Deutschland.

Technik und Personal bereiten die größten Sorgen

Als größte Herausforderungen nennen die Befragten den technologischen Wandel sowie die Suche nach qualifiziertem Personal und Nachfolgern.

In Deutschland sorgen sich Werkstattinhaber weniger um den Wissenserhalt bei neuen Technologien (34 %) als um die Kosten für notwendige Ausrüstung (46 %). Auch die Gewinnung und Ausbildung neuer Mitarbeiter wird hierzulande häufiger als Problem gesehen (45 %) als im EMEA-Durchschnitt (40 %).

Nachfolge: Qualität soll erhalten bleiben

Beim Generationenwechsel ist für 91 Prozent der Befragten entscheidend, dass Qualitätsstandards und Reputation des Betriebs erhalten bleiben. Deutsche Inhaber nennen dabei vor allem:

  • Qualität und Detailgenauigkeit (43 %)
  • kundenzentriertes Arbeiten (40 %)
  • ehrliche Geschäftspraktiken (36 %)

Gleichzeitig sehen sie zwei zentrale Risiken:
das Finden eines geeigneten Nachfolgers (51 %) und veränderte Kundenbedürfnisse (51 %).

Investitionen in E-Mobilität und Digitalisierung

Um sich für die Zukunft zu rüsten, investieren viele Betriebe bereits. In Deutschland flossen Mittel vor allem in:

  • Diagnosesysteme für Elektrofahrzeuge (36 %)
  • digitale Tools und Systeme (27 %)
  • Partnerschaften mit E-Mobilitäts- und Hybrid-Spezialisten (29 %)

Damit liegen deutsche Werkstätten teilweise über dem EMEA-Durchschnitt.

Werkstätten bleiben fest in der Region verankert

Trotz aller Veränderungen bleibt die lokale Rolle der Betriebe zentral.45 Prozent der deutschen Befragten sehen sich als wichtiger Arbeitgeber in ihrer Region, 60 Prozent als vertrauenswürdiger Dienstleister. Auffällig hoch ist zudem das Engagement für Vereine und Veranstaltungen (49 %).

Wandel als Chance für neue Generationen

„Für junge Einsteiger ist der aktuelle Wandel eine große Chance“, sagt Giuseppe Pedretti, Regional Managing Director EMEA bei PLI. Werkstätten könnten durch neue Talente und Technologien zu Treibern der digitalen und ökologischen Transformation werden.