Anton Klott, Technischer Leiter von Edeka Südbayern Zoom
Foto: Ilona Jüngst

Technischer Leiter von Edeka Südbayern

Für die Sicherheit aktiv

Lkw-Profi und Tüftler Anton Klott ist Technischer Leiter von Edeka Südbayern. Er hat einen Abbiegeassistenten für Lkw entwickelt, der mit dem Dekra Award ausgezeichnet wurde.

Wird man Anton Klott gerecht, wenn man ihn als umtriebig bezeichnet? Rege ist jedenfalls sein Privatleben sicherlich durch die Vielzahl seiner Hobbys, etwa das Motoradfahren. Als Natur- und Tierliebhaber kommen ihm nach eigenen Angaben in der Natur  auch die meisten Ideen, auch für seine Arbeit bei der Edeka Handelsgesellschaft Südbayern.

Für eine dieser Ideen, einen Abbiegeassistenten für Lkw, ist die Edeka Südbayern 2015 mit dem Dekra-Award in der Kategorie "Sicherheit im Verkehr" ausgezeichnet worden. Schon in sein Berufsleben startete Klott außergewöhnlich und machte gleichzeitig eine Ausbildung zum Hufschmied, zum Landmaschinenmechaniker und zum Kfz-Mechaniker für den Lkw – inklusive einer dreifachen Gesellenprüfung.

Verantwortung für rund 250 Lkw

Bei dem Genossenschaftsunternehmen Edeka ist Klott inzwischen 37 Jahre beschäftigt, seit dem Jahr 2000 als Technischer Leiter und Leiter Sicherheit am Standort Gaimersheim bei Ingolstadt. Zu seinen Aufgaben gehört die Verantwortung für rund 250 Lkw, ebenso viele Pkw, mehr als 1.000 Flurförderzeuge im Lager und die Werkstätten von Edeka Südbayern.

Umtriebig, wie er ist, gibt er sich im Job nicht mit vorhandenen Lösungen zufrieden. Vor allem nicht, wenn es um die Sicherheit geht. "Sicherheit ist uns bei Edeka Südbayern sehr wichtig. Deshalb machen wir mehr, als der Gesetzgeber verlangt", sagt Klott.
An die Entwicklung des Abbiegeassistenten machte er sich, nachdem er von einem tragischen Abbiegeunfall einer befreundeten Spedition erfuhr. Die Geschäftsführung bewilligte ihm ein Budget von 1.000 Euro pro Fahrzeug – tatsächlich kostet die Lösung jetzt unter 500 Euro.

Akustik-Warner sowie ein Lichtsignal werden ausgelöst

So funktioniert sie: Schlägt der Fahrer das Lenkrad nach rechts ein oder aktiviert den rechten Blinker, werden über eine elektromagnetische Steuerung eine Kamera, die auf der Beifahrer­seite hinter dem Luftleitkörper angebracht ist, sowie zwei Sensoren zwischen den Trittstufen aktiviert. Erfassen die Sensoren an der Seite des Fahrzeugs eine Person, lösen sie in der Kabine einen Akustik-Warner sowie ein Lichtsignal aus. Gleichzeitig kann der Fahrer über einen Monitor das Kamerabild und damit den toten Winkel prüfen.
"Das wollten wir: ein System, das den Fahrer nicht überfordert und selbstständig arbeitet", sagt Klott. Denn er weiß, was seine Fahrer leisten. 350 Märkte und selbstständige Kaufleute werden alleine von Gaimersheim aus beliefert, drei Lang-Lkw sind zudem täglich zum Zentrallager in Landsberg und zum Regionallager in Straubing im Einsatz.
"Wir", sagt Klott und meint das Edeka-Werkstattteam, das gemeinsam mit ihm die Idee realisiert hat, "wir kommen aus der Praxis.

Wir reden nicht viel, sondern machen es – so ist es oft am einfachsten." Dazu passt die Unterstützung seines Arbeitgebers. "Edeka ist ein traditionelles, genossenschaftlich strukturiertes Unternehmen und wie eine Familie. Und das macht einfach Spaß." Dazu gehört in Bayern zum Austausch mit Kollegen auch die traditionelle Vormittags-Brotzeit. Unterwegs auf der Autobahn hingegen sucht Klott für seine Pausen den Fernfahrertisch auf den Rasthöfen auf, um sich mit den Fahrern zu unterhalten – "dann reden wir Diesel".

Technik ist nicht der Feind

Wichtig ist ihm dabei, die Botschaft zu vermitteln, dass Technik nicht unbedingt der Feind ist. "Handel ist Wandel und Stillstand ist Rückschritt", sagt Klott, der Umtriebige. Viele Fahrer müssen seiner Ansicht nach noch lernen, manche Entwicklungen auch positiv zu sehen, vor allem in puncto Fahrzeugsicherheit. Das sei auch eine Aufgabe in der Mitarbeiterführung: "Vertrauen aufbauen, Spaß und Anerkennung bei der Arbeit – das ist doch, was zählt."

Eines aber will er jedem ans Herz legen, etwas, was das Gegenteil von umtriebig ist: "Im Sommer um drei Uhr morgens in den Wald gehen und das Erwachen der Vögel hören und die ersten Sonnenstrahlen spüren. Denn von der Natur lernt man noch am meisten."

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Dieser Artikel stammt aus Heft trans aktuell 06/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
Ilona Jüngst

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Datum

4. März 2016
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