eTransport MB Vario Zoom
Foto: BPW/Jockel Stretz

E-Mobilität von BPW zum Nachrüsten

Paul Nutzfahrzeuge baut Mercedes Vario um

BPW und Paul Nutzfahrzeuge kooperieren bei der Elektromobilität. Der Fahrwerkspezialist beliefert Paul mit der elektrischen Antriebsachse eTransport. Diese rüstet der Spezialist für Sonderfahrzeuge in Mercedes Vario nach. Zielgruppe sind vor allem kommunale Betriebe.

Im Rahmen eines Unternehmertags zum Thema Elektromobilität mit Schwerpunkt auf kommunalen Anwendungen von Bayern Innovativ und Paul Nutzfahrzeuge haben die Fahrwerksspezialisten von BPW Bergische Achsen und der im niederbayerischen Vilshofen ansässige Marktführer bei Sonderfahrzeugen, Paul Nutzfahrzeuge, eine Zusammenarbeit bekannt gegeben. Paul bezieht künftig von BPW eine elektrische Antriebsachse und rüstet diese in Mercedes Vario nach.

Dabei werden der gesamte konventionelle Antriebsstrang aus Motor, Getriebe und Differenzialachse sowie nunmehr nicht mehr benötigte Bauteile wie der Dieseltank ersatzlos entfernt. Den Antrieb übernimmt fortan die elektrische Achse von BPW. Das Fahrzeug wird laut Hersteller durch den Umbau nicht schwerer, weil das Gewicht der Fahrzeugbatterien durch den Entfall der Antriebskomponenten überkompensiert wird. Die Elektrifizierung macht das Fahrzeug sogar agiler. Das Drehmoment legt deutlich zu, liegt schon ab 1 Umdrehung an und die Räder können einzeln angesteuert werden. Daneben soll sich der Wendekreis durch die sogenannte Active Steering Control der Hinterachse verringern. Bis zur IAA im September soll der Umbau serienreif sein. Von ersten Fahreindrücken mit einem Prototyp sowie die technischen Details des Umbaus lesen Sie in den kommenden Ausgaben von lastauto omnibus und trans aktuell.

Vario empfiehlt sich aufgrund traditionell langer Haltezeiten

Der Vario hat sich empfohlen für die Umbaulösung. Aufgrund seiner Robustheit und technischen Voraussetzungen ist der Leicht-Lkw auch nach seinem offiziellen Produktionsende mit der gesetzlichen Umstellung von Euro 5 auf Euro 6 immer noch eine der gebräuchlichsten Plattformen für Nutz- und Spezialfahrzeuge von Kommunen, Polizei und Bundeswehr, aber auch von vielen kommerziellen Unternehmen aus den Bereichen Galabau und Bau sowie Energieversorgung. 

Die hohe Nutzlast und ausgeprägte Zuverlässigkeit sowie das großzügige Fahrerhaus prädestinieren diese Baureihe als Basis für Umbauten. Diese sind noch dazu oft besonders werthaltig, weswegen lange Haltedauern üblich sind. Oft  werden diese Spezialfahrzeuge nur saisonal eingesetzt, was zu geringen Laufleistungen über lange Zeit führt. Daneben bieten sich kommunale Fahrzeuge für die Elektrifizierung aufgrund ihrer Fahrprofile ideal an. Viele der Fahrzeuge fahren weniger als 100 Kilometer am Tag und werden jeden Abend auf demselben Betriebshof geladen.

Elektrischer Antrieb verfügt über günstige Betriebs-  und Servicekosten

Für elektrische Antriebe in kommunalen Betrieben spreche neben dem Imagegewinn auch die günstigen Betriebskosten, sagte Walter Pötzinger, Geschäftsführer von Paul Nutzfahrzeuge. Markus Schell, persönlich haftender geschäftsführender Gesellschafter von BPW kommentierte: "Die seriennahe Umrüstung bei Paul ist ein wichtiges Signal, auf das nicht nur Fuhrparkbetreiber bei Kommunen, Behörden und Unternehmen gewartet haben. Es ist auch ein wichtiger Meilenstein für die Elektromobilität insgesamt. Wir freuen uns, unsere langjährige, vertrauensvolle Mobilitäts- und Systempartnerschaft mit Paul nun auch auf den Bereich der Elektromobilität erweitern zu können." 

Der Umbau soll in zwei Wochen möglich sein. Vor der Umrüstung auf den E-Antrieb erneuert Paul Nutzfahrzeuge auf Wunsch das Fahrzeug, seine Karosserie und wichtigsten Bauteile. Die Kosten dafür sollen dem Vernehmen nach je nach Umfang der Arbeiten bei etwas mehr als 100.000 Euro liegen.

Vertrieb von E-Fahrzeugen über Evade

Für den Vertrieb insbesondere von Elektrofahrzeugen hat die Paulgruppe das Tochterunternehmen Evade gegründet. Neben elektrifizierten Mercedes Vario sind neben Pkw darüber auch elektrisch angetriebene Ministadtbusse des britischen Anbieters Mellor auf Basis Fiat Ducato sowie Streetscooter zu haben. Davon zeugte eine Hausmesse, die diese Fahrzeuge und den Streetscooter mit verschiedenen Aufbaulösungen für Kommunen und Handwerker zeigte. Darunter: Müllhauben, Plane-Spriegel-Aufbauten sowie einem Kofferaufbau von Humbaur, optional mit elektrisch angetriebener Ladebordwand.

Thomas Rosenberger lastauto omnibus Chefredakteur

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Datum

26. Januar 2018
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