Stückgut: IDS verliert 5 Prozent Sendungen

Fünf Prozent weniger Sendungen
IDS meldet deutlichen Rückgang 2025

Die Stückgutkooperation IDS Logistik verzeichnete 2025 einen deutlichen Rückgang bei der Sendungsmenge und beim Umsatz. Die Kosten steigen, die Nachfrage im Stückgutmarkt bleibt schwach.

Lkw von IDS Logistik
Foto: IDS Logistik/Svenja Kroner

Deutschlands größtes Stückgutnetzwerk IDS Logistik verzeichnet einen deutlichen Rückgang im Geschäftsjahr 2025. Insgesamt wurden 14,35 Millionen Sendungen transportiert – ein Minus von 5,2 Prozent. Damit bestätigt sich die anhaltende Schwäche im Logistikmarkt. Gleichzeitig steigen Kosten für Personal, Energie und CO₂ weiter an. Ein Mix, der die Branche zunehmend unter Druck setzt. „Wir sehen weiterhin keine konjunkturellen Impulse im deutschen Markt“, sagt IDS-Geschäftsführer Dr. Michael Bargl.

Umsatz sinkt – Markt bleibt unter Druck

Auch beim Umsatz zeigt sich die schwierige Lage: IDS erwirtschaftete 2025 rund 2,72 Milliarden Euro, ein Rückgang von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders im nationalen Geschäft gingen die Mengen zurück:

  • 11,33 Mio. Sendungen (-5,9 %)
  • 3,05 Mio. Tonnen (-4,1 %)

International fiel der Rückgang moderater aus. Auffällig: Die transportierte Tonnage legte leicht zu – ein Hinweis auf schwerere Sendungen im Netzwerk.

DSV-Ausstieg verändert Netzwerkstruktur

Ein entscheidender Faktor für die Entwicklung war die Neustrukturierung des IDS-Netzes nach dem Ausscheiden von DSV. Die frei gewordenen Standorte konnten vollständig neu besetzt werden. Laut IDS verlief die Integration der neuen Partner operativ reibungslos.

Das Netzwerk umfasst nun:

  • 5 Gesellschafter
  • 8 Strategiepartner in Deutschland
  • 8 internationale Partner

Damit ist die strukturelle Neuaufstellung abgeschlossen.

B2C-Geschäft schwächt sich weiter ab

Der Anteil des B2C-Geschäfts ging erneut zurück und liegt nun bei 15,4 Prozent. Das Segment ist stark vom Konsumverhalten abhängig und spiegelt damit die schwache Nachfrage privater Haushalte wider. Auch die Beschaffungslogistik bleibt mit 8,5 Prozent Anteil stabil, aber begrenzt.

Kosten steigen – Preise müssen folgen

Die wirtschaftliche Lage wird zusätzlich durch steigende Kosten verschärft.

Zu den größten Belastungsfaktoren zählen:

  • Personalkosten
  • Energiepreise
  • CO₂-Maut

Eine Weitergabe der Kosten an die Kunden sei laut IDS „unvermeidlich“. Gleichzeitig steigt der Wettbewerbsdruck, da die Transportmengen sinken.

KI und Digitalisierung sollen Effizienz steigern

Um gegenzusteuern, setzt IDS verstärkt auf Digitalisierung und künstliche Intelligenz.

Im Fokus stehen:

  • Optimierte ETA-Prozesse
  • KI-gestützte Steuerung der Transportketten
  • Effizienzsteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfung

Ziel ist es, die Produktivität im Netzwerk trotz schwieriger Marktbedingungen zu erhöhen.

IDS baut E-Lkw-Netz weiter aus

Auch beim Thema Nachhaltigkeit treibt IDS den Umbau voran.

Bis Ende 2026 sollen zehn Prozent der Hub-Linien elektrisch betrieben werden

Parallel investiert das Unternehmen in:

  • Ladeinfrastruktur
  • Photovoltaik
  • Batteriespeicher
  • Wärmepumpen

Am Zentral-Hub in Neuenstein wurden bereits entsprechende Maßnahmen umgesetzt.

2026 bleibt schwierig für die Branche

Für das laufende Jahr erwartet IDS keine schnelle Erholung.

Prognose:

  • Weiterer Mengenrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich
  • Anhaltender Kostendruck
  • Fehlende konjunkturelle Impulse

Geopolitische Unsicherheiten und regulatorische Anforderungen bleiben zusätzliche Belastungsfaktoren.

In Kürze: die Key Facts

Unternehmen: IDS Logistik GmbH

Geschäftsjahr: 2025

Sendungen gesamt

  • 14,35 Mio. (-5,2 %)

Umsatz

  • 2,72 Mrd. € (-6,5 %)

Tonnage

  • national: 3,05 Mio. t (-4,1 %)
  • international: +1,5 %

B2C-Anteil

  • 15,4 %

Netzwerk

  • 53 Standorte
  • 6.647 Mitarbeitende

Struktur

  • DSV-Ausstieg abgeschlossen
  • Neue Partner integriert

Nachhaltigkeit

  • 10 % der HUB-Linien bis 2026 elektrisch

Ausblick 2026

  • Weiterer Mengenrückgang erwartet