Loxxess hat eine Klimarisikoanalyse erstellt

Chancen und Risiken des Klimawandels
Loxxess hat eine Klimarisikoanalyse erstellt

Extreme Wettereignisse können auch für Logistikstandorte zur Gefahr werden. Der Logistikdienstleister Loxxess hat daher eine Klimarisikoanalyse durchgeführt – zum Schutz für Mitarbeitende und Standorte.

Loxxess hat eine Klimarisikoanalyse erstellt
Foto: Loxxess

Als hätte Dr. Albert Hans Baur, Senior Sustainability Manager bei dem Logistikdienstleister Loxxess mit Sitz in Tegernsee, es geahnt. Ende 2025 startete er mit seinem Team die Klimarisikoanalyse für das Unternehmen. Im April dieses Jahres war sie fertig, der Hitzesommer 2026 hatte noch nicht begonnen. Doch im Juni begann die erste Hitzeperiode, es folgten Trockenheit und Waldbrände.

„Eine Klimarisikoanalyse war für Loxxess als Familienunternehmen aus strategischer Sicht sinnvoll“, sagt Baur im Gespräch mit trans aktuell. Diese Analyse identifiziert – wie der Name schon sagt – Risiken, die Klimaereignisse verursachen können. Daraufhin zeigt sie kurz-, mittel- und langfristige Strategien auf, wie Loxxess mit dem Klimawandel besser umgehen kann.

Kurzfristige Maßnahmen schon in diesem Sommer

Kurzfristige Maßnahmen, die der Logistikdienstleiser in diesem Sommer schon ergriffen hat, sind zum Beispiel an manchen Standorten andere Pausenzeiten sowie kostenlose Getränke und Kühltücher für die Mitarbeitenden. Zusätzliche Temperaturmessungen helfen Loxxess, „Hot-Spots“ an Standorten noch klarer zu identifizieren und ermöglichen – falls nötig – eine erweiterte Belüftung.

Loxxess

„Eine Klimarisikoanalyse war für Loxxess als Familienunternehmen aus strategischer Sicht sinnvoll“, sagt Dr. Albert Hans Baur, Senior Sustainability Manager bei Loxxess.

Die Lagerung der Güter stand genauso im Fokus wie das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Die Lagerstandorte müssen auf die hohen Temperaturen angepasst werden und die Kühlketten bei temperaturgeführten Waren gesichert sein. Bei kritischen Waren, zum Beispiel im Pharmabereich, sah sich Loxxess schon vor der Analyse gut aufgestellt.

Drei Geschäftsbereiche im Klimacheck

Neben kurzfristigen Anpassungen analysiert Loxxess laut Baur auch die mittelfristigen Entwicklungen bis 2030 sowie die langfristigen bis 2050. Bei der Klimarisikoanalyse hat Loxxess die drei Geschäftsbereiche Pharma & Healthcare, Omnichannel & E-Commerce sowie Dedicated Solutions, also Individuallösungen in der Kontraktlogistik, untersucht.

Knapp die Hälfte aller Standorte des Unternehmens in Deutschland, Tschechien und Polen wurden nach verschiedenen Klimakategorien analysiert. „Vor und nach der Analyse haben wir mit den jeweiligen Standortleitern gesprochen und einen Abgleich gemacht, welche Risiken sich am Standort wirklich ergeben können und wann damit zu rechnen sein könnte“, sagt Baur.

Ergebnis: kein akuter Handlungsbedarf

Die Standortleiter und Mitarbeitenden müssten unbedingt mit im Boot sein. „So können wir sie sensibilisieren und mit ihnen Lösungen erarbeiten“, sagt Baur, der sich nach eigenen Angaben schon sein ganzes Berufsleben lang mit Nachhaltigkeit beschäftigt und zur nachhaltigen Stadtentwicklung promoviert hat. Bei Loxxess ist er seit März 2025 im Bereich Nachhaltigkeit tätig.

Die Ergebnisse der Klimarisikoanalyse der Standorte führten nicht zu einem akuten Handlungsbedarf. Für die analysierten Regionen zeigte sich, dass mögliche Risiken vor allem durch temperaturbedingte Risikotreiber wie Hitzewellen sowie durch extreme Niederschläge ausgehen können. Auch die Kombination aus langanhaltender Dürre und Starkniederschläge wurde als potenzielle Risikosituation identifiziert. Doch in Summe sind die Standorte laut Baur schon gut aufgestellt.

Erste Vorbereitungen treffen

„Wir sehen keine großen akuten Handlungsbedarfe, haben aber trotzdem jetzt schon Aufgaben angestoßen, um erste Vorbereitungen zu treffen“, sagt Baur. Loxxess als Familienunternehmen habe die Verantwortung und die Kapazitäten, frühzeitig mögliche Maßnahmen direkt anzustoßen.

Allgemein sollten bei Logistikimmobilien die Verantwortlichen laut Baur auf den Hochwasserschutz achten – sofern sich die Bauten in Senken befinden. Gibt es Hänge in der Nähe, die rutschen könnten? „Das Offensichtlichste ist das Thema Temperatur. Das heißt, zu schauen, ob an meinem Standort wirklich starke Anstiege aufgrund von Klimamodellierungen zu erwarten sind“, so Baur. Daraufhin sollten folgende Fragen gestellt werden: Welche Waren lagern dort? Sind sie temperaturempfindlich oder nicht? Ein weiterer Punkt sei der Schutz der Mitarbeitenden. Welche Aufgaben werden durch wen wo durchgeführt?

Physische und transitorische Risiken

Wetterereignisse wie Hitzewellen und Extremniederschläge zählen zu den physischen Risiken, die eine Klimarisikoanalyse identifiziert. Die zweite Basis bilden sogenannte transitorische Risiken, die laut Baur weniger greifbar und komplex, aber genauso wichtig sind. Hierbei handelt es sich um gesellschaftliche Auswirkungen, die sich entweder durch den Klimawandel, beziehungsweise durch eine immer klimafreundlichere Gesellschaft ergeben können. Dazu zählen zum Beispiel die gestiegenen CO2-Preise, die die Transportpartner von Loxxess treffen.

Chancen und Risiken für die gesamte Wertschöpfungskette

Nach der transitorischen Analyse kam die Geschäftsleitung von Loxxess ins Spiel. „Was bedeutet es, wenn die klimatischen Bedingungen zu extrem sind? Was bedeutet es, wenn die Gesellschaft klimafreundlicher wird?“, so Baur. Dabei würden sich Chancen und Risiken ergeben, die für Loxxess zwar ein Stück weit weniger relevant sind, dafür aber für die gesamte Wertschöpfungskette.

Für die Kunden des Unternehmens hat die Klimarisikoanalyse einen hohen Stellenwert. Sie führen laut Baur bereits selbst entsprechende Analysen durch und fragen danach.

Loxxess will Analyse wiederholen

Es wird bei Loxxess daher nicht bei der einen Klimarisikoanalyse bleiben. Die nächste soll in drei bis fünf Jahren folgen. Wer weiß, wie viele Hitzesommer wir bis dahin erleben werden.

Zur Person

  • Dr. Albert Hans Baur ist seit März 2025 Senior Sustainability Manager bei Loxxess. Zwischenzeitlich zusätzlich Chief of Staff & Sustainability (CoSS).
  • Zuvor war er rund neun Jahre lang bei der Unternehmensberatung Sustainable in München tätig, zuletzt als geschäftsleitender Director Nachhaltigkeitsmanagement.
  • Zuvor Stationen bei den Beratungen Denkstatt Österreich, E3G (Berlin) sowie Siemens.
  • Seine Doktorarbeit schrieb er an der Technischen Universität (TU) Berlin zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung.
  • Studium der Klima- und Umweltwissenschaften in Berlin.

Das Unternehmen

  • Das Familienunternehmen Loxxess bietet Kontraktlogistik-Lösungen für die drei Geschäftsbereiche Pharma & Healthcare, Omnichannel & E-Commerce sowie Dedicated Solutions.
  • Hauptsitz in Tegernsee (Bayern).
  • Mehr als 3.200 Mitarbeitende.
  • Mehr als 24 Standorte in Deutschland, Tschechien und Polen mit einer Gesamtlagerfläche von 380.000 Quadratmetern.
  • Die Klimarisikoanalyse entstand im Zeitraum von Ende 2025 bis März/April 2026.