Mitte der 90er-Jahre kündigt sich nicht nur eine grundsätzliche Neukonzeption der "Schweren Klasse" (SK) von Mercedes-Benz an. Auch bei den mittelschweren Verteilern (MK) wird deutlich, dass die noch auf die "Neue Generation" (NG) von 1973 zurückgehende Kabine nicht mehr zeitgemäß ist. Aller Facelifts zum Trotz. Gleichwohl kann die ausgereifte Baureihe immer noch in einem Fahrzeugtest punkten – so geschehen im FERNFAHRER 2/1996.
In dieser Ausgabe testet FERNFAHRER-Autor Gerlach Fronemann einen Mercedes-Benz 1827 LS mitsamt einem einachsigen Kögel City-Sattel. "Der Einstieg ist veraltet: eng und unbequem", merkt Fronemann gleich zu Beginn an. Der Innenraum aber wirke solide und freundlich, die seitlichen Ausstellfenster seien ein schönes Überbleibsel aus früherer Zeit. Und: "Zur Freude der Lebensmittelfahrer wird die mittellange Fahrerhaus-Ausführung heute ohne Aufpreis angeboten. Das heißt, man kann auch mal etwas mehr als nur ein Butterbrot mitnehmen." Unter dem Motortunnel des 1827 LS arbeitet der 227 PS starke, wassergekühlte V6-Dieselmotor OM 441 LA mit knapp 11 Litern Hubraum, Turbolader und Ladeluftkühlung. Seine Aufgabe: Den beladenen Sattelzug schnell zum Kunden und anschließend sparsam wieder zurück zu bringen.
Das typische weiße "L" im grünen Kreis auf der Stoßstange weist auf die lärmarme Ausführung hin. Für damalige Verhältnisse ist der V6-Diesel auch ziemlich sauber und unterschreitet die seit 1. Januar 1996 geltenden Euro-II-Grenzwerte. Hierfür erhielt der Motor eine elektronische Einspritzregelung – und der Lkw auch gleich serienmäßig einen Tempomaten. Nur die elektropneumatische Schaltung (EPS) besitzt der MK nicht. Stattdessen gelangt die Kraft des OM 441 über ein handgeschaltetes 16-Gang-Getriebe und eine kurz übersetzte Hinterachse auf die Antriebsräder.
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