Es ist "nur" ein Prototyp, den Renault Véhicules Industriels (RVI) im Frühjahr 1986 nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit auf die Teststrecke schickt. Doch in einer Zeit, in der bei manchen Herstellern noch urige Hauber vom Band laufen oder ein Hochdach (auch hier waren die Franzosen bzw. Berliet Vorreiter) das höchste der Komfortgefühle ist, kommt der durch und durch auf Zukunft getrimmte "Virages" einer Revolution gleich. Vor allem, wenn das Projekt eines Tages Serienreife erlangen sollte – was 1990 mit dem Renault AE tatsächlich der Fall sein wird.
Renaults Vision für den Fernverkehr
Das dreistellige Millionenprojekt „Virages“ ist nicht nur technischer, sondern auch politischer Natur, erfahren die Leser der FERNFAHRER-Ausgabe 3/1986. "Einerseits will Renault jetzt einen komplett eigenen Lastwagen entwickeln. Denn, wie jeder weiß, stammen die Fahrerhäuser noch aus Beständen des 1975 übernommenen Berliet-Werkes", schreibt Redakteur Florian Moser. "Ein anderer Grund ist der: Den EG-Parlamentariern in Brüssel anhand eines fahrbaren Beispiels aufzuzeigen, wie ein moderner Truck aussehen kann, zu welchen Möglichkeiten man fähig ist, um aus einem Transportmittel einen sicheren, ökonomischen Lkw zu machen."
Daher das weitgehend verkleidete Fahrgestell, dessen Seitenschürzen nicht nur die beiden angetriebenen Hinterachsen und damit die Abrollgeräusche abschotten, sondern auch als Unterfahrschutz dienen. Daher die Bremsanlage mit ABS, die Scheibenbremsen an allen drei Achsen sowie die Vollluftfederung, die den Straßenverschleiß senken soll. Daher die Alufelgen und der gewichtsoptimierte Rahmen, ebenfalls aus Aluminium. Und daher der hauseigene, überarbeitete Reihensechszylinder-Dieselmotor mit Turbolader, Ladeluftkühlung und 320 PS, für den Renault einen Wirkungsgrad von nunmehr 45 Prozent verspricht.
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