Mercedes testet Megawattladen mit eActros 600

eActros 600: MCS-Testfahrt bis Schweden
Daimler testet MCS-Laden mit eActros 600

Mercedes-Benz Trucks schickt zwei eActros 600 auf eine 2.400-km-Testfahrt bis Schweden. Geladen wird an öffentlichen und privaten MCS-Standorten für Lkw. Das waren die Herausforderungen.

Megawattladen im Langstrecken Härtetest: Mercedes Benz Trucks schickt eActros 600 von Deutschland nach Schweden

Megawatt charging in long-haul endurance test: Mercedes Benz Trucks sends eActros 600 from Germany to Sweden
Foto: Daimler Truck / Felix Münch

Mercedes-Benz Trucks schickt zwei eActros 600 auf eine rund 2.400 Kilometer lange Langstreckentestfahrt von Deutschland nach Schweden. Ziel ist es, das Megawatt Charging System (MCS) unter realen Bedingungen zu erproben – inklusive Ladeverhalten, Durchschnittsleistung und Infrastruktur-Performance. Die Route führt vom Werk Wörth am Rhein über die Niederlande, Belgien und Dänemark bis nach Linköping in Schweden.

Laden an öffentlicher und privater Lkw-Infrastruktur

Während der Fahrt sollen die E-Lkw sowohl an öffentlichen als auch an privaten MCS-Ladestationen laden, die speziell für schwere Nutzfahrzeuge ausgelegt sind. Im Fokus steht dabei auch die Frage, wie gut Fahrzeuge mit Ladesystemen unterschiedlicher Hersteller zusammenspielen.

Megawattladen im Langstrecken Härtetest: Mercedes Benz Trucks schickt eActros 600 von Deutschland nach Schweden

Megawatt charging in long-haul endurance test: Mercedes Benz Trucks sends eActros 600 from Germany to Sweden
Daimler Truck / Felix Münch

Eine große Hürde beim Megawatt-Charging stellen die verschiedenen Systeme der Hersteller dar. Ein einheitlicher Standard könnte Abhilfe schaffen.

„Zentrale Herausforderungen beim Megawattladen liegen in der Harmonisierung von Fahrzeug und unterschiedlichen Ladesystemen“, sagt Peter Ziegler, Leiter E-Charging Components bei Mercedes-Benz Trucks. Zusätzlich stellten die hohen Ladeströme beim MCS-Laden große Anforderungen an das Wärmemanagement.

MCS: 20 auf 80 Prozent in rund 30 Minuten

MCS ist für Ladeleistungen von bis zu 1.000 kW ausgelegt und soll die Ladezeiten im Fernverkehr deutlich reduzieren. Beim eActros 600 dauert ein Ladevorgang von 20 auf 80 Prozent mit MCS laut Hersteller rund 30 Minuten.

Der Haken: In Europa sind bislang erst wenige öffentliche MCS-Standorte verfügbar. Für Flottenbetreiber könnte die Technik dennoch ein wichtiger Schritt sein, um batterieelektrische Lkw im Fernverkehr wirtschaftlicher einzusetzen.

Info: eActros 600 im Überblick

Der eActros 600 ist mit drei Batteriepaketen à 207 kWh ausgestattet und kommt damit auf 621 kWh installierte Gesamtkapazität. Zum Einsatz kommen LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat), bei denen ein großer Teil der Kapazität nutzbar ist. Technisch ist der E-Lkw für ein Gesamtzuggewicht bis 44 Tonnen ausgelegt, mit Standardauflieger liegt die Nutzlast in der EU bei rund 22 Tonnen. Mercedes-Benz Trucks nennt eine Reichweite von etwa 500 Kilometern ohne Zwischenladen (bei 40 Tonnen) – mit Nachladen während Pausen sind je nach Infrastruktur auch deutlich längere Tagesetappen möglich.