Die in der internationalen Politik höchst unstetigen Zeiten und die Wachstumssorgen in der deutschen Wirtschaft haben in der jüngsten Vergangenheit auch bei den deutschen Lkw-Herstellern für Krisenstimmung gesorgt. Jetzt aber kann zumindest die Belegschaft von MAN in Deutschland aufatmen und durchaus positiv in die Zukunft blicken. Grund ist das Eckpunktepapier zum Programm "MAN2030+", auf das sich der Vorstand, die betriebliche Mitbestimmung und die IG Metall geeinigt haben.
Alle deutschen MAN-Standorte sind gesichert
Das Papier sieht vor, dass MAN in seine deutschen Standorte bis Ende 2030 fast eine Milliarde Euro investiert und damit alle Standorte sichert, eine Beschäftigungssicherung in Deutschland bis Ende 2035 gilt – mit einer Verlängerungsoption bis Ende 2040 – und betriebsbedingte Kündigungen vorerst ausgeschlossen sind. Auch die TRATON R&D Germany, in welche 2025 große Teile der Entwicklungsbelegschaft gewechselt sind, ist laut MAN in die Beschäftigungssicherung inkludiert. Tarifliche Einschnitte für die Beschäftigten seien wiederum ausgeschlossen worden. Außerdem werden auch künftig Erfolgsbeteiligungen ausgeschüttet und übertarifliche Lohnbestandteile gezahlt.
Innerhalb von zehn Jahren entfallen deutschlandweit 2.300 Stellen
Auf der anderen Seite werden Neueinstellungen und der Abbau von Stellen im Einklang mit der demografischen Entwicklung gemanagt. Über einen Zeitraum von zehn Jahren sollen damit deutschlandweit 2.300 Stellen eingespart werden. "In München geht es um den demografischen Entfall von rund 1.300, in Nürnberg von etwa 400 und in Salzgitter von rund 600 Stellen", erklärt MAN. An allen Standorten werde man aber auch weiterhin einstellen, so dass das Unternehmen auch Mitte der 2030er-Jahre mit dann etwa 13.000 Beschäftigen ein großer Arbeitgeber in Deutschland bleibe.
Weitere Kostensenkungen im Umfang von 900 Millionen Euro
Die Investitionen in die deutschen Standorte sollen zudem mit weiteren Maßnahmen zur Kostensenkung gestemmt werden, die rund 900 Millionen Euro bringen und laut MAN größtenteils belegschaftsunabhängig sind – wie Einsparungen bei Material- und Sachgemein-Kosten sowie eine Steigerung der Vertriebs-Performance.
Zusätzliche Investitionen inklusive Batteriefabrik in Osteuropa
Neben Deutschland bleibt auch Osteuropa im Fokus von MAN: So werden Investitionen, die für die nächste Fahrzeuggeneration auf Basis des Traton-Modular-System-Baukastens notwendig sind, auch in Osteuropa getätigt. Auch eine weitere Batteriefabrik soll in Abhängigkeit vom weiteren Hochlauf der E-Mobilität in Osteuropa errichtet werden.
MAN-CEO Vlaskamp: Wettbewerbsfähigkeit von MAN gesichert
"Nach intensiven Verhandlungen konnten wir uns nun gemeinsam mit unserer Mitbestimmung auf die Umsetzung wesentlicher Eckpfeiler des Programms MAN2030+ verständigen", erklärt MAN-CEO und Traton-Vorstandsmitglied Alexander Vlaskamp. "Das Vorhaben sichert die Wettbewerbsfähigkeit von MAN und garantiert unseren Kunden auch weiterhin ein breites Produktportfolio als Full-Liner, was die Basis für den künftigen Erfolg des Unternehmens bildet." Mit den anhaltend hohen Investitionen in Deutschland komme MAN seiner industriepolitischen Verantwortung nach.
Betriebsratsvorsitzende Schnur: Starkes Signal für Stabilität
Karina Schnur, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der MAN Truck & Bus SE, ergänzt: "Es waren keine einfachen – aber immer respektvolle und konstruktive Gespräche, an deren Ende nun aus Sicht der Mitbestimmung und der IG Metall der bestmögliche Kompromiss für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das Unternehmen steht. Die Einigung ist ein ganz starkes Signal für die Sicherheit, die Stabilität und auch die Zukunftsperspektiven unserer Beschäftigten."






