A20: Polizei stoppt Lkw bei Wismar mit 74 Tonnen

Polizei stoppt fliegenden Holländer
Lkw mit 137 km/h und 74 Tonnen auf der A20

74,4 statt 40 Tonnen geladen: Polizei stoppt niederländischen Lkw auf der A20 bei Wismar. Der digitalen Tachograph offenbart weitere Vergehen. Da werden nicht nur 3.500 € Sicherheitsleistung fällig.

Kelle
Foto: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn.

Wie konnte ein Lkw mit fast doppeltem zulässigem Gewicht überhaupt so weit kommen – und was passiert jetzt? Auf der A20 bei Wismar hat die Polizei ein niederländisches Lkw-Gespann aus dem Verkehr gezogen, das mit Metallschrott massiv überladen war. Auslöser war zunächst ein Verdacht auf zu hohes Tempo. Am Ende stand ein Gewicht auf der Waage, das selbst erfahrene Kontrolleure selten sehen.

Tempoverdacht führt zur Waage – und zum „Aha“-Moment

Mitarbeiter des Autobahn- und Verkehrspolizeireviers Metelsdorf kontrollierten das Gespann am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr in Höhe des Autobahnkreuzes Wismar. Zunächst ging es um den Verdacht einer Geschwindigkeitsüberschreitung. Bei der weiteren Kontrolle erhärtete sich jedoch der Verdacht einer erheblichen Überladung der Kombination – geladen war Metallschrott.

74,4 Tonnen statt 40: Überladung um 34,4 Tonnen (86 Prozent)

Für Klarheit sorgte eine Kontrollwägung auf dem Betriebsgelände einer Firma in Wismar: Gemessen wurden 74,4 Tonnen Gesamtgewicht, erlaubt sind 40 Tonnen. Die Überladung lag damit bei 34,4 Tonnen, das entspricht annähernd 86 Prozent. Die unmittelbare Konsequenz: Der 31-jährige Fahrer musste 3.500 Euro zur Sicherung eines sogenannten Vermögensabschöpfungsverfahrens hinterlegen.

Fahrtenschreiber-Auswertung: Spitze bei 137 km/h

Brisant ist auch der Blick in die Vergangenheit: Bei der Auswertung des Fahrtenschreibers stellten die Beamten laut Mitteilung fest, dass es zuvor zu massiven Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gekommen sei. In der Spitze war der Lkw-Fahrer laut digitalem Tachografen mit bis zu 137 km/h unterwegs.

Weiterfahrt gestoppt – erst entladen, dann Richtung Niederlande

Das aus Anklam kommende Fahrzeuggespann darf seine Fahrt in Richtung Niederlande erst fortsetzen, wenn das Gesamtgewicht auf 40 Tonnen reduziert wurde. Damit ist auch die Eingangsfrage beantwortet: So weit kam das Gespann, weil es bis zur Kontrolle nicht gestoppt wurde. Weiter geht es aber erst nach Entladung und mit Auflagen.

Warum solche Fälle mehr sind als „nur“ ein Verstoß

Massive Überladungen betreffen nicht nur Bußgelder: Sie erhöhen das Risiko im Straßenverkehr, etwa durch längere Bremswege, höhere Belastung von Reifen und Bremsen sowie zusätzliche Beanspruchung der Infrastruktur. Genau deshalb setzen Polizei und Behörden bei solchen Kontrollen zunehmend auf kombinierte Prüfungen aus Ladung, Gewicht und den Daten aus dem digitalen Tachographen. Klar ist, dass es nicht bei den bislang eingezogenen 3.500 Euro bleibt.