Würth-Gruppe Würth ist Eigentümer von Liqui Moli

Erst Prost_Geschäftsführer Liqui Moly Foto: Liqui Moli 2 Bilder

Nach der Übernahme von Liqui Moly durch die Würth-Gruppe bleibt für die Kunden alles beim Alten – zumindest wenn es nach beiden Geschäftspartnern geht.

Erfolgreiche Unternehmen gibt es in der deutschen Wirtschaft reichlich. Erfolg lockt Investoren an, aber auch den Wettbewerb. Der Kapitalmacht von Großkonzernen können sich kleinere Marktbegleiter selten entziehen. So werden sie nach der Übernahme zuweilen absorbiert, etwa mit dem Ziel, Synergien bei Forschung und Entwicklung oder Wissenstransfer einzuleiten. Fusionen können aber auch andere Motive haben. Das zeigt die Übernahme des Schmiermittelspezialisten Liqui Moly durch die in ­Künzels­au ansässige Würth-Gruppe. Zum ersten Januar 2018 hat der Werkstatt- und Zuliefer­riese die Geschäftsanteile des Firmengründers und geschäftsführenden Gesellschafters Ernst Prost übernommen. Damit ist Würth nun alleiniger Eigentümer des Ulmer Unternehmens.

Peter Zürn, stellvertretender Konzernsprecher Würth
 Peter Zürn, Sprecher und Mitglied der Konzernführung bei Würth: "Wir sind stolz, dass die Traditionsmarke Liqui Moly die Würth-Gruppe bereichert."

Liqui Moly bereichert die Würth-Gruppe

Die Marke Liqui Moly soll aber weiterhin bestehen bleiben. Das bestätigen auf Anfrage beide Unternehmen. Auch wenn es im Produktportfolio beider Firmen diverse Überschneidungen gibt, beide vertreiben beispielsweise eine Vielzahl von Motorölen, Additive, Fette, Pflegeprodukte, Klebe- und Dichtstoffe, soll daran nicht gerüttelt werden. Doch nicht nur im Angebot beider Unternehmen gibt es Gemeinsamkeiten. Die Geschäftsbeziehungen von Liqui Moly und Würth bestehen nach eigenen Angaben nicht erst seit Anfang dieses Jahres. Vielmehr ist Würth seit 20 Jahren stiller Teilhaber des Ölherstellers. In welchem Umfang, darüber bewahren beide Traditionsunternehmen – ganz schwäbisch bescheiden – Stillschweigen. Im schwäbischen Volksmund heißt es: Über Geld spricht man nicht, man hat es. Auch Liqui Moly muss sich wirtschaftlich wahrlich nicht vor der neuen, scheinbar übergroßen Konzernmutter verstecken.

Die kürzlich veröffentlichten Geschäftszahlen von Liqui Moly zeigen, dass es sich um ein finanziell sehr gesundes Unternehmen handelt. Nach eigenen Angaben belief sich der Umsatz des Schmierstoffspezialisten 2017 auf 532 Millionen Euro. In dem Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 43 Millionen Euro und damit ein Wachstum von neun Prozent. Ein ebenso großes Wachstum erreichte Liqui Moly beim Ertrag vor Abzug der Steuern, dieser belief sich auf satte 52 Millionen Euro. Vor dem Hintergrund einer Eigenkapitalquote von 80 Prozent kann sich der Erfolg des Ulmer Unternehmens sehen lassen. Ein Erfolg, den Steuermann Prost mit den Mitarbeitern teilt – in Form einer Sonderzahlung von 11.000 Euro für jede und jeden der 835-köpfigen Liqui-Moly-Belegschaft. Auch bei Würth zeigt man sich nach eigenen Angaben beeindruckt von den Erfolgen der neuen Konzerntochter. "Wir sind stolz, dass die erfolgreiche Traditionsmarke mit hervorragender Reputation und großer Dynamik das Portfolio der Würth-Gruppe bereichert", versicherte Peter Zürn, stellvertretender Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe bei Bekanntgabe der Fusion.

Liqui Moly bleibt weiterhin eigenständig

Deshalb sei es auch das erklärte Ziel Würths, die Zukunft von Liqui Moly nachhaltig und erfolgreich weiter zu entwickeln. Hierbei setzt Würth auch weiterhin auf das unternehmerische Geschick des 60-jährigen Prost und erweitert die Geschäftsführung aus den eigenen Reihen von Liqui Moly. Neuer Mann im Management ist seit März 2018 Vertriebsleiter Günter Hiermaier (52), der nun zusammen mit Prost die Geschäftsführung von Liqui Moly verantwortet. Der Verkauf an den Branchenriesen Würth war laut Prost ein wichtiger Schritt, um die Zukunft von Liqui Moly zu sichern – auch über seine Zeit als Steuermann hinaus. "Der Zusammenschluss mit Würth bedeutet lediglich einen Eigentümerwechsel hinter den Kulissen. Liqui Moly bleibt weiterhin eigenständig. Ich bestimme weiterhin die Geschicke des Unternehmens und wir behalten weiterhin unser erfolgreiches Vertriebsmodell über den Großhandel", versichert er. Somit blickt der neue und alte Steuermann Prost auch weiterhin für sein Unternehmen und auch für seine Belegschaft mit Tatendrang in die Zukunft – ungebremst, hemdsärmelig und – wie es aus dem Unternehmen heißt – gewohnt nah an seinen Mitarbeitern.

"Der Erfolg kommt zu denen, die jeden Tag schaffen wie die Brunnenputzer – ganz egal, ob man ein Unternehmen führt, Kunden besucht oder in der Produktion arbeitet", sagt Prost, der sich auch von Euro-Krise und Brexit nicht beeindruckt gibt. Unsicherheiten gehören seiner Meinung nach zum Unternehmertum dazu. Angst müsse man deswegen nicht haben. "Wenn irgendwo die Risiken wachsen, dann wachsen woanders auch die Chancen", gibt sich Ernst Prost optimistisch. Man dürfe bloß nicht jedem Euro blind hinterherrennen. „Da verzichte ich lieber auf Umsatz, an dem ich nichts verdiene. Aus diesem Grund haben wir auch praktisch keinerlei Zahlungsausfälle“, verrät der Liqui-Moly-Gründer sein Erfolgs­geheimnis. Von dieser Geschäftspraxis profitiert laut Prost nicht nur das Unternehmen selbst, sondern vor allem auch Lieferanten und die Kunden. Denn wenn es nach ihm geht, bliebe bei Liqui Moly nach der Übernahme durch Würth alles, wie es ist. Nur eben jetzt noch sicherer als zuvor. 

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