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Weg vom Diesel Lidl fährt mit Ökostrom und Biogas

Foto: Lidl Schweiz

Der Einzelhändler Lidl Schweiz wendet sich in der Filialbelieferung bis 2030 von fossilen Energieträgern ab. So soll die Abkehr vom Diesel gelingen.

Adieu Diesel: Lidl Schweiz will bis 2030 in der Filialbelieferung komplett auf fossile Energieträger verzichten. Schon heute erbringt das Unternehmen, das zur Schwarz Gruppe aus Neckarsulm gehört, 60 Prozent seiner Lastkilometer nach eigenen Angaben ohne Diesel – mithilfe von biogenen und synthetischen Kraftstoffen sowie neuerdings mit Solarstrom.

2018 erhielt das Unternehmen als erstes in der Schweiz einen Stern der Initiative Lean & Green, weil es seine CO2-Emissionen in Transport und Logistik um ein Fünftel reduziert hatte – und das innerhalb von drei statt der geforderten fünf Jahre, wie Lidl mitteilt. Vor wenigen Wochen gab es den zweiten Stern, nachdem der Einzelhändler im Alpenland die CO2-Emissionen zwischen 2017 und 2020 um weitere 13 Prozent drosselte. Der Ehrgeiz ist geweckt, einen dritten Stern zu holen; dafür ist eine weitere CO2-Reduktion von fünf Prozent innerhalb von zwei Jahren nötig.

Elektro-Sattelzug im Einsatz bei Krummen Kerzers

Um die CO2-Ziele zu erreichen, verfolgt das Unternehmen unterschiedliche umweltverträgliche Mobilitätskonzepte. Der jüngste alternative Flottenneuzugang ist eine batterieelektrische Zugmaschine des in Winterthur ansässigen Elektrifizierers Designwerk, die auf einem Volvo FH aufbaut und beim Lidl-Logistikpartner Krummen Kerzers im Einsatz ist.

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Der 680 PS starke Elektro-Lkw kommt dank einer Batteriekapazität von 900 kWh auf Reichweiten von mehr als 500 Kilometern, was einer Strecke von Zürich nach Genf und retour entspricht. Lidl und Krummen Kerzers planen mit einer Jahreslaufleistung von rund 180.000 Kilometern. Damit verbunden wäre eine CO2-Einsparung von 150 Tonnen pro Jahr gegenüber einem vergleichbaren Dieselfahrzeug.

Die Energie bezieht der Designwerk-Lkw am Lidl-Logistikzentrum in Sévaz (Kanton Freiburg), auf dessen Dach der Solarstrom produziert wird. Der neue Stromer ist nicht der erste in der Lidl-Flotte: Bereits von 2014 bis 2020 hatte der Einzelhändler zwei 18-Tonner des Schweizer Umrüsters E-Force One im Einsatz, die aufgrund altersschwacher Batterien nach Lidl-Angaben eigentlich für die Verschrottung vorgesehen waren. Stattdessen stellte das Unternehmen sie der Berner Fachhochschule BFH zur Verfügung, die den Verteilerfahrzeugen mit neuen Batterien neues Leben einhauchen möchte.

Biogas aus Klärschlamm gewonnen

Schon länger setzt Lidl auch Gasfahrzeuge für die Filialbelieferung ein. Aktuell sind es mehr als 30 LNG-Lkw und vier CNG-Lkw. Beim CNG handelt es sich nach Firmenangaben zu 100 Prozent um Schweizer Biogas. Möglich macht es eine Kooperation mit dem Energieversorger Technische Betriebe Weinfelden, der Lidl mit Biogas aus Klärschlamm versorgt. Auch vom fossilen LNG möchte sich Lidl Schweiz lösen: Schrittweise sollen die beiden LNG-Tankstellen auf Bio-LNG umgestellt werden (LBG, Liquified Bio Gas), 2019 unternahm der Discounter die ersten Feldversuche mit diesem Kraftstoff.

Die ersten Versuche mit dem aus Norwegen stammenden Kraftstoff seien positiv ausgefallen, teilt Lidl in seinem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht mit. „Der Transport, die Verzollung und die Betankung funktionieren. Die Well-to-Wheel-Reduktion der Treibhausgasemissionen pro Kilometer betragen mehr als 80 Prozent gegenüber dem Diesel.“ Ein fossilfreier Betrieb mit LBG wäre nach Lidl-Einschätzung ohne Einbußen bei Nutzlast und Reichweite heute schon möglich, allerdings mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Seit August 2020 ist Lidl Schweiz Partnerin der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) im Bereich erneuerbare Energien. In einem Kooperationsprojekt soll aus Wasser, Sonnenenergie und CO₂ aus der Atmosphäre erneuerbares Gas hergestellt werden.

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