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Verlängerter Sattelauflieger

Rüdinger kündigt Feuerwerk an 15-Meter-Aufliegern an

Foto: Matthias Rathmann

Kleiner Lang-Lkw ganz groß: Die Rüdinger Spedition aus Krautheim stellt ihre Sattelauflieger konsequent auf das 15-Meter-Maß um.

Die Besonderheit dabei ist, dass es sich um Spezialfahrzeuge handelt. Eine Adaption auf 15 Meter Länge zum Beispiel bei Planentiefladern ist deutlich anspruchsvoller als bei einem Standard-Planensattel. „Wir veranstalten ein Feuerwerk an verlängerten Aufliegern“, kündigte der Geschäftsführende Gesellschafter Roland Rüdinger am Dienstag vor Journalisten in Krautheim (Hohenlohekreis) an. Jeder Spezialauflieger werde auf 15 Meter transformiert.

Zugute kommen dem Unternehmen dabei zwei Faktoren. Das sind einmal die Freigabe für den verlängerten Sattelauflieger in ganz Baden-Württemberg, damit hat dieses Fahrzeug in fast allen Bundesländern freie Fahrt. Zum anderen ist es die Lockerung der Eignung von Lang-Lkw für den Kombinierten Verkehr zum Oktober vorigen Jahres. „Das hat bei uns einen Technikschub ausgelöst“, erläuterte Rüdinger.

Rüdinger plant 50 Prozent mehr verlängerte Auflieger

Bislang 30 verlängerte Auflieger hat das Transport- und Logistikunternehmen im Fuhrpark. Zehn davon sind klassische 14,90 Meter lange Big-Maxx von Kögel, die von einer generellen Freigabe für das Straßennetz profitieren. 20 weitere laufen gemäß der Kriterien des Lang-Lkw-Regelbetriebs als Typ 1. Ihm hat das Bundesverkehrsministerium inzwischen eine Länge von 14,98 Metern zugebilligt – beziehungsweise dem Gesamtfahrzeug eine Länge von 17,88 Metern.

Getreu der Formel „15 mal 15“ sollen bei der Rüdinger Spedition nun 15 weitere 15-Meter-Sattelauflieger bis Jahresende dazu kommen. Damit steigert Rüdinger seine Lang-Lkw-Flotte des Typs 1 um 50 Prozent. Die ersten Neuzugänge hat Rüdinger bereits in seine Flotte integriert, dabei handelt es sich um Vertreter aus den Kategorien Schiebebügel-, Tiefbett- und Megasattelauflieger. Den Speziallader für die Papierindustrie fertigte der Fahrzeugbauer Dinkel, die Volumenwunder etwa für den Transport von Dachklimazentralen oder Wohncontainern produzierte Meusburger, der Megasattel mit Ladebordwand stammt von Fliegl.

Doppelstockauflieger als Langsattel bestellt

Und damit nicht genug: Kurz vor der Auslieferung stehen ein Planentieflader mit Heckverbreiterung, bestellt sind ferner ein Keilsattel mit Auffahrrampe für den Transport von Fahrzeugen sowie ein Schwanenhalsauflieger. „Die Krönung“, wie es Roland Rüdinger bezeichnet, aber bildet ein Doppelstockauflieger mit 15 Metern, der im September kommen soll und 74 statt 66 Europaletten Platz bietet – gefertigt von einem Großserienhersteller.

Foto: Matthias Rathmann
Spediteur Roland Rüdinger an einem 15-Meter-Planentieflader von Meusburger, der auch über einen Antirutschboden verfügt.

Was die Tiefbettauflieger angeht, hat Rüdinger bereits zwei dieser Fahrzeuge von Meusburger übernommen. Variante eins ist ein Zweiachser mit 8,70 Meter langem Tiefbett, Variante zwei ein Einachser mit beispiellosen Zehn-Meter-Tiefbett, der immer noch eine Nutzlast von 17 Tonnen schultern kann.

Der verlängerte Sattelauflieger ist für Rüdinger ein „echtes Raumwunder“, der zehn Prozent mehr Ladung bei gleichem Ressourcenverbrauch schultert. „Die verlängerten Sattelauflieger werden nun Standard“, sagte der Firmenchef. Abgerundet wird die Lang-Lkw-Flotte durch drei 25-Meter-Einheiten des Typs 3, bestehend aus Motorwagen, Dolly und Sattelauflieger, die das Unternehmen vor allem für Hubverkehre im Einsatz hat.

Auch Lang-Lkw-Typ 5 zieht in Rüdinger-Flotte ein

Mit einer weiteren Lang-Lkw-Ausführung will Rüdinger ebenfalls Erfahrungen sammeln – mit Typ 5, einer 24-Meter-Variante, bestehend aus Lkw und Anhänger. Auf dieses Fahrzeugkonzept in seiner Flotte freut sich der Firmenchef nach eigenem Bekunden besonders – hat es mit 22 Tonnen Nutzlast und einer lichten Höhe von drei Metern auf 20 Lademetern für ihn doch ein beträchtliches Potenzial. Hinzu kommt das einfache Handling des Fünfachsers, weil Fahrer ihn wie einen Gliederzug steuern können.

Das Fahrzeug von Dinkel soll im Juni die Rüdinger-Flotte ergänzen und seine Alltagstauglichkeit im Seehafenverkehr nach Hamburg unter Beweis stellen. „Es könnte das neue Brot- und Butterauto werden“, prognostiziert Rüdinger.

Er ist überzeugt, mit dem Einsatz von Lang-Lkw mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Es sei einmal eine Antwort auf die osteuropäischen Wettbewerber, die vor allem von ihren Lohnkostenvorteilen profitieren. Rüdingers Einschätzung: Mit 10 bis 15 Prozent mehr Fahrzeugeffizienz lässt sich dieser Vorteil ausgleichen. Der Lang-Lkw bringt aber auch Umwelteffekte, dadurch sei es möglich, die CO2-Bilanz noch weiter zu verbessern. So ist es Rüdinger nach eigenen Angaben gelungen, den CO2-Ausstoß der eigenen Lkw im Unternehmen von 2009 auf 2019 um 3,4 Prozent auf rund 9.200 Tonnen CO2 zu drosseln. Im gleichen Zeitraum wuchs der Fuhrpark um 34 Einheiten auf zurzeit 190 Lkw.

Was die Rüdinger Spedition mit Blick auf ihre digitalen und Stückgutaktivitäten plant, lesen Sie hier.

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