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Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg

Die Digitalisierung nicht verschlafen

Zukunft, VSL, Digitalisierung, digital, Virtual Reality Foto: Lassedesignen - Fotolia

Der VSL nimmt bei seiner Mitgliederversammlung zur Digitalisierung Stellung und feiert das 100. Mitglied der Initiative Logistics for Europe. Digital-Experte Ibrahim Evsan skizziert die Welt von morgen.

27.07.2017 Franziska Nieß

Obwohl es dem Wirtschaftsstandort Deutschland momentan gut gehe, dürfe man eines nicht vergessen: "Wir stellen heute die Weichen für die Zukunft." Mit diesen Worten eröffnete Karlhubert Dischinger, Präsident des Verbands Spedition und Logistik Baden-Württemberg (VSL), die diesjährige Mitgliederversammlung in Baden-Baden. Dischinger bezeichnete Deutschland als Kraftzentrum Europas, doch es herrsche auch Bedarf zur Optimierung. Zu viel Bürokratie und keine einheitlichen Regelungen, wie etwa beim Mindestlohn, erschweren laut dem VSL-Präsidenten die europäische Zusammenarbeit. Die neuen Regelungen zur Verbringung der wöchentlichen Ruhezeit verurteilte er: "Dass Fahrer am Wochenende nicht mehr im Lkw übernachten dürfen, finde ich unmöglich." Die meisten Fahrzeuge seien immerhin gut ausgestattet.

Positive Entwicklung für Initiative Logistics for Europe

Erfreut zeigte er sich über die Entwicklung der Initiative Logistics for Europe, die der VSL anlässlich der Messe Transport Logistic im Mai startete. Mit der Spedition Bretz aus Malsch kam nun das 100. Mitglied hinzu, das sich für ein offenes und freies Europa einsetzt. "Die Teilnahme kostet nichts, Sie überlassen uns lediglich Ihr Logo zur Verwendung", erklärte Dischinger den Teilnehmern. Vor 60 Jahren legten die Römischen Verträge den Grundstein für die europäische Idee – doch im Jahr des Jubiläums gehen laut Dischinger viele mit dem Thema zu nachlässig um. "Die europakritischen Stimmen nehmen zu." Der VSL will mit der Initiative daher einen Weckruf aussenden.

Einen solchen Weckruf haben deutsche Unternehmen wohl in Sachen Digitalisierung nötig. Algorithmen werden laut Dischinger künftig immer wichtiger. "Wer sich in den kommenden fünf Jahren nicht um die Digitalisierung kümmert, wird untergehen", prognostizierte der VSL-Präsident. Zu einem schärferen Schluss kam Ibrahim Evsan, Digital-Experte, Blogger und Autor, während seines Vortrags: "Deutschland hat die Digitalisierung verschlafen." Die meisten deutschen Unternehmen haben laut Evsan keine digitale Strategie. "Wir befinden uns aber in einer Zeit der Innovationswut", erklärte Gastredner Evsan.

Power Influencer bestimmen das öffentliche Leben

Nahezu alles werde digitalisiert, sogenannte Power Influencer bestimmten das öffentliche Leben. Damit meinte er zum Beispiel Tesla-Chef Elon Musk, der nicht nur erfolgreich Elektroautos baut, sondern mit seiner Raumfahrtfirma Space X auch den Mars besiedeln will – seinen Geschäftsideen scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Evsan skizzierte die Welt von morgen mit autonomen Fahrzeugen, Sprachassistenten oder Robotern, die die Lagerhaltung übernehmen. Alle diese Dinge gibt es schon, sie müssen nur noch in den Alltag integriert werden. Die Weichen für die Zukunft – sie stehen schon.

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