Paule transportiert A320 von Tallinn nach Calw

Mit dem Airbus in den Süden

Richard Kienberger Foto: Richard Kienberger

Schwerlastspezialist Hermann Paule hat einen stillgelegten Airbus vom estnischen Tallinn ins baden-württembergische Calw transportiert. Dort wird der A320 den Spezialkräften der Bundeswehr zu Übungszwecken dienen.

So unauffällig wie möglich, aber doch kaum zu übersehen, rollte der Rumpf des Airliners auf einer Hubhebelkesselbrücke durch die Republik. Als Zugmaschine setzte der Stuttgarter Schwerlastspediteur Hermann Paule einen Mercedes-Benz Actros 4163 SLT ein.

Der A320 war nach einer Bruchlandung im estnischen Tallinn stillgelegt worden und hatte die erste Etappe, zum Lübecker Hafenterminal Seelandkai, mit dem Ro-Ro-Schiff „Bore Sea“ zurückgelegt. Von dort aus betrug die gewählte Route zum neuen Eigentümer noch 948 Kilometer.

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Rumpf, Tragflächen und Leitwerk getrennt transportiert

Tragflächen und Leitwerk waren bereits abmontiert und gelangten eine Woche früher separat per Plateauauflieger an den Bestimmungsort. Die größte Herausforderung für die Paule-Mitarbeiter aber war das großvolumige Rumpfsegment, mit dem das Schwerlastgespann laut eines Mitarbeiters auf 54 Meter Länge, 4,80 Meter Breite, 4,45 Meter Höhe und 89 Tonnen Gewicht kam.

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Übungsobjekt für das KSK

Nach drei Nächten Fahrt erreichte der Transport am frühen Samstagmorgen sein Ziel, die Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw. Dort ist das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr stationiert, dessen Auftrag unter anderem die Befreiung deutscher Staatsbürger bei Geiselnahmen im Ausland umfasst.

Für das KSK ging damit kurz vor Weihnachten der lang gehegte Wunsch in Erfüllung, zu einem vertretbaren Preis einen ausrangierten Airliner für Ausbildungs- und Übungsszenarien rund um die zivile Luftfahrt zu erwerben. Dass es sich bei dem bruchgelandeten A320 um eines der meistverkauften Passagierflugzeuge handelt, war vor diesem Hintergrund sozusagen doppeltes Glück.

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FERNFAHRER-Reportage folgt

Wie die Paule-Mannschaft diesen besonderen Transport von Tallinn bis nach Calw meisterte – vor allem eine unerwartete Herausforderung im letzten Kreisverkehr vor dem Ziel – lesen Sie im Neuen Jahr exklusiv im FERNFAHRER.

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