Speditionsporträt March

"Wir leben Transport"

Spedition March Transporte Rheinbach Spedition FF 1/2020 1/20 Foto: Jan Bergrath 14 Bilder

Die Fahrer von March Transporte aus Rheinbach sind mit frischem Obst und Gemüse überwiegend nach Süddeutschland unterwegs. Der Rhythmus und das Betriebsklima sagen ihnen besonders zu.

Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein! Dieser einprägsame Satz hängt gut sichtbar in der Disposition von March Transporte aus Rheinbach. Er passt natürlich zum zweiten Motto, das sich Alexandra und Marco March seit der Gründung des jungen Unternehmens im Jahr 2002 gegeben haben: Wir leben Transport. Die Erfolgsgeschichte ist daher auch schnell erzählt.

Unternehmen beschäftigt 40 Fahrer

Marco March (48) ist gelernter Büro- und Versicherungskaufmann, entschied sich aber 1994 für eine Karriere als Berufskraftfahrer, zunächst drei Jahre bei Dahm aus Niederzissen auf einem Gaszug. 2002 wagte er mit einem Mietfahrzeug von Volvo Jungbluth aus Plaidt und einem Muldenkipperauflieger den Weg als selbstfahrender Unternehmer; bald zog er Chemiecontainer für zwei regionale Tankspeditionen. Als die Finanzkrise ab 2009 auch die Chemiebranche erreichte, sattelte er um. "Ende 2010 habe ich dann die ersten Schritte im Kühlbereich für Kunden aus Bornheim, Grafschaft und Rheinbach unternommen", erzählt March. Eine gute Entscheidung.

Bis heute ist allerdings die Containerlogistik im Regionalverkehr das kleine, aber feine zweite Standbein. Inzwischen ist das Unternehmen auf 21 ziehende Einheiten angewachsen und beschäftigt 40 Fahrer inklusive Springern und Aushilfen. So wie den mittlerweile 68-jährigen Rolf Königshoven aus Grafschaft, einen agilen Mann mit der schwarzen Tasche für die Tagestouren. Ihm, so zeigt es das Gespräch mit den anderen Fahrern, wird seit Ende 2016 die Verantwortung dafür zugeschoben, dass March einige der guten und langjährigen Fahrer zu einem erheblichen Teil seiner Mundpropaganda zu verdanken hat.

Lange war Rolf bei einem namhaften Getränkeproduzenten aus Bad Neuenahr-Ahrweiler direkt unter der Brücke der A 61 im Werkverkehr gewesen – und überzeugte später sukzessive weitere Fahrer, zu March zu kommen, nachdem der bisherige Arbeitgeber Teil eines internationalen Konzerns geworden war. Heute holt er mit den Lastzügen seiner Kollegen Ladungen vor oder fährt sie aus. "In der Ruhe liegt die Kraft", sagt er und ist ein wenig stolz auf die Tatsache, dass er seit seinem 22. Lebensjahr Lkw fährt und nun, wie er sagt, "die gewisse Lebenserfahrung hat, unseren jungen Nachwuchskollegen Tipps zu geben, die diese annehmen".

Es sind vor allem zwei feste regionale Verlader von frischem Obst und Gemüse, in deren Auftrag die Fahrer überwiegend Richtung Süddeutschland unterwegs sind. "Wir fahren nur nachts", sagt Lars Kriwitz, dem dieser Rhythmus absolut zusagt. "Nachts ist nicht so viel Verkehr auf den Autobahnen, du hast keinen Stress mit Baustellen und Staus. Du kannst einfach in aller Ruhe deine Tour ziehen, weil du ausgeruht bist." Meist enden die Touren bei den Lagern der Kunden im Raum München. "Wenn wir leer sind, suchen wir uns einen ruhigen Ort für die Ruhezeit. Das heißt, wir finden in der Regel nicht nur einen Parkplatz, sondern können auch recht ungestört schlafen, weil der Lkw leer ist und das Kühlaggregat nicht läuft." Am nächsten Abend folgt im Grunde der gleiche Ablauf: beladen mit Frischware oder Chips zurück ins Rheinland.

01_FF_12_PiP_Spedition March Foto: Markus Rath
Die Fahrer der Kühlzüge sind vor allem in der Nacht nach Süddeutschland unterwegs.

Topmoderner Fuhrpark und guter Lohn mit Nachtzuschlägen

"Bei uns gibt es unterschiedlichste Wochenabläufe", erzählt Bernd Schumacher-Kleiß. "Ich habe in der Regel eine lange und eine kurze Woche mit den entsprechenden Ruhezeiten." Erst am 24. August dieses Jahres hat Bernd im Schloss Miel seine Sabrina geheiratet. Lars Kriwitz, Dirk Roschke und Torsten Fuchs bereiteten dem jungen Paar mit ihren drei Zugmaschinen eine standesgemäße Eskorte. "Das hat mich unglaublich gefreut und sagt viel über unser gutes Betriebsklima aus", sagt Bernd. "Und was ich noch betonen möchte: Wir arbeiten bei March alle im Team, und wir fahren vor allem immer wieder zu denselben Kunden. Da kennen wir uns aus, da kennen wir die Abläufe und dort sind wir als Fahrer gut gelitten."

Vor allem der topmoderne Fuhrpark ist, neben dem guten Lohn mit Nachtzuschlägen, ein gutes Argument, wenn sich neue Fahrer bewerben. "From Sweden with Love" steht in dezenter Schrift an der Seite der Volvo FH Globetrotter mit 500 PS und der gehobenen Ausstattung für den nationalen Fernverkehr; eine Standklimaanlage ist selbstverständlich. "Mit dem Auto kann man schon gut arbeiten", lobt Reinhold Vosen, der seit 43 Jahren Lkw fährt, die letzten 8 Jahre bei March.

"Die vielen Assistenzsysteme sind heutzutage natürlich eine feine Sache, aber sie fördern auch ein wenig die Monotonie, weshalb man sich unterwegs erst recht auf die Fahrt konzentrieren muss. Ablenkung etwa durch Smartphones am Steuer geht gar nicht." Seit den Anfängen der jungen Firma vertraut Marco March dem Service von Volvo Jungbluth aus Plaidt – der sich jeden Sommer damit revanchiert, dass seine Kunden beim Truck-Grand-Prix in der Eifel ihr eigenes kleines Festivalgelände beziehen können. Auch diese betriebsinterne Geselligkeit trägt, wie die hauseigene Weihnachtsfeier, mit zur von den Fahrern geschätzten positiven Stimmung bei. Kein Wunder also, dass sich trotz des allgegenwärtigen Fahrermangels immer wieder Fahrer bei March bewerben.

Spedition March Transporte Rheinbach Spedition FF 1/2020 1/20 Foto: JB
Franz Palm aus Grafschaft: "Die Arbeit macht Spaß. Auch die nötigen Schulungen werden organisiert. Als Fahrer hast du bei March das Rundum-sorglos-Paket bei einem sehr guten Betriebsklima."

Hoher Qualitätsstandard durch eigene Schulungen

"Leider trennt sich schnell die Spreu vom Weizen", beklagt March, wenn er mit den Bewerbern gesprochen habe. "Die gut qualifizierten Fahrer, die wir suchen, sind nicht immer dabei." Besonders krass war der Fall eines Bewerbers, der seinen Arbeitsvertrag bereits unterschrieben hatte und eine Stunde vor der geplanten Abfahrt des beladenen Lkw per Whatsapp mitteilte, dass er es sich noch einmal überlegt habe. "So etwas können wir uns gar nicht erlauben", sagt March." Zum Glück ist eine unserer festen Aushilfen noch kurzfristig eingesprungen."

Vor allem durch eigene Weiterbildungsschulungen hält March den Qualitätsstandard der motivierten Belegschaft hoch. "Bei uns werden alle nötigen Schulungen für uns organisiert", sagt Franz Palm, ebenfalls ein alter Kollege von Rolf, dem Springer. "Die Kosten trägt die Firma. Als Fahrer hast du hier im Grunde das Rundum-sorglos-Paket, und das bei einem sehr guten Betriebsklima. Ich persönlich gehe hier nicht mehr weg." Zu diesem attraktiven Arbeitsumfeld trägt seit August auch Markus Rath bei. Elf Jahre lang hatte er bei einer Silofachspedition als Assistent der Geschäftsleitung viele positive Impulse gesetzt, ging dann für drei Jahre zum Telematikanbieter Spedion und forciert nun bei March eben auch diesen Bereich.

"Die Chemie mit Marco, seiner Frau Alexandra und dem gesamten Team hat auf Anhieb gestimmt, sonst hätte ich es gar nicht gewagt." Rath ist es auch, der die firmeneigene Facebook-Seite betreut und dort in aller Öffentlichkeit vormacht, was viele Fahrer anderswo vermissen: die Wertschätzung für die Mitarbeiter, ohne die es die Lebensmittellogistik nicht geben würde, ehrlich zum Ausdruck zu bringen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
FF 01 2020 Titel
FERNFAHRER 01 / 2020
7. Dezember 2019
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