Karsan

Neuauflage der Sileo Ebusse

Foto: Karsan

Der türkische Busbauer Karsan hat seine neue Elektrobus-Familie „e-ATA“ auf Basis der aktuellen Sileo/Bozankaya-Busse präsentiert, die in Längen mit zehn, zwölf und 18 Metern angeboten wird. Die Produktion wurde nach Aussage des Busbauers bereits gestartet. Auch einen ersten Auftrag über insgesamt 66 Exemplare der neuen Busse aus Rumänien soll es bereits geben.

Die neuen Karsan e-ATA-Modelle ergänzen die bisherigen, typischen Elektro-Kleinbusse des Unternehmens, das sich nun einer Elektrobuspalette von sechs bis 18 Meter rühmt. Im türkischen Bursa baut Karsan bereits seit mehreren Jahren den sechs Meter langen Karsan e-Jest und den acht Meter langen Karsan e-Atak, die beide mit BMWi-Technik ausgestattet sind. Letzterer ist auch schon in einer teilautonom fahrenden Version im Testbetrieb. Der als letztes Modell von Sileo entwickelte Doppelgelenkbus wurde offenbar zwar miterworben, aber noch nicht angekündigt.

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Der türkische Busbauer Karsan hat seine neue Elektrobus-Familie „e-ATA“ auf Basis der aktuellen Sileo/Bozankaya-Busse präsentiert, die in Längen mit zehn, zwölf und 18 Metern angeboten wird

Karsan e-ATA: Niederflurbus mit Radnabenmotoren

Die niederflurigen e-ATA-Modelle haben das Außendesign und die grundlegende Technik vom türkischen Partner Bozankaya/Sileo geerbt, um die es seit dem Brand der Produktionhalle in Salzgitter im Jahr 2017 insgesamt sehr leise geworden war. Karsan habe nach diversen Medienberichten im Mai 2020 dann alle Rechte an den Elektrobussen der Bozankaya-Gruppe samt Technologie-Transfer erworben, die Zusammenarbeit bei Elektrobussen reicht aber schon ins Jahr 2017 zurück. Abgesehen vom weitgehend übernommenen Exterieur-Design mit A0-Säule, tiefgezogenen Seitenscheiben und riesiger Heckscheibe solle es sich aber bei sämtlichen Komponenten der e-ATA-Familie um Eigenentwicklungen handeln, wie aus Bursa verlautet. Die technischen Daten der als „Radnabenmotoren“ integrierten E-Motoren, die in der 10 und 12 Meter langen Variante bis zu 250 kW und 22.000 Nm sowie bei dem 18 Meter langen Gelenkbus bis zu 500 kW leisten, ähneln aber nicht zufällig denen der ZF AxTrax AVE mit ihren Asynchronmotoren, die auch bei Sileo bisher ausschließlich zum Einsatz kamen.

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Die niederflurigen e-ATA-Modelle haben das Außendesign und die grundlegende Technik vom türkischen Partner Bozankaya/Sileo geerbt.

Karson e-ATA mit solider Reichweite

Als Energiespeicher sind bei dem zehn-Meter-Modell laut Karsan bis zu 300 kWh angegeben, bei dem 12-Meter-Solobus bis zu 450 kWh und bei dem 18 Meter Gelenkbus bis zu 600 kWh lieferbar. Als Radius der reichweitenstärksten Version gibt Karsan bis zu 450 Kilometer an. Während der türkische Hersteller im e-Jest und e-Atak auf i3-Batterien von BMW setzt, handelt es sich bei den Energiespeichern für die e-ATA-Modelle um LFP-Batterien, die als besonders robust und anspruchslos gelten.

Karsan gibt bisher keine weiteren Details zu den Batterien preis. Auch zur Ladeleistung bleibt der Hersteller bei der Vorstellung der neuen Modelle diffus. Per DC-Ladung könnten die Modelle je nach Größe der Batterie in ein bis vier Stunden aufgeladen werden, heißt es. In der Pressemeldung präzisiert Karsan jedoch, dass ab Werk CCS-Laden per Kabel mit bis zu 150 kW Leistung möglich ist. Optional können die Busse auch per Pantograph mit bis zu 350 kW geladen werden. Auch die LFP, also Lithium-Eisenphosphatbatterien von Sileo, die mit einem speziellen „Single Cell Loading“ (SCL) Methodik ausgerüstet waren, könnten zur Anwendung kommen, auch wenn diese maximal bis 450 kWh verfügbar waren.

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Die neuen Karsan e-ATA-Modelle ergänzen die bisherigen, typischen Elektro-Kleinbusse des Unternehmens, das sich nun einer Elektrobuspalette von sechs bis 18 Meter rühmt.

Niederflurbus mit aktueller Sicherheitstechnik

Als weitere Merkmale gibt der Hersteller eine Fahrgastkapazität von 90, gut 100 und mehr als 150 Personen an – je nach Fahrzeuglänge und verbauter Batteriepack-Anzahl, was extrem gute Werte wären – fasst ein MAN Lion’s City 18 E derzeit doch nur rund 90 Fahrgäste. Kameras statt der konventionellen Rückspiegel seien optional, heißt es. Außerdem ist die e-ATA-Reihe mit einer Reihe von modernen Assistenzsystemen versehen, darunter laut Pressetext auch Kollisionswarner und Spurhalteassistent, im Werbefilm ist jedoch nur das kamerabasierte Mobileye System zu sehen, das bei vielen anderen Herstellern ebenfalls zum Einsatz kommt. Karsan-CEO Okan Baş äußerte bei der Präsentation, dass die gesamte E-Bus-Palette des Unternehmens in den kommenden Jahren zudem mit autonomen Fahrtechnologien ausgestattet werde. Der Vertriebschef des Unternehmens, Deniz Cetin, der bis 2020 noch für Temsa USA arbeitete, erwartet für 2024 einen Anteil von 35 Prozent an elektrischen Stadtbussen, 2030 dann schon 50 Prozent.

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Karsan-CEO Okan Baş äußerte bei der Präsentation, dass die gesamte E-Bus-Palette des Unternehmens in den kommenden Jahren zudem mit autonomen Fahrtechnologien ausgestattet werde.

Die ersten zehn Exemplare des zehn Meter langen e-ATA sollen noch 2021 nach Rumänien geliefert werden, ebenso ab dem kommenden Jahr 56 Exemplare der 18-Meter-Variante. Laut Baş handelt es sich „um den bisher größten Export von Elektrobussen aus der Türkei“. Während die ersten zehn Exemplare im Dezember nach Slatina gehen sollen, werden die Gelenkbusse voraussichtlich 2022 an zwei namentlich nicht genannte Städte in Rumänien übergeben. Man darf gespannt sein, ob die Busse auch zum zweiten Mal den Weg nach Deutschland finden werden.

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