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Haix, Herkules, Engelbert Strauss, Modyf

Werkstattschuhe im Praxistest

Foto: Carsten Lange

Die Anforderungen an Werkstattschuhe sind hoch. Sie sollen nicht nur angenehm zu tragen sein, sondern auch einen wichtigen Zweck erfüllen – nämlich bei der täglichen Arbeit vor Verletzungen schützen. Im Praxistest diesmal: Modelle von vier Herstellern.

31.03.2017 Carsten Lange

Wie in vielen anderen Bereichen des Arbeitslebens auch, sind in Werkstätten Sicherheitsschuhe vorgeschrieben. Das Tragen normaler Schuhe wird als Verstoß gegen den Arbeitsschutz gewertet. Unverzichtbar bei Werkstattschuhen sind Zehenschutzkappen. Umgangssprachlich werden sie "Stahlkappen" genannt, obwohl auch andere Materialien zum Einsatz kommen. Sie müssen besondere Belastungen aushalten, etwa wenn Gegenstände herabfallen. Die Schuhe sollten rutschhemmend und antistatisch sein und sowohl bei Kälte wie auch Wärme gut zu tragen sein. Feuchtigkeit und Nässe sollen sie ebenfalls aushalten. Ein Vorteil ist es, wenn sie bei Verschmutzungen möglichst einfach zu reinigen sind.

Die Sicherheitsmerkmale richten sich nach den Schutzklassen S1, S2 und S3. Doch bei der Auswahl der Schuhe kommt es auch auf etwas anderes an: Während einer Arbeitswoche werden die Sicherheitsschuhe häufiger getragen als Schuhe für den Privatgebrauch. Auch nach einem Zehn-Stunden-Tag möchte sich ihr Träger darin wohlfühlen.

Alle getesteten Schuhe erfüllen Schutzklasse S3

Das gute Gefühl spielt also neben den Sicherheitsmerkmalen ebenfalls eine große Rolle bei der Auswahl. Einlagenträger sollten ihre eigenen Einlagen verwenden können. Wie bei jedem Schuhkauf sollten auch die Sicherheitsschuhe daraufhin geprüft werden, ob sie mit den eigenen Füßen harmonieren. Wir haben diesmal Werkstattschuhe der Hersteller Engelbert-Strauss, Haix, Herkules und Modyf getestet. Alle Schuhe sind speziell für Werkstätten geeignet und erfüllen die Schutzklasse S3.

Die Modelle wurden unseren Testern, dem Werkstattteam des Nutzfahrzeugspezialisten GSS Nutzfahrzeug GmbH & Co. KG aus Langenbernsdorf, kostenfrei in jeweils mehreren Größen zur Verfügung gestellt. Die Werkstattmitarbeiter hatten die Schuhe vier Wochen bei der täglichen Arbeit getragen, ehe sie Bilanz zogen. Wie immer bei unseren Produkttests erstellen wir kein Ranking, sondern geben die Eindrücke aus der Praxis zum jeweiligen Produkt wieder. Kriterien waren dabei Tragekomfort, Reinigung/Pflege sowie Gewicht. Alle Schuhe, so das Testergebnis, können in Werkstätten bedenkenlos eingesetzt werden.

"Black Eagle Safety low" (S3) von Haix

Der Sicherheitsschuh verfügt über eine Schutzkappe, die aus glasfaserverstärktem Kunststoff besteht. Das wirkt sich stark auf das Gewicht aus. Das Schuhpaar wiegt 1.291 Gramm und ist damit das leichteste unserer Testkandidaten. Der gesamte Schuh ist durchtrittshemmend. Eine Schicht aus PU-Schaum im Fersenbereich dämpft die Schritte und unterstützt die Laufbewegung. Dank einer dreilagigen Goretex-Membrane kann von außen keine Flüssigkeit in den Schuh eindringen. Der atmungsaktive Schuh lässt laut Hersteller Schweißfüße erst gar nicht zu.

Das Obermaterial besteht aus einem faserverstärkten Mikrofaser-Textilmix. Die blauen Streifen an den Seiten geben dem Schuh nicht nur eine Anmutung wie ein Laufschuh, sondern sorgen auch dafür, dass der Träger im Dämmerlicht gut zu erkennen ist. Das geringe Gewicht empfindet Tester Maik Hanselmann als äußerst angenehm, ebenfalls das Schnürsystem mit Schnellverschluss. "Die Sohle ist relativ grob, Schmutz hat hier keine Chance, hängen zu bleiben." Ihm gefällt auch, dass die Schutzkappe an seinen Füßen nicht einschneidet. Das Urteil: "Mit diesem Schuh kommt man sehr gut zurecht."
Preis (unverbindliche Preisempfehlung): rund 100 Euro (netto).

"Halbschuh 2042" (S3) von Herkules

Der Sicherheitsschuh von Herkules ist an der Außenseite aus wasserabweisendem Nubukleder gefertigt. Er verfügt über eine Stahlkappe und einen Spitzen- und Fersenschutz, der laut Hersteller extrem kratzfest ist. Der Schaftrand ist gepolstert, ebenso die Staublasche. Das Textilinnenfutter sorgt für eine angenehme Temperaturregulierung im Schuh. Das Modell verfügt über eine Formsohle, einen metallfreien Spezialdurchtrittschutz und eine auswechselbare Einlegesohle.

"Die Stahlkappe behindert mich nicht bei der Arbeit, auch dann nicht, wenn ich mit dem Vorderfuß abknicke, etwa beim Knien", sagt Werkstattmonteur Jan Rackwitz. Mit dem Gewicht des Paars von 1.483 Gramm ist er gut zurechtgekommen. Während der Tragewochen hat er keine Schweißfüße bemerkt. Als positiv empfindet er auch, dass die Schnürsenkel zuverlässig halten, wenn sie einmal geschnürt sind. "Wenn es glatt oder nass ist, sollte man aber eher vorsichtig sein", sagt Rackwitz. Einziger Minuspunkt für dieses Schuhmodell. Geschmacksache ist das konservative Design. Das Urteil: "Ein Schuh, der seinen Zweck erfüllt und sich gut tragen lässt."
Preis (unverbindliche Preisempfehlung): etwa 50 Euro (netto).

"Cebus low" (S3) von Engelbert-Strauss

Das Modell verfügt über eine Stahlkappe und Stahlsohle, ist wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv. Das Obermaterial besteht aus hochwertigem Rindvollleder aus Deutschland. An besonders beanspruchten Partien ist der Schuh nahtlos verarbeitet. Das Textil-Innenfutter sorgt laut Hersteller für ein angenehmes Tragegefühl und verfügt über einen Mesh-Abschluss. Antistatisch, kraftstoffbeständig und hitzebeständig ist der Schuh ebenfalls. Die griffige, extrem rutschhemmende und flexible Gummi/PUR-Sohle weist gute Dämpfungseigenschaften auf.

Werkstattmonteur Enrico Schmidt hat das Modell am Anfang als "etwas schwer und steif" wahrgenommen, was sich aber nach kurzer Zeit gegeben hat. Die Verarbeitung empfindet er als sehr gut. Der Schuh lässt sich durch Drüberwischen leicht reinigen. Auch das Fußklima empfindet er als angenehm. Und noch etwas ist ihm wichtig: "Sind die Schnürsenkel einmal gebunden, dann halten sie den ganzen Tag über." Das Einzige, was ihn an dem Schuh stört, ist das Gewicht: Sein Paar bringt 1.564 Gramm auf die Waage. Das Urteil: "Ein solider, brauchbarer Schuh."
Preis (unverbindliche Preisempfehlung): rund 100 Euro (netto).

"Flexitec Sport plus" (S3) von Modyf

Beim Modell von Modyf handelt es sich um einen Sicherheitsstiefel, der laut Hersteller durch das atmungsaktive und wertige Ledermaterial und die Textileinsätze seinem Träger Komfort bietet. Zur Klimaregulierung trägt das funktionelle Meshfutter bei. Der sportlich anmutende Stiefel ist mit einer stabilen, leichten sowie rutschhemmenden PU-Laufsohle ausgerüstet. Die Zehenschutzkappe besteht aus Kunststoff, die Textilsohle ist durchtrittsicher. Der Hersteller hat den Stiefel mit seiner Flexitec-Sohlentechnologie ausgestattet, die für ein stabiles, sicheres und gesundes Laufen sorgen soll. Das Schuhpaar wiegt 1.335 Gramm.

Da bei unserem Werkstattbesuch der Monteur, der den Schuh getragen hat, erkrankt war, hat Maik Hanselmann die Eindrücke für den Kollegen zusammengefasst: "Der Schuh sieht gut aus, lässt sich angenehm tragen und ist gut gedämpft. Die Sohle ist leicht und flexibel." Einziger Kritikpunkt: "Die Zehenschutzkappe macht sich etwas bemerkbar, wenn man den Vorderfuß abknickt." Das Gesamturteil: "Ein ordentlich verarbeiteter, sehr angenehm zu tragender und verhältnismäßig leichter Schuh."
Preis (unverbindliche Preisempfehlung): circa 115 Euro (netto).

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Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
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