AZuR fordert Förderung für Reifenbranche

AZuR-Branchenumfrage Runderneuerung
Branche sieht Runderneuerung rückläufig

AZuR fordert verbindliche Nachhaltigkeitskriterien und mehr Förderung für runderneuerte Reifen und eine nachhaltige Reifen-Kreislaufwirtschaft in Europa. Billige Neureifenimporte verschärfen die Situation auf dem Markt.

Runderneuerte Reifen bleiben auch im Jahr 2025 förderfähig, das hat das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) im Rahmen des Förderprogramms Umweltschutz und Sicherheit beschlossen.
Foto: AZuR

Die europäische Runderneuerungsbranche fordert deutlich mehr politische Unterstützung für nachhaltige Reifenlösungen. Laut einer aktuellen Umfrage der Allianz Zukunft Reifen (AZuR) sehen 88 Prozent der Teilnehmer vor allem in Green Procurement und gezielter öffentlicher Förderung den wichtigsten Hebel für die Zukunft der Reifen-Runderneuerung in Europa.

Die Branche fordert unter anderem verbindliche Nachhaltigkeitskriterien in der öffentlichen Beschaffung sowie bessere regulatorische Rahmenbedingungen für die Reifen-Kreislaufwirtschaft.

Runderneuerte Reifen sollen stärker gefördert werden

Im Fokus der Forderungen stehen:

  • stärkere politische Förderung der Runderneuerung
  • verbindliche Nachhaltigkeitsvorgaben bei öffentlichen Ausschreibungen
  • bessere Einbindung in ESG- und Taxonomie-Systeme der EU
  • Förderung der Kreislaufwirtschaft im Reifensektor

Als Vorbilder nennt die Branche unter anderem Frankreich und skandinavische Länder. Dort unterstützen verpflichtende Entsorgungsabgaben („Eco-Tax“) sowie nationale Recyclingprogramme bereits aktiv nachhaltige Reifenkonzepte.

Diskussion auf der Tire Cologne 2026

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage will AZuR im Rahmen der Veranstaltung „The Future is retreaded!“ am 10. Juni 2026 auf der Messe „The Tire Cologne“ präsentieren.

Dort sollen Vertreter aus Industrie, Handel und Politik gemeinsam über konkrete Maßnahmen diskutieren. Im Fokus stehen dabei unter anderem Themen wie die Stärkung der europäischen Runderneuerungsbranche, die Reifen-Kreislaufwirtschaft auszubauen und schließlich nachhaltige Mobilität wirtschaftlich attraktiver zu machen.

Fokus auf Reifen-Kreislaufwirtschaft

Die Allianz Zukunft Reifen engagiert sich seit 2020 europaweit für eine nachhaltige Circular Economy im Reifensektor. Ziel ist es, gebrauchte Reifen möglichst vollständig wiederzuverwenden oder stofflich zu verwerten. Dadurch sollen CO₂-Emissionen reduziert, natürliche Ressourcen geschont, Abfälle vermieden und Umwelt und Menschen geschützt werden.

Mehr als 80 Partner aus Industrie, Handel, Mittelstand und Wissenschaft arbeiten im AZuR-Netzwerk an Lösungen für nachhaltige Reifenkreisläufe – von der Neureifenproduktion über Reparatur und Runderneuerung bis hin zum Recycling von Altreifen.