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Peugeot iOn Cargo: Einfach umgebaut

Test: Peugeot macht aus dem Elektro-Stadtflitzer iOn ein Nutzfahzeug. Für welche Einsätze taugt der Kleinsttransporter? lastauto omnibus hat ihn unter die Lupe genommen.

Mit wenig Aufwand das Bestmögliche erreichen – Peugeot hat aus dem Elektro-Pkw iOn ein Nutzfahrzeug gemacht, den iOn Cargo. Als Pkw-Version schickt Peugeot den Kleinwagen mit vier Türen und ebenso vielen Sitzplätzen ins Rennen; der Nutzfahrzeugumbau verzichtet indes auf die hintere Sitzreihe. Wo normalerweise das Gestühl verschraubt ist, haben die Peugeot-Konstrukteure eine Holzplatte angebracht, die den rückwärtigen Raum bis zur Heckklappe in eine große Fläche verwandelt.

Zum Umbau gehört ein Regalsystem von Sortimo

Wohl in der Annahme, dass sich das rund 3,5 Meter lange Fahrzeug nicht für größere Transportaufgaben eignet, gehört zum Cargo-Umbau gleich ein Regalsystem von Sortimo. Das soll den Kleinsttransporter zu einem praktischen täglichen Begleiter für Handwerker und Servicetechniker machen. Was von den 300 Kilo Nutzlast  noch übrig bleibt, nachdem die Regale gefüllt sind, kann der Fahrer dazu nutzen, um Material zu verstauen. Platz dafür ist zwischen dem Regalsystem und den beiden Sitzen vorn.

Peugeot iOn Cargo taugt auch für den Einsatz im Lieferdienst

Auch für Lieferdienste kommt der iOn-­Cargo durchaus in Frage. Auf der lastauto omnibus-Testrunde für Elektrofahrzeuge schafft er 79 Kilometer bis zur Bewegungsunfähigkeit. Das liegt im Rahmen dessen, was Fahrer derzeit von einem E-Transporter erwarten dürfen.

Futuristisch gestaltetes Cockpit

Der Fahrer blickt auf ein futuristisch gestaltetes Cockpit. Das wirkt aufgeräumt und ansprechend. Die Sitze sind überraschend bequem für einen Kleinwagen. Lediglich der Platz hinterm Lenkrad könnte größer bemessen sein. Fahrer, die mehr als 1,85 Meter an die Messlatte stellen, sind in ihrer Bewegungsfreiheit eingeengt.

Die Fahreigenschaften des kleinen Peugeot können sich ebenfalls sehen lassen. Die Ingenieure haben den kurzen Radstand mit einem straffen Fahrwerk kombiniert und so gute Kurveneigenschaften erreicht. Die straffe Auslegung  geht aber ein wenig auf Kosten des Komforts auf schlechten Strecken.

Permanent-Synchronmotor mit 67 PS Leistung

Ein Permanent-Sychronmotor sorgt mit 67 PS für den Vortrieb. Wie für Elektrofahrzeuge üblich, liegt das volle Drehmoment von 196 Newtonmetern ab der ersten Fahrpedalberührung an. Ein eingebautes Geschwindigkeitslimit gibt es beim iOn-Cargo nicht, deshalb sollte der Fahrer immer ein Auge auf die Batterieladung haben. Hohe Fahrlasten zehren über Gebühr von der Batteriekapazität.

Bei zehn Kilometer Restreichweite blinkt die Tankanzeige

Die Reichweitenanzeige im iOn ist allerdings nur bedingt hilfreich, da sich die Werte –teilweise nicht nachvollziehbar von Minute zu Minute ändern – und das in beide Richtungen. Auch die Warnung bei annähernd leerer Batterie könnte etwas offensiver ausfallen. Bei zehn Kilometer Restreichweite beginnt die Tankanzeige zu blinken. Ein akustischer Hinweis wäre hilfreich.

Zudem schaltet das Fahrzeug kurz vor dem Stillstand in eine Leistungsbegrenzung. Dann sollte eine Steckdose in Reichweite sein, sonst bleibt der iOn Cargo in freier Wildbahn stehen.

Mit der limitierten Reichweite von Batteriestrom-getriebenen Fahrzeugen gehen in der Regel lange Ladezeiten einher. Beim Peugeot iOn Cargo mit leeren Batterien liegt die Schnellladezeit an der Arbeitsstromdose immerhin schon bei 30 Minuten. Dann haben die Energieträger wieder 80 Prozent ihrer Kapazität erlangt.

Auch über die 230-Volt-Haushaltssteckdose aufladbar

Bei etwa 80 Prozent schalten Schnellladegeräte normalerweise ab, um den Akku nicht zu beschädigen. Denn der hohe Strom, der beim Schnellladen fließt, zerstört die Batteriezellen, wenn er über den Zeitpunkt der Maximalladung hinaus anliegt. Alternativ lässt sich der Peugeot auch über die 230-Volt-Haushaltssteckdose aufladen, benötigt dann aber mindestens sechs Stunden für eine 100-prozentige Batterieladung bei einer Kapazität von 14,5 Kilowattstunden.

Preis liegt bei 26.199 Euro

Fazit: Laderaum und Nutzlast gibt es nur in begrenztem Ausmaß. Wer damit leben kann und das Fahrzeug beispielsweise im Handwerker-, aber wohl noch eher im Kurieralltag einsetzt, ist gut bedient. Zumal der Anschaffungspreis mit 26.199 Euro noch im Rahmen liegt.

Portrait

Autor

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Markus Braun

Datum

8. Oktober 2013
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