Universallöschfahrzeug auf Scania P500: Rosenbauer liefert 100. MT-Aufbau

Universallöschfahrzeug auf Scania P500
Rosenbauer liefert 100. MT-Aufbau

Rosenbauer hat das 100. Tanklöschfahrzeug mit MT-Aufbau nach Deutschland ausgeliefert, und zwar an die Werkfeuerwehr der Covestro Deutschland AG in Brunsbüttel. Beim Jubiläumsfahrzeug handelt es sich um ein Universallöschfahrzeug (ULF) auf einem Scania P500 6x2*4 NB.

Rosenbauer liefert 100. MT-Aufbau
Foto: Rosenbauer

MT steht für Modular Technology und bezeichnet ein modular aufgebautes Aufbaukonzept, das eine individuelle Konfiguration der Fahrzeuge für jeden Einsatzbereich ermöglicht – von Kommunal- über Industrie- und Flughafenfeuerwehren bis hin zur Waldbrandbekämpfung. Der Aufbau wird dabei individuell aus bis zu fünf standardisierten Modulen zusammengestellt. Das Pumpenraummodul für die Löschtechnik inkl. Schaumzumischsystem und das Tankmodul für Wasser bzw. Schaummittel sind immer an Bord.

Das Geräteraummodul für die feuerwehrtechnische Beladung, die Rosenbauer proCAB als Mannschaftsraummodul für eine zusätzliche Besatzung von 2 bis zu 7 Einsatzkräften und das HRET-Modul mit dem Rosenbauer-Löscharm STINGER können optional in den Aufbau ergänzt werden. Die Module selbst können zusätzlich je nach Anforderung sowohl in der Länge als auch in der Höhe angepasst werden.

Alle Module sowie die Löschtechnik werden im eigenen Haus gefertigt. Die Löschwasserbehälter stammen aus dem Werk Radgona in Slowenien, die Montage der Module und Endmontage der Fahrzeuge erfolgt auf einer eigenen Fertigungslinie in Leonding, Österreich. Ein zentraler Vorteil des modularen Systems sind laut Rosenbauer die verkürzten Lieferzeiten, da die Module unabhängig vom Fahrgestell vorproduziert werden können. Abhängig von der Ausführung liegt die Lieferzeit für Tanklöschfahrzeuge der MT Baureihe derzeit bei rund einem Jahr.

Kurze Lieferzeit gab den Ausschlag

Die kurze Lieferzeit war auch ein entscheidendes Kriterium für die Beschaffung des neuen ULF der Werkfeuerwehr Covestro. „Bei Rosenbauer waren es 14 Monate, bei den beiden Marktbegleitern 27 beziehungsweise 29 Monate“, berichtet Leif Strufe, Projektmanager bei Covestro. Zudem bestätigten positive Erfahrungen mit bestehenden Rosenbauer Fahrzeugen die Entscheidung. Auch die beiden bisherigen ULF im Fuhrpark der Werkfeuerwehr stammen vom Weltmarktführer.

Der Aufbau des neuen ULF bei Covestro gliedert sich in drei Module für Geräte, Löschmittelvorräte und Löschtechnik. Für die Besatzung kommt die serienmäßige CrewCab von Scania zum Einsatz. Das Fahrzeug führt 1.900 Liter Löschwasser sowie 3.000 Liter Schaummittelkonzentrat mit. „Die Löschwasserversorgung im 420 Hektar großen Industriepark ist wirklich hervorragend. Da benötigen wir nur die Wassermenge für den Erstangriff im Fahrzeug“, erklärt Broder Brandt, der Technische Einsatzleiter und Sachgebietsleiter Technik der Werkfeuerwehr.

Rosenbauer

Als Feuerlöschpumpe kommt eine einstufige Normaldruckpumpe N65 zum Einsatz, die nominell Presseaussendung mindestens 6.500 Liter pro Minute bei 10 bar leistet. Das Schaummittelkonzentrat wird über eine HYDROMATIC-800-System zugemischt. Das hydraulisch angetriebene und elektronisch gesteuerte Schaum-Druckzumischsystem fördert bis zu 800 Liter pro Minute bei 17 bar. Grundsätzlich sind Zumischraten zwischen 0,5 Prozent und 6 Prozent möglich. Bei Covestro werden 1 und 3 Prozent verwendet.

Die Löschmittelabgabe kann über den Dachwerfer RM 80C (Wasser und Schaum, bis zu 9.500 l/min, Wurfweite 90 m bei Schaum und 100 Meter bei Wasser) oder den Frontmonitor RM 15C (Wasser und Schaum, bis zu 2.000 l/min, Wurfweite 47 Meter bzw. 70 Meter) erfolgen. Das Löschfahrzeug bei der Werkfeuerwehr Covestro ist erstmals mit einem Frontmonitor ausgestattet. In Verbindung mit dem Dachwerfer ermöglicht dies den Aufbau einer Wasserwand, etwa bei Gasaustritten. Für konventionelle Löscheinsätze stehen zudem handgeführte Strahl- und Schaumrohre zur Verfügung.

Das neue ULF wird künftig als Erstangriffsfahrzeug im Industriepark eingesetzt. Zur weiteren Ausstattung zählen eine 5 Tonnen Seilwinde an der Frontstoßstange sowie erweiterte Komponenten für technische Hilfeleistungen, darunter akkubetriebene Schere und Spreizer sowie Ausrüstung zur Rettung aus Höhen und Tiefen. Eine fest installierte Wärmebildkamera auf dem Dach des Fahrerhauses ermöglicht bereits beim Eintreffen an der Einsatzstelle die Erkennung von Wasserstoffbränden. Angesichts der zunehmenden Nutzung von Wasserstoff als Energieträger unterstützt sie die Einsatzkräfte bei Bränden, die optisch kaum wahrnehmbar sind.

Hohe aktive und passive Fahrzeugsicherheit

Die Arbeitssicherheit hat am gesamten Standort einen hohen Stellenwert und war auch bei der Auswahl des Fahrgestells ein zentrales Kriterium. Die crashgetestete Mannschaftskabine ist an allen Sitzplätzen mit Airbags ausgestattet. Zusätzliche Sicherheit beim Rangieren bieten ein Bird View System sowie eine Rückfahrkamera. Eine markante gelbe Schraffur an Heck und Front erhöht die Sichtbarkeit des Fahrzeugs. Angesichts von rund 25.000 Lkw Bewegungen pro Jahr im Industriepark Brunsbüttel sind hohe Anforderungen an die aktive und passive Fahrzeugsicherheit erforderlich.

Am Standort Brunsbüttel produzieren rund 1.200 Beschäftigte von Covestro und Partnerunternehmen Vorprodukte für Hartschäume und andere Kunststoffe. Der Werkfeuerwehr gehören derzeit 55 Einsatzkräfte an.