Ein Logistikdeal mit Ansage: Der Dienstleister von Saldern Logistik übernimmt zum 1. März 2026 im Rahmen eines Asset Deals die Geschäftstätigkeiten von Gille-Jensssen, dem bislang zur Huettemann Group gehörenden Baustofflogistiker, inklusive Grundstück und Immobilien. Die Frage, die sich in der Branche sofort stellt: Warum ist ein einzelner Standort in Bremen so wertvoll, dass er gleich zum strategischen Hebel wird, wie von Sakldern betont? Die Antwort liefert vor allem die Lage – und das Geschäft, das daran hängt.
15.000 Quadratmeter direkt an der A1: Warum Bremen plötzlich zum Schlüssel wird
Der Standort Bremen umfasst laut Mitteilung eine Grundstücksfläche von 15.000 Quadratmetern und liegt direkt an der A1. Genau das soll laut von Saldern die Lieferströme zwischen Hamburg und dem Ruhrgebiet effizienter machen. Gleichzeitig entsteht ein zusätzlicher Synergiehebel: In unmittelbarer Nähe befindet sich das Transportbetonwerk der Gruppe in Bremen-Arsten.
Dietrich von Saldern: strategisch wichtiger Schritt
Dietrich von Saldern, geschäftsführender Gesellschafter, spricht von einem „strategisch wichtigen Schritt“ und verweist auf die Nähe zum eigenen Betonwerk: Dadurch eröffnen sich „neue Möglichkeiten in der Baustofflogistik“ und eine Stärkung der Position im Norden.
Gille-Jensssen: Baustofflogistik seit Jahrzehnten – mit Schüttgut-Spezialitäten
Gille-Jensssen ist seit Jahrzehnten in der Baustofflogistik aktiv. Das Unternehmen (historisch entstanden 1971 durch die Fusion der Firmen Eugen Gille und Hermann Jensssen) beliefert vor allem Kunden in Norddeutschland. Zu den genannten Kernkompetenzen zählen:
- Management von Massenschüttgütern für Hoch-, Tief- und Straßenbau
- Logistik von Kraftwerksnebenprodukten wie Steinkohlenflugasche
- Transporte von Recyclingbaustoffen, Zement und Kalksteinmehlen
Für von Saldern ist das nicht „nice to have“, sondern ein gezielter Kompetenzkauf: Geschäftsführer Matthias Gleimius betont insbesondere die Erfahrung im Handling „anspruchsvoller Schüttgüter“ und die „wertvollen Kundenbeziehungen“.
Neue Kunden, neue Achse: Beton, Asphalt, Zement im Visier
Dr. Alexander Reinhardt, Geschäftsführer bei von Saldern Logistik, formuliert das Ziel klar: Die Lage an der A1 ermögliche, Lieferströme deutlich effizienter zu gestalten und damit „neue Kundengruppen in der Beton-, Asphalt- und Zementindustrie“ zu erschließen. Sprich: Der Deal ist nicht nur ein Kapazitätszuwachs, er ist ein Markt- und Netzwerkangriff auf der Nordachse.
Keine Jobangst: Alle Mitarbeitenden werden übernommen
Ein Punkt, der in Übernahmen oft die größte Unruhe erzeugt, wird hier eindeutig beantwortet: Alle Mitarbeiter der Gille-Jensssen werden übernommen. Damit bleibt Know-how im Unternehmen. Und genau darauf zielt die Argumentation der Gruppe: Expertise plus Standort plus Synergien.
Ein Deal mit Signalwirkung – was bedeutet das für die Branche?
Baustoffe, Recyclingmaterialien, Zement und Nebenprodukte sind Logistiken mit hohen Anforderungen: Volumen, Taktung, Zeitfenster, Materialeigenschaften, teils strenge Vorgaben und gleichzeitig Preisdruck. Wer hier Standorte an den richtigen Korridoren sichert, verschiebt das Spielbrett. Die reißerische Zuspitzung ist daher gar nicht übertrieben: Der A1-Punkt Bremen könnte für von Saldern genau der Standort sein, der aus „gut aufgestellt“ ein „schwer zu umgehen“ macht. Und damit ist auch die Eingangsfrage beantwortet: Der Standort ist nicht irgendeine Fläche, er ist ein strategischer Knoten, der die Nord-Süd-Lieferströme und eigene Betonaktivitäten enger zusammenzieht.
Der Deal in 30 Sekunden
Asset Deal: von Saldern übernimmt Gille-Jensssen samt Grundstück/Immobilien (Start: 1. März 2026).
15.000 qm in Bremen direkt an der A1. Optimierung der Lieferströme Hamburg ↔ Ruhrgebiet + Nähe zum eigenen Betonwerk.
Beton-, Asphalt-, Zementindustrie sowie Bau-/Infrastrukturprojekte und Recyclingbaustoff-Ströme.
Standort und Know-how bleiben erhalten, alle Mitarbeitenden werden übernommen.






