VEMAGS: Schwertransport-Stopp droht 2027

VEMAGS-Umstellung im April 2027
Software-Update könnte Schwertransporte stoppen

Ein Software-Update bei VEMAGS könnte ab April 2027 zahlreiche Schwertransporte blockieren. Industrie und Logistik warnen vor Folgen für Bauprojekte und Energiewende und fordern eine Übergangslösung.

Schwertransport mit einem großen Industriebauteil auf einem Tieflader, begleitet von mehreren gelben Sicherungsfahrzeugen mit Warnleuchten und Schwertransport-Kennzeichnung.
Foto: BSK

Ein Software-Update mit möglicherweise gravierenden Folgen: Zum 1. April 2027 soll die Genehmigungsplattform VEMAGS auf eine neue Version umgestellt werden. Doch ausgerechnet dieser Wechsel könnte die Abwicklung von Großraum- und Schwertransporten erheblich behindern. Davor warnt die Verbändeinitiative Großraum- und Schwertransporte (VI GST), der unter anderem der Bundesverband Schwertransporte und Kranarbeiten (BSK), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) angehören. In einem gemeinsamen Schreiben vom 16. Oktober 2026 an Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und den Parlamentarischen Staatssekretär Christian Hirte fordert die Initiative Änderungen am geplanten Umstellungsverfahren.

VEMAGS: Am 31. März droht der harte Schnitt

Der Knackpunkt ist der geplante Wechsel von VEMAGS 7.5 auf VEMAGS 7.6. Nach Darstellung der Verbände soll die bisherige Version am 31. März 2027 um 18 Uhr abgeschaltet werden. Anträge, die bis dahin noch nicht genehmigt sind, müssten demnach ab dem 1. April im neuen System erneut gestellt werden. Die Branche befürchtet deshalb einen erheblichen Antragsstau. Für Schwertransporteure wäre das mehr als ein bürokratisches Ärgernis. Ohne die erforderlichen Genehmigungen dürfen entsprechende Transporte nicht stattfinden. Verzögerungen könnten deshalb auch die Lieferung großer Maschinen, schwerer Anlagenkomponenten und anderer Spezialgüter treffen. „Sollte es zu diesem Genehmigungsstau kommen, der sich momentan abzeichnet, wären die Konsequenzen für die Wirtschaft fatal“, warnt BSK-Geschäftsführer Dierk Hochgesang. Er nennt insbesondere Infrastrukturprojekte, Vorhaben der Energiewende und militärische Transporte als mögliche Betroffene.

Drei Vorschläge gegen den Genehmigungsstau

Um eine Unterbrechung der Genehmigungsverfahren zu verhindern, schlägt die Verbändeinitiative drei Alternativen vor:

  1. Anträge automatisch übertragen: Noch offene Genehmigungsanträge aus VEMAGS 7.5 sollen in die neue Version übernommen werden. Dafür wäre eine entsprechende Softwarelösung erforderlich.
  2. Neue Version früher freigeben: VEMAGS 7.6 soll spätestens am 1. März 2027 verfügbar sein. Ein zeitlich begrenzter Parallelbetrieb könnte die Umstellung entzerren.
  3. Alte Anträge im bisherigen System abschließen: Bis Ende März eingereichte Anträge sollen weiterhin über VEMAGS 7.5 bearbeitet werden, bis ein Bescheid vorliegt.

Die dritte Variante erfordert nach Einschätzung der Verbände eine rechtliche Übergangsregelung. Hintergrund ist, dass mit dem Softwarewechsel auch die neuen Richtlinien für Großraum- und Schwertransporte (RGST 2026) eingeführt werden sollen.

Industrie fordert Eingreifen der Politik

Die Initiative appelliert an das Bundesverkehrsministerium, auf die zuständigen Bundesländer einzuwirken und eine praktikable Lösung zu ermöglichen. Dabei geht die Warnung weit über die Transportbranche hinaus. Neben BSK und BGL sind unter anderem die deutsche Bauindustrie, der BDI, der VDMA und der Baumaschinenverband VDBUM in der Initiative vertreten. Sie befürchten, dass ein Genehmigungsstau nicht nur einzelne Transporte verzögert, sondern ganze Projektabläufe beeinträchtigt. Ob die befürchteten Probleme tatsächlich eintreten, ist allerdings offen.

In Kürze: die Key Facts

  • Thema: Drohender Genehmigungsstau bei Großraum- und Schwertransporten
  • Betroffenes System: VEMAGS, digitale Genehmigungsplattform für Großraum- und Schwertransporte
  • Geplante Abschaltung: VEMAGS 7.5 am 31. März 2027 um 18 Uhr
  • Neue Version: VEMAGS 7.6 ab 1. April 2027
  • Befürchtetes Problem: Noch nicht genehmigte Anträge müssten nach Darstellung der Verbände erneut eingereicht werden
  • Mögliche Folgen: Verzögerungen bei Industrie-, Infrastruktur-, Energie- und Militärtransporten
  • Forderung: Automatische Antragsübernahme, frühere Freigabe der neuen Version oder parallele Bearbeitung alter Anträge
  • Betroffene Regelungen: Einführung der Richtlinien für Großraum- und Schwertransporte (RGST 2026)
  • Initiative: Verbändeinitiative Großraum- und Schwertransporte (VI GST), unter anderem mit BSK, BGL, BDI und VDMA
  • Adressat: Bundesverkehrsministerium, Schreiben vom 16. Oktober 2026